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Nationalökonomie (1.1915)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886443912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236258
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
1.1915
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1915
Scope:
XVI, 460 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (1.1915)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
  • Index

Full text

450 — 
Grenze der 
ıistorischen 
Aufgabe. 
Stellung zur 
Volkswirt- 
‚chatfteapnnlitik. 
Mensch mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten, fortdauernd solchen 
Veränderungen unterworfen, daß jede Kulturstufe andere Erschei- 
nungen zeigen muß, und dieselben natürlichen Ursachen, dieselben 
politischen Maßregeln in durchaus verschiedener Weise zu wirken 
vermögen. 
Damit ist auch die Grenze der Bedeutung historischer Forschung 
für die politische Oekonomie gegeben, und es tritt klar zutage, daß 
sie allein unsere Wissenschaft nicht zu fördern vermag. Wir haben 
3s mit einer praktischen Wissenschaft zu tun, deren Aufgabe es 
ist, die gegenwärtigen wirtschaftlichen Vorgänge, wie sie sind, dar- 
zulegen und in ihrem Zusammenhange zu erklären, dann auf Grund 
dieser Tatsachen Schlüsse für die Aufgaben von Staat und Gesell- 
schaft zu ziehen. Deshalb ist von der Gegenwart auszugehen und 
die Geschichte nur heranzuziehen, soweit sie zur Erklärung der 
segenwart notwendig ist. Sie ist, wie wir schon an anderer Stelle 
Jlargelegt haben, erst in zweite Linie zu stellen. Das geschah auch 
in der Hauptsache von der älteren historischen Schule, erst die 
aeuere ist darüber hinausgegangen und hat den Schwerpunkt 
nationalökonomischer Arbeit in archivalische Untersuchungen gelegt, 
lie als historische ihre außerordentliche Bedeutung haben und als 
Bausteine für die Zukunft dankbar zu akzeptieren sind, die außer- 
dem — das ist nicht zu unterschätzen — ein vorzügliches Mittel 
zur Schulung der jüngeren Gelehrten bilden. Aber die Zustände in 
alter Zeit sind von den unsrigen viel zu verschieden, als daß sich 
lavon Ausreichendes für das Verständnis der Gegenwart gewinnen 
ließe. Die Geschichte muß für die politische Oekonomie nur eine 
Ailfswissenschaft bleiben, die letztere darf aber nicht in der 
ersteren aufgehen. Das ist auch in dem erwähnten Schmollerschen 
Werke nicht geschehen. 
Man hat der historischen Schule vorgeworfen, daß sie nur för- 
dernd auf die Theorie zu wirken gesucht und die Volkswirtschafts- 
politik vernachlässigt habe; und richtig ist es, daß seit Rau eine 
systematische Bearbeitung der Volkswirtschaftspolitik erst in dem 
Schönbergschen Handbuch zu finden ist, dann von Philippo- 
vich in seinem Grundriß geboten wurde; ebenso daß Roscher er- 
klärte, die Aufgabe der Wissenschaft nur in der Darstellung zu 
sehen. Aber er erstreckte diese Darstellung doch auch ausdrücklich 
auf die Gesetze und Anstalten, welche zur Förderung der Volkswirt- 
schaft bestimmt sind, und zwar in den verschiedenen Ländern; er 
schloß daran die Untersuchung, wie dieselben gewirkt haben, und 
suchte durch die Vergleichung der Verhältnisse der verschiedenen 
Länder ein kritisches Urteil daraufhin zu ermöglichen. Er vermied 
es allerdings, auf schwebende Tagesfragen einzugehen und mit einem 
eigenen Urteil darüber hervorzutreten. Das hat aber auch seine voll- 
ständige Berechtigung. In den Lehrbüchern . soll nur zusammen- 
gestellt werden, was einigermaßen als wissenschaftlich abgeschlossen 
and:als dauernde Errungenschaft der Zeit anzusehen ist, nicht aber, 
was nur rein hypothetisch zu behandeln ist. Wenn man außerdem 
erwägt, daß auf allen deutschen Kathedern seit Dezennien die prak- 
tische Nationalökonomie vorgetragen wurde und dieses auch von den 
Vertretern der alten historischen Schule geschah, und dabei berück- 
sichtigt, daß gerade solche Vorlesungen in anderen Ländern bis in 
die neueste Zeit hin fast vollständig gefehlt haben. so wird man
	        

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The Social Theory of Georg Simmel. Univ. of Chicago Press., 1925.
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