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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Schrift und ihre gesellschaftliche Wirkung. 
13 
7. Die Verbreitung und Vervielfältigung der Schrift bedeutet 
eines der wichtigsten und tiefgreifendsten Mittel, das gesellschaftliche Dasein auf höhere 
Stusen zu erheben. 
Während die Schrift zuerst ein Geheimnis der Priester und der Herrscher darstellt 
und ihr einflußreichstes geiftiges Machtmittel bildet, gewinnt schon das Bürgertum in 
ben Staaten des Orients keil daran. Es wird üblich, daß die Eltern und die Haus— 
lehrer der Vornehmen den Kindern Unterricht im Lesen und Schreiben erteilen. Und 
bald sehen wir besondere Anstalten entstehen, welche den Unterricht systematisch an viele 
erteilen. So hatten die Israeliten Knabenschulen, um die Kenntnis der heiligen Sprache 
und die Kunde des Gesetzes zu erhalten, die Athener hatten neben ihren Redner- und 
Philosophen- einfache Knabenschulen; ein Gesetz, das auf Solon zurückgeführt wurde, 
gestattete dem Sohne, den Vater zu belangen, der ihn nicht gehörig hatte unterrichten 
'assen. Das ältere Mittelalter kam über die Kirchen- und Klofterschulen für eine kleine 
Minderheit nicht hinaus; erst vom 18. und 14. Jahrhundert an kamen dazu die 
deutschen und lateinischen Stadtschulen. Die Reformalion erfaßte den Gedanken des 
allgemeinen Volksunterrichts, aber bis in unsere Tage scheiterte er an der Schwierigkeit 
der Kosten und der Schuleinrichtungen. Erst die preußischen Edikte von 1717 und 
1736 sprachen den staatlichen Schulzwang aus; die Gebildeten zweifelten noch das ganze 
18. Jahrhundert, ob den unteren Klassen dadurch nicht mehr geschadet als genützt 
werde, ob'die Mädchen dadurch nicht liederlich würeen. Das 19. Jahrhundert endlich 
—AV—— gemacht, die Analphabeten in den meisten Kultur— 
staaten fast ganz beseitigt. Und über der Volksschule steht heute, seit lange vor— 
Hereitet, ein geschlossenes System der mittleren und höheren Schulen, das nun zusammen 
nit jener einen der wichtigsten Zweige nationaler Organisation und Verwaltung in 
sedem Staate darstellt. Für die Geschichte der socialen Schichtung der Völker ist es 
ines der wichtigsten Momente, wie die einzelnen Stände und Klassen zu jeder Zeit 
mit Schulen ausgestattet waren, an dem Schrifttum teilnahmen oder von ihm aus⸗ 
geschlossen waren. J 
Die ältesten Schriften- und Büchersammlungen gehen auf Agypten und Assyrien 
zurück. In Griechenland hatten die großen Philosophen solche; später war die Bibliothek 
n Alexandrien betühmt. Die ersten öffentlichen Bibliotheken in Rom gründeten Afinius 
Pollio und Augustus. Die Aufgabe ging in christlicher Zeit auf die Klöster, in neuerer 
auf die Fürsten über. Umsangreiche, und zahlreiche Stadt, und Schulbibliotheken hat 
erst das 19. Jahrhundert gesehen, wie es auch erst die großen Bibliotheken der Haupt— 
tädte und Universitäten auf den Rang der Alexandrinischen wieder drhob, den unteren 
dlassen durch die Volksbibliotheken die entsprechende geistige Nahrung zuführte. 
In Italien war zur Kaiserzeit die Kunst des Lesens und Schreibens wenigstens 
in den Großstädten sehr verbreitet: es gab ein billiges und bequemes Material, die 
zubereiteten Blätter einer Pflanze, eine große Klasse von Lohn- und Sklavenschreibern, 
die von Unternehmern beschäftigt waren, einen ausgebildeten Buchhandel. In den 
Schreibstuben der Unternehmer wurden Bücher abgeschrieben, Urkunden ausgefertigt, 
Briefse diktiert. Rom erhielt sich stets als Büchermarkt. Aber im übrigen beschränkte 
ich nach der Völkerwanderung die Schriftkunde während eines Jahrtausends auf die 
Kleriker, die eben damit die geistige Herrschaft von Staat und Gesellschaft in Händen 
hatten. Erst mit dem Aufkommen der Städte und des Bürgertums vom 13. Jahr⸗ 
hundert an entsteht wieder ein weltliches Schrifttum mit Lohnschreibern, Handschriften⸗ 
Jjandel und Vervielfältigung. Die chinefische Erfindung der Papierverfertigung aus 
Baumwolle verbreitete ich seit den Kreuzzügen von den Arabern her nach Europa. 
Die deutschen Papiermühlen entstehen von 1347 -1500. Mit dem steigenden Verkauf 
der Bücher und Flugblätter auf den Messen sann man auf mechanische Mittel der Ver— 
ielfältigung, schnitt erst die gangbarsten Schriften auf Holzplatten; Guttenberg erfand 
1440 die dinzeinen Holzlettern und damit die Buchdruckerei. Ein lesendes Publikum 
ind billiges Papier kam der großen Erfindung entgegen. Die Buchdruckerei wird der 
große Hebel einer neuen Epoche des geistigen Lebens, einer vertausendfachten Wirkung
	        

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