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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Berufsstatistik. Agrar⸗ und Industriestaat. 359 
100 Einwohnern überhaupt sind nach einer Berechnung von Jannasch eigentliche gewerblich 
Thätige (1870 —80) in Ungarn 4, in Frankreich und Hsterreich 11 —12, in Deutschland 
145, in der Schweiz und Belgien 18—–19, in England 22. 
Die Zahl der gewerblichen Bevölkerung ist also heute eine geringe, wo sie 11918 0/0 
umfaßt, eine mittlere, wo es sich um 19-386 handelt, eine starke, wo sie bis 5700 an— 
fteigt. Deutschland erreicht Belgien und die Schweiz noch nicht, England entfernt nicht. 
Die Personen, welche dem Handel und Verkehr ihre Thätigkeit widmen, machen 
nebst ihren Angehbrigen in den großen europäischen Ländern der Gegenwart wohl 
nirgends unter S—5/0 und über 11213“0 aus; in Berlin freilich 22, in Hamburg 31; 
sie sind aber als Städte nicht mit größeren Gebieten vergleichbar. Zur Illustration 
mag beigefügt werden, daß in Frankfurt a. M. 1440 die Gewerbe 58, Handel und 
Verkehr 13, im Jahre 1882 erstere 88, letztere 312320/0 der selbständigen Erwerbs— 
thätigen beanspruchten. Nach der deutschen Berufszählung von 1882, welche Eisenbahnen 
und Posten nicht mit umfsaßt, haben fast alle Provinzen und Länder über 7—80/0, 
Heffen⸗Nassau, Rheinprovinz, Schleswig-Holstein, Sachsen, Braunschweig stiegen über 1000. 
Die liberalen Berufe schwanken, soweit wir Nachrichten haben, zwischen 2 und 8, 
in der deutschen Berufszählung zwischen 8 und 80/0; in den großen Städten machen 
sie 11—120/0 aus. Für genauere Vergleiche bestimmter Teile fehlen meist die Zusammen⸗ 
stellungen, so lehrreich sie wären; Bodio hat einige geliefert, die uns z. B. zeigen, daß 
in den'Vereinigien Staaten dreimal soviel Advokaten sind als in England, in Italien 
zwei⸗ bis dreimal soviel Geistliche als in Deutschland. 
Es geht in diesem Punkte wie oft mit der Statistik; gerade wo sie uns die lehr— 
reichsten Ausblicke eröffnen sollte, verläßt uns das Instrument, weil es noch zu roh, zu 
wenig entwickelt, und weil auch das von ihr gelieferte Rohmaterial zu wenig bearbeitet 
ist. “ Wir müssen uns hier mit diesen wenigen Zahlen und Andeutungen begnügen, 
die nur den Zweck haben, einen summarischen Einblick in die Gesamtresultate der 
heutigen Berufs- und Arbeitsteilung zu geben. 
1211 Die Ursachen und Bedingungen der Arbeitsteilung haben 
wir schon in der Einleitung andeutungsweise berührt, wir haben jetzt auf Grund des 
vorgeführten Thatsachenmaterials zu versuchen, sie präcis und möglichst erschöpfend zu 
formulieren. 
Die Arbeitsteilung entspringt der feineren und specialifierten Ausbildung aller 
menschlichen Thätigkeit; es entstehen Einzelaufgaben, denen nicht jeder gleich gewachsen 
ist, die gut nur der bemeistern kann, der hiezu besondere körperliche und geistige Fähig— 
keilen hat, der hiezu angelernt ist, dieser Ausgabe sein Leben widmet. 
Wie der einzelne Mensch aus seiner Thätigkeit ein zusammenhängendes, durch— 
dachtes System macht und so rationeller, arbeitsparender seine Bedürfnisse befriedigt, so 
kommt die Gesellschaft durch rationelle Specialisierung der Thätigkeit ihrer Glieder, durch 
Zuweisung der geteilten Arbeit an die hiefür Passenden zu immer größeren Erfolgen. 
Die Arbeitsteilung fetzt, wie wir von Anfang an erwähnt, eine sociale Gemeinschaft 
voraus: wir fügen jet bei: sie setzt eine Berührung und Verständigung der zur An⸗ 
passung an specialisierte Arbeit und zur Organisation fähigen Personen voraus. Wie 
fie möglich ist in der patriarchalischen Hauswirtschast, so gelingt fie zwischen Stadt 
und Land, zwischen zwei Welten, die häufigen Dampsschiffahrtsverkehr haben. Eine 
immer dichtere Bevölkerung, größere Gemeinwesen und Staaten, höhere Staatengemein— 
schaft wird ihr günstig sein, ebenso wie alle Verbesserung der Verkehrsmittel. Sie wird 
auch unter diesen Voraussetzungen nur gelingen, wenn eine kluge, zum Fortschritt 
geneigte Bevölkerung sie benuͤtzt, wenn nicht starre Sitten und Rechtsinstitutionen, wie 
da und dort das Kasten- und Zunftwesen, die Anderung hindern. Aber es müssen 
außerdem noch gewisse Bedingungen erfüllt sein, um sie möglich zu machen: die 
specialisierte Funktion muß in der Regel dauernd, gleichmäßig ausgeführt werden können, 
die Teiloperationen müssen zeitlich zugleich verrichtet werden, die Zusammenwirkenden 
müssen örtlich und geschäftlich richtig nebcneinander gestellt, in Verbindung gebracht 
werden können. Es muß ein gewisses Verständnis fuͤr die erwachsende Ersparnis an
	        

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