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Nationalökonomie (1.1915)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886443912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236258
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
1.1915
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1915
Scope:
XVI, 460 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (1.1915)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
  • Index

Full text

20 
schaftliche Naturgesetze aufstellen zu können und sah in der Auffindung 
derselben die Aufgabe der Wissenschaft. Das ist indes nicht richtig. 
Der Egoismus, wie er hier in Betracht kommt, ist offenbar aufzufassen 
als das Streben, in sich das Gefühl der Zufriedenheit herzustellen. 
Bei dem Eintreten des Gefühls des Hungers wird der Mensch all- 
gemein danach streben, durch Verschaffung von Nahrungsmitteln und 
Genuß derselben sich Befriedigung zu verschaffen. Aber die Art, 
wie er seinen Zweck zu erreichen sucht, wird je nach der Stufe der 
Kultur eine sehr verschiedene sein. Dieselben Triebe, der Selbst- 
erhaltungs- und der Geschlechtstrieb, die bei allen Menschen vor- 
handen sind, wirken bei den verschiedenen Individuen sehr ungleich. 
Der Neger, der Indianer geben sich denselben schrankenlos hin. Sie 
kennen keine andere Rücksicht, und werden ev. vor einem Morde 
nicht zurückschrecken, wenn sie sich dadurch das Gewünschte ver- 
schaffen können. Der Kulturmensch ist dazu im allgemeinen nicht 
fähig. Die Rücksicht auf den Nebenmenschen aus religiösem Grund- 
satze, aus Ehrgefühl, die zum Altruismus wird, wenn das Streben 
so weit geht, dem Andern Vorteile zuzuwenden, hindert ihn daran. Er 
würde durch eine solche Handlung sein Gewissen beschweren und trotz 
der Stillung des Hungers nicht zum Gefühl der Befriedigung gelangen. 
Je höher die Stufe ist, auf der er steht, um so mehr ist er gewöhnt, 
seine Triebe zu beherrschen, und wird bei demselben Anlaß zu ganz 
anderen Handlungen getrieben wie der Naturmensch. Mit anderen 
Worten: Die Art des Selbstinteresses ist eine durchaus andere geworden. 
Es wirken eine Menge anderer Motive auch bei rein wirtschaftlicher 
Tätigkeit mit. Dieselben Triebe veranlassen sehr ungleiche Handlungen. 
Die letzteren beruhen daher nicht auf einfachen Naturgesetzen, wie es 
die alte Schule annahm, die sie überall als gleich annahm; sondern 
jedes Volk, jede Zeit, jede Kulturstufe weist andere Handlungen der 
Menschen auf, die durch dieselben wirtschaftlichen Ursachen hervor- 
gerufen sind. Daher können einzelne wirtschaftliche Erscheinungen 
nur auf Grund der genauen Kenntnis der vorliegenden Zustände be- 
urteilt werden. Was für Wirkungen einzelne wirtschaftliche Ver- 
änderungen herbeiführen werden, läßt sich nur in wenigen einfachen 
Fällen aprioristisch vorherbestimmen, und nur unter Berücksichtigung 
der gegebenen Verhältnisse. Aus dem Gesagten geht hervor, daß auch 
die Lehren unserer Wissenschaft nur für eine bestimmte Kulturstufe 
maßgebend sein können. Wir untersuchen die Verhältnisse, die vor uns 
liegen, und gewinnen auf Grund der Erfahrung gewisse Auffassungen, 
stellen den Zusammenhang von Ursache und Wirkung fest, wie er sich 
aus unserer Beobachtung ergibt. Unser Urteil über wirtschaftliche Vor- 
gänge komplizierterer Art wird daher stets das Ergebnis. unserer Zeit 
sein und für andere Zeiten nichtmehr. die.volle Gültigkeit--haben. Die 
Gegenwart für unsere Zwecke richtig zu beurteilen, hilft uns vor 
allem die Statistik, dann das Staats- und Verwaltungsrecht. Zu über- 
sehen, wie die Verhältnisse geworden sind, lehrt uns die Geschichte. 
Diese Wissenszweige sind die Grundlage unserer Wissenschaft. Es 
hat die Philosophie, vor allem die Psychologie hinzuzutreten, um uns 
die Eigentümlichkeiten des Menschen klar zu legen und Schlüsse auf 
seine Handlungsweise zu ermöglichen. 
Wenn aber die Berliner sog. „historische Schule“ glaubt, allein auf 
dem historischen Wege eine neue nationalökonomische Wissenschaft 
Schaffen zu können, so erscheint uns das zu weit gegangen. Unsere 
Historische 
Schnle.
	        

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Proceedings of the South & East African Combined Agricultural, Cotton, Entomological and Mycological Conference Held at Nairobi, August, 1926. East African Standard, 1926.
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