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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Nährpflanzen und die Haustiere. —137 
oor allem die, welche wegen mangelnder Durchschnittswärme auch in mittleren Klimaten 
nicht überall vorkommen, wie Tabak und Wein, feinere Gemüse- und Obstarten; in den 
Pfälzer Weinbaudistrikten steigt die Bevölkerung auf 15000 Menschen pro Quadratmeile. 
Für die füdlicheren Gegenden handelt es sich um die Gewürzpflanzen, dann um Thee, 
Kaffee, Zuckerrohr, welche den Gegenden, wo sie, und zumal in besonderer Güte, gedeihen, 
einen großen wirtschaftlichen Vorsprung verleihen. 
Wenn auch keinen so großen Einfluß wie die Pflanzen, so üben doch auch die 
Tiere einen solchen auf die Volkswirtschaft aus. Die wilden Tiere haben durch den 
Kampf mit ihnen die Menschen zu Kraft und Energie, auch die jagdbaren haben durch 
ihre Verfolgung bestimmte Raffen und Völker ebenso zur Anstrengung und Abhärtung, 
zu Schlauheit und scharfen Sinnen erzogen. Fast überall war und ist die Ernährung 
des Menschen mehr oder weniger von der Tierwelt abhängig; die Meere und Flüsse 
haben durch ihren Reichtum an Fischen und Schaltieren in dem Leben vieler Völker 
eine ausschlaggebende Rolle gespielt. Neben dem Fleische, dem Blute, der Milch der 
Tiere hat die Benutzung der Knochen zu Geräten, der Wolle und Häute, sowie der 
Pelze zur Bekleidung stets große Bedeutung gehabt. So hat naturgemäß das ursprüng— 
liche Vorkommen oder Fehlen der einzelnen Tierarten, das sich im ganzen auch nach 
Klima, Wärme, Pflanzenwelt, Wasser und Bodenverhältnissen richtet, überall die wirt— 
ichaftliche Entwickelung mit bestimmt. Australiens weites Zurückbleiben hinter den 
anderen Erdteilen hing mit seiner kümmerlichen, aus der Tertiärzeit stammenden Tierwelt 
ebenso zusammen, wie die älteren amerikanischen Zustände mit der Thatsache, daß Rind, 
Pferd, Kamel und Schaf den Eingeborenen fehlten, daß sie als gezähmte Arbeitstiere 
nur Hund und Lama besaßen, nirgends zur Milchwirtschaft, zum Ackerbau mit Rind— 
vieh, zu nomadischer oder halbnomadischer Lebensweise kamen. Noch heute sind die ost— 
asiatischen und afrikanischen Gebiete, welche spät unsere Haustiere kennen lernten, seit 
Jahriausenden eine Landwirtschaft ohne oder fast ohne fie trieben, wesentlich dadurch 
wirtschaftlich armer geblieben. Im übrigen aber hat gerade die kleine Zahl von Tieren, 
die der Mensch zähmen, zu Lasttieren, zum Reiten, zum Pflügen erziehen lernte, die er 
als Hauptfleisch- und Milchtiere benutzte, eine sehr weitgehende Acclimatisation erfahren. 
Finzelne wie Hund, Schwein, Huhn, Kaninchen kommen heute fast überall vor; auch 
Rind, Pferd, Esel und Schaf sind sehr weit verbreitet. Wir sehen so, daß Drude recht 
hat, wenn er sagt, die geographische Verbreitung der Tiere gehe im ganzen der der 
pflanzen parallel, aber sei doch etwas unabhängiger und leichter. Es ist ein analoger 
Gedanke, den A. v. Humboldt im Kosmos ausspricht, wenn er sagt, der Mensch sei in 
minderem Grade als Pflanzen und Tiere von der Natur abhängig; er entgehe leichter 
als fie den Naturgewalten durch Geistesthätigkeit und stufenweise erhöhte Intelligenz wie 
durch eine wunderbare, sich allen Klimaten anpassende Biegsamkeit des Organismus. 
57. Allgemeine Ergebnisse. Wollen wir kurz versuchen, die Summe dessen 
zu ziehen, was wir über den Zusammenhang der Volkswirtschaft mit der äußeren Natur 
wissen, so weisen wir mit Sicherheit heute die extremen Anschauungen zurück, die auf 
der einen Seite idealistisch den Einfluß der Natur ganz oder fast ganz negieren, auf der 
anderen realistisch alle wirtschaftliche und sonstige Kultur auf Boden und Klima allein 
zurückführen wollen. Den ersteren Standpunkt vertrat, freilich mehr in Bezug auf 
nenschliche Eigenschaften als auf die Volkswirtschaft, Hume; ihm folgte z. B. Th. Waitz 
Anthropologie der Naturvölker) in gewissem Sinne, wenn er gegenüber den ausschlag— 
gebenden historischen Ursachen der Civilisation die Naturverhältnisse etwas geringschätzig 
Ils Gelegenheitsursachen bezeichnete; in mancher Beziehung auch Peschel in seiner Polemik 
gegen Ritter; ebenso übertreiben die Nationalökonomen, welche bei der Erklärung des 
Reichtums von Holland oder England nuxr betonen, wie hier durch geistige Kräfte allein 
die Kargheit der Natur überwunden sei. Ahnlich wollten alle die wirtschafts⸗ und kultur⸗ 
geschichtlichen Erinnerungen, daß zu verschiedenen Zeiten, in der Hand verschiedener Rassen 
und Völker dieselbe Natur, dasselbe Land bald wirtschaftliche Verkümmerung und Not, 
bald höchsten Wohlstand und Civilisation gezeigt, wollte der Hinweis, dessen sich schon 
Hume bedient, daß oft in demselben Lande, unter denselben Naturverhältnissen einzelne
	        

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