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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die geographische Arbeitsteilung. 
355 
hrer Handelsplätze und Ackerbaudistrikte; die intensivste Arbeitsteilung setzt stets staat— 
liche Zusammengehbrigkeit voraus, wie umgekehrt jede staatliche Zusammengehörigkeit 
mit der Zeit darauf hinarbeitet, daß die politisch verbundenen Teile auch durch eine 
erhebliche wirtschaftliche Arbeitsteilung verknüpft werden. Alle moderne nationale 
Wirtschafts- und Schutzzollpolitik beruht darauf. Daneben aber greift dieselbe Tendenz 
der lokalen Arbeitsteilung doch notwendig über die einzelnen Staaten hinaus; erst 
befreundete und benachbarte, später alle eivilisierten Länder kommen mit einander in 
Verkehr auf Grund völkerrechtlicher Abmachungen und handelspolitischer Verträge 
(vergl. S. 286—-287). Aus der interlokalen wird die internationale Arbeitsteilung; 
aus den Nationalwirtschaften hat sich neuerdings die Weltwirtschaft entwickelt, die ihr 
Ideal im allgemeinen Weltfrieden und im Siege des Freihandels hat. Die beiden 
Tendenzen der nationalen und der internationalen Arbeitsteilung gehen gleichberechtigt 
nebeneinander her; so oft sie sich auch bekämpfen, müssen sie immer wieder die den realen 
Verhältnissen angepaßten Kompromisse schließen. 
Für Deutschland sehen wir hauptsächlich seit dem 15. Jahrhundert die interlokale 
Teilung zwischen verschiedenen Städten und Gegenden eintreten. Die früher allerwärts 
blühende Tuchindustrie konzentriert sich auf bestimmte Orte, an den anderen geht sie 
zurück. Zur selben Zeit fängt die Ulmer und Augsburger Barchentweberei, die Nürn— 
berger Metallindustrie, die Solinger Klingenindustrie, die Baseler Papierindustrie an, 
mehr für andere Städte als für den lokalen Markt zu arbeiten, wie es schon früher 
die flandrische und niederrheinische Tuchindustrie gethan. Die Messen, auf denen diese 
interlokale Ärbeitsteilung ihre Produkte tauscht, werden für Deutschland von 1500 bis 
1800 so wichtig wie früher die lokalen Wochen- und Jahrmärkte. Für viele Orte 
bedeutete dieser Umbildungsprozeß einen unwiederbringlichen Verlust; zahlreiche kleine 
Städte sind von da an zurückgegangen; Klagen daruber treffen wir daher auch in 
Deutschland wie in England seit dem 16. Jahrhundert. Die ältere gewerbliche Universalität 
jeder Stadt war für immer verloren, wo und insoweit diese interlokale Arbeitsteilung 
siegte. Roschers Untersuchungen über den Standort der einzelnen Industriezweige ent⸗ 
halten im wesentlichen den Nachweis, daß in älterer Zeit die meisten Gewerbe nur an 
dem Orte des Absatzes gediehen, später an entfernteren Orten mit bestimmten Produktions⸗ 
vorteilen. Seine zahlreichen Beispiele enthalten hauptfächlich Beweise der Verschiebung 
der Standorte innerhalb desselben Landes. 
Heute stellt jedes größere Land ein um so ausgebildeteres System räumlicher 
Arbeitsteilung dar, je ausgebauter sein Verkehrswesen, je abschließender seine Handels— 
politik ist. In der Haupistadt konzentriert sich heute mehr als früher die Central⸗ 
regierung, die Kunst, die Litteratur, die großen Kreditgeschäfte; in den großen Hafen⸗ 
platzen konzentriert sich mehr als früher alle Aus- und Einfuhr, schon weil sie allein 
die besten Docks, Lagerhäufer und Freihafeneinrichtungen haben, weil hieher die fremden 
Besteller am meisten kommen. Aus Hunderten von kleineren Getreide- und Viehhandels— 
plätzen werden einige wenige gut gelegene große, wie in Deutschland Danzig, Berlin 
und Mannheim. Während früher jede Stadt Wall und Graben hatte, übernehmen jetzt 
wenige große Festungen den Schutz des ganzen Staates. Wie die Landes- und Reichs— 
hauptstadt, so wachsen die Provinzialhauptstädte durch die Konzentration der Provinzial⸗ 
verwaltung, durch die provinziellen Anstalten, Sammlungen und Schulen. An einer 
Stelle werden die Irren oder Kranken bestimmter Art für eine Provinz oder einen 
Bezirk verpflegt, die früher zerstreut waren. Die einzelnen Städte bilden sich mehr 
ind mehr zu ftädtischen Specialitäten aus (vergl. S. 273). In wenigen Punkten oder 
Gegenden konzentrieren sich die großen Industrien des Maschinenbaues, der Spinnerei, 
der Weberei, der Gerberei, der Eisenverhüttung, der Zuckerindustrie für den ganzen 
Staat. Hier sind Fachschulen, Techniker, Maschinenbau, Arbeiterbevölkerung darauf ein⸗ 
zerichtet, Verkehr und Kreditorganisation paßt sich den speciellen Bedürfnissen an. Den 
Änstoß hiezu haben die verschiedenartigsten Ursachen gegeben: Gunst der Natur, Ein—⸗ 
wanderung von Gewerbsleuten, ältere verwandte Industrien, besondere Pflege; meist 
reichen die Keime Jahrhunderte zurück: aber während an anderen Orten die ähnlichen 
28 *
	        

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