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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Allgemeine Würdigung des Maschinenzeitalters. 225 
neue Volkswirtschaft zeigt in Westeuropa und den englischen Kolonien einschließlich der 
Vereinigten Staaten übereinstimmende technische, aber daneben doch sehr verschiedene 
sociale Züge, je nach Rasse, Geschichte, Volksgeist, überlieferter Vermögens- und Ein— 
kommensverteilung, je nach den verschiedenen Institutionen. 
Wohlstand und Lebenshaltung ist allerwärts außerordentlich gestiegen; aber in 
den einzelnen Ländern nehmen daran die verschiedenen Klassen sehr verschieden teil. 
Auch ist Vermehrung und Verbilligung der Produktion in den einzelnen wirtschaftlichen 
Zweigen eine sehr verschiedene; in Gewerbe und Verkehr liegen, wie wir sahen, die 
Glanzseiten. Allgemeiner aber sind die Wirkungen auf vermehrte Berührung aller 
Menschen, auf größere Kenntnisse, gestiegene Beweglichkeit. Die feineren Lebensgenüsse 
sind allgemein gewachsen, das Leben ist im ganzen verschönert, ästhetisch gehoben. Ebenso 
ist alles Wirtschaftsleben, auch das im Hause, auf dem Bauernhose, rationalisiert, ist 
von naturwissenfchaftlichen Kenutnissen mehr beherrscht, ist rühriger, energischer geworden; 
es ist freilich auch unendlich komplizierter geworden, ist durch die Verknüpfung mit 
anderen Wirtschaften von Gesamtursachen abhängiger, leichter gestört, von Krisen öfter 
heimgesucht. Indem man immer mehr für die Zukunft, für die Ferne produziert, ist 
Irrtuͤm leichter möglich. Aber dafür hat man größere Vorräte, welche besseren Aus— 
gleich zwischen verschiedenen Orten und Zeiten gestatten. Man wird über Not, Krisen, 
Störungen im ganzen doch besser Herr als früher. Je höher die Technik steigt, desto 
mehr kann sie den Zufall beherrschen. Alle fortschreitende Technik stellt Siege des Geistes 
über die Natur dar. 
Aber aller Fortschritt in der Naturbeherrschung ist nur dauernd von Segen, wenn 
der Mensch sich selbst beherrscht, wenn die Gesellschaft die neue revolutionierte Gestaltung 
des Wirtschaftslebens näch den ewigen sittlichen Idealen zu ordnen weiß. Daran fehlt 
es noch. Unvermittelt steht das Alte und das Neue nebeneinander; alles gärt und 
brodeli; die alten Ordnungen lösen sich auf, die neuen sind noch nicht gefunden. Der 
Fleiß, die Arbeitsamkeit sind außerordentlich gestiegen, aber auch der Erwerbstrieb, die 
Hastigkeit, die Habsucht, die Genußsucht, die Neigung den Konkurrenten zu vernichten, 
die Frivolität, das eynische, materialistische Leben in den Tag hinein. Vornehme Ge— 
sinnung, religiöser Sinn, feines Empfinden ist bei den führenden wirtschaftlichen Kreisen 
nicht im Fortschritt. Das innere Glück ist weder bei den Reichen durch ihren maßlosen 
Genuß, noch bei dem Mittelstande und den Armen, die jenen ihren Luxus neiden, ent— 
sprechend gestiegen. Ein großer Techniker selbst konnte vor einigen Jahren unsere über— 
stolze Zeit mit den nicht unwahren Worten charakterisieren: „Genußmenschen ohne Liebe 
und Fachmenschen ohne Geist, dies Nichts bildet sich ein, auf einer in der Geschichte 
unerreichten Höhe der Menschheit zu stehen!“ 
Immer ist ihm zu erwidern: alles wahre menschliche Glück liegt in dem Gleich— 
gewicht zwischen den Trieben und den Idealen, zwischen den Hoffnungen und der prak— 
tischen Möglichkeit der Befriedigung. Eine gärende Zeit materiellen Aufschwunges, 
gestiegenen Luxus', zunehmender Beduͤrfnisse, welche das Lebensideal bescheidener Genüg— 
samkeit und innerlicher Durchbildung hinter das thatkräftiger Selbstbehauptung zurück— 
gestellt hat, muß eine geringere Zahl glücklicher und harmonischer Menschen haben. 
Äber es wird nicht ausschließen, daß eine künftige bexuhigtere Zeit auf Grund der 
technischen Fortschritte doch mehr jubjektives Glücksgefühl erzeugen wird. Und in Bezug 
auf die Gesellschaft möchte ich sagen: sie baue sich mit der neuen Technik ein neues, 
unendlich besseres Wohnhaus, habe aber die neuen sittlichen Lebensordnungen für die 
richtige Benutzung desselben noch nicht gefunden; das sei die große Aufgabe der 
Gegenwart. Und, möchte ich beifügen: wir müssen heute neben den technischen Bau⸗ 
meistern den Männern danken und ihnen folgen, die uns lehren, den technischen Fort— 
schritt richtig im sittlichen Geiste, im Gesamtinteresse aller zu nützen! 
86. Schlußergebnisse. Liegt in der vorstehenden Würdigung des Maschinen— 
zeitalters schon gewissermaßen eine solche der technischen Entwickelung im ganzen, so sind 
doch noch einige ergänzende Schlußworte über das Verhältnis von Technik und Volks— 
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre. J. 4.-6. Aufl. 18
	        

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