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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Vorzüge der Erhaltung der Familienwirtschaft. Die Frauenfrage. 253 
Institutionen kommen; gefund bleibt der sociale Körper nur, wenn die Kraft und Selb— 
ständigkeit der Familie nach innen ebenso wächst, wie die Ausbildung der anderen Organe 
in ihrer Art gelingt. — 
Das schiefe Ideal der Gleichheit von Mann und Frau vergißt, daß alle höhere 
Kultur größere Differenzierung und größere Abhängigkeit der differenzierten Teile von 
einander, bessere Verbindung der verschiedenen unter einander bedeutet, vergißt den 
Nachweis, wie es zu machen, daß das Kindergebären und das Waffentragen auch ab— 
wechselnd von Mann und Frau zu übernehmen sei. Die Forderung, daß man heute 
die Frau zum Lehrberufe, zum Heilberufe und sonst noch manchem zulaffe, ist ganz 
richtig, aber ihre Erfüllung wird segensreicher wirken, wenn die Sitte, vielleicht auch 
das Recht dafür an bestimmten Stellen die Männer ausschließt; denn bloß in die Arena 
der atemlosen Männerkonkurrenz noch Tausende von Weibern einführen und sie unter 
der Hetzpeitsche des Wettbewerbes um die Erwerbsstellen kämpfen lassen, heißt nur den 
Lohn erniedrigen oder die Bevölkerung proletarisch vermehren. Die Kinder- und Frauen⸗ 
arbeit unserer Tage ist nicht ein Beweis, daß unsere Technik, unser Familienleben, 
unsere Produktion diese Kräfte hier am besten verwenden, daß Ähnliches durch alle 
Schichten der Gesellschaft hindurch zu geschehen habe, sondern zeigt nur, daß man sich 
in der Zeit des Überganges zur Hausindustrie, zur Manufaktur- und Großindustrie, 
zumal in den Gegenden dichter Bevölkerung, über die Tragweite der beginnenden 
industriellen Frauen- und Kinderarbeit nicht klar war. Sind nicht die Bergdistrikte, in 
denen man nie Frauen zur Bergarbeit zuließ, die glücklichsten? Man könnte behaupten, 
es wäre ein großes Gluͤck gewesen, wenn die Regel, daß die Frau ins Haus und nicht 
in die Produktion für den Weltmarkt gehöre, aus der Zunft in die moderne Zeit her— 
über sich hätte erhalten lassen: die Bebölkerung wäre langsamer gewachsen, furchtbares 
Elend wäre erspart geblieben. Und heute handelt es sich darum, wenigstens so weit 
wie möglich und nach und nach wieder die verheiratete Frau und das Kind aus der 
Mehrzahl der großen Industrien zu verdrängen und für die unverheirateten Mädchen, 
die eines Erwerbes bedürfen, eine bestimmte Zahl von Gebieten au öffnen, für die sie 
besser als die Männer passen. 
Alle Frauen bedürfen einer besseren Erziehung als heute; möglichst viele mögen 
so weit gebracht werden, daß sie eine Reihe von Jahren oder dauernd auf sich selbst 
stehen können; alle aber müssen in erster Linie so erzogen werden, daß sie gute Mütter 
und Hausfrauen werden; denn jede Frau, die das nicht wird, hat ihren eigentlichen 
Beruf, den, in dem sie das Höchste, das Vollendetste, das Segensreichste leistet, verfehlt 
und jede Frau, die eine schlechte Mutter und Hausfrau wird, schädigt sittlich und wirt— 
schaftlich die Ration viel mehr als sie ihr nüht, wenn sie die trefflichste Aratin, Buch— 
iührerin, Geschäftsfrau oder sonst was wird. J 
Nicht in der Vernichtung, sondern in dem richtigen Wiederaufbau der Familien⸗ 
wohnung und der Familienwirtschaft liegt die Zukunft der Völker und die. wahre 
Emancipation des Weibes. Man beobachte, was heute eine tüchtige Hausfrau des 
Mittelstandes durch vollendete hauswirtschaftliche und hygienische Thätigkeit, durch 
Kindererziehung, durch Kenntnis und Benutzung der hauswirtschaftlichen Maschinen 
leisten kann; man übersehe nicht, wie einseitig die großen naturwisfenschaftlichen und 
technischen Fortschritte sich bisher in den Dienst der Großindustrie gestellt haben, welche 
segenspendende Vervollkommnung noch möglich ist, wenn sie nun auch in den Dienst 
des Hauses treten. Nur die rohe, barbarische Hauswirtin der unteren Klassen kann 
sagen, sie habe heute nichts mehr im Hause zu thun; vollends bei gesunder Wohnweise, 
wenn zu jeder Wohnung ein Gärtchen gehört, ist die Hausfrau, ja sie mit ihren halb— 
erwachsenen Kindern, auch heute voll beschäftigt und wird es künftig noch mehr sein, 
trotz aller sie unterstützenden Schulen, Kaufläden und Gewerbe, trotzdem daß sie in 
steigendem Maße fertige Produkte, ja fertiges Essen einkauft. Und neben ihrer Haus— 
wirtschaft soll sie Zeit für Lektüre, Bildung, Musik, gemeinnützige und Vereinsthätigkeit 
haben, gerade auch bis in die untersten Klassen hinein. Ohne das giebt es keine sociale 
Rettung und Heilung! —
	        

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