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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

549)] Die neueren Doppelwährungstheorien. 91 
Wert, indem er es zu Geld mache“ (Arendt). In der praktischen Argumentation verwiesen 
sie vor allem darauf, daß die Goldproduktion von 1860 -85 zurückgegangen sei; sie 
zlaubten an die düsteren Prophezeihungen von Süß, daß sie bald ganz aufhören werde. 
Von 1883 —-1899 trat nun freilich wieder eine Steigerung der Goldproduktion aufs 
dreifache ein, und diese verstärkte Produktion wird nach der Ansicht der Sachverständigen 
für die nächsten 20—40 Jahre sicher vorhalten. 
Angenommen nun, das Ziel der Bimetallisten sei zunächst erreicht, ein Doppel— 
währungsbund zwischen Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutsch— 
land, vielleicht auch einiger anderer kleiner Staaten geschlossen, so würde doch sicher 
die ganze übrige Welt, es würden die Papier- und Silberländer nicht beitreten; der 
Anschluß Indiens und Chinas könnte gar nicht erwünscht sein, weil sie wahrscheinlich 
bei ihrer günstigen Zahlungsbilanz dann rasch das europäische Gold anstatt des Silbers 
an sich zögen. Nehmen wir an, es sei zunächst gelungen, die Wertrelation von Gold 
und Silber bei 16—20 oder auch bei 30 zur vorläufigen Ruhe zu bringen, die kleinen 
Oseillationen, wie sie 1830 —585 Frankreich sein Silber, 1380 — 1660 Deutschland sein 
Gold raubten, würden doch rasch wieder kommen. Nun sagen die Bimetallisten, das 
kann den europäischen Staaten, welche die Gläubiger der Silberländer sind, nicht viel 
schaden; sie haben die Bilanz für sich, also wird man ihnen ihr Gold nicht leicht ent— 
ziehen können. Aber Rußland, Indien und andere Getreideerportstaaten haben oft eine 
sehr günstige Zahlungsbilanz. Sie würden aller Wahrscheinlichkeit nach die Gelegen— 
heit eines Goldagios in den Bundesstaaten über kurz oder lang benutzen, um dem 
Bunde sein Gold zu rauben. In diesem Augenblicke würden die größten und reichsten 
Blieder der Vereinigung sicher ihr untreu werden; um ihr Gold zu retten, würden sie die 
Silberprägung sistieren oder eine andere Relation statuieren. Thäten sie es nicht, so 
bekämen sie die nun überwiegende Silberwährung und damit ein unvollkommenes Geld⸗ 
wesen. Sie gäben sonst in dem Kampf um den wirtschaftlichen Vorrang freiwillig 
eines der besten Machtmittel aus der Hand. Jeder englische Kaufmann weiß, was es 
F ist, daß in der ganzen Welt der englische goldene Sovereign als das beste 
eld gilt. 
Es ist aber gar nicht zu erwarten, daß es zu dem Bunde kommt; es ist nicht 
denkbar, daß die Wiederherstellung des Silberwertes von 1: 15,5 und daß die Stabili— 
sierung irgend welcher wesentlich erhöhten Relation auf Jahre hinaus gelinge. Um 
Derartiges zu erreichen, wäre eine Einschränkung der Silberprodüktion auf die Hälfte 
»der auf ein Viertel der Gegenwart nötig, wie sie einst 1836—75 bestand. Die Ver—⸗ 
taatlichung aller Silberbergwerke der Welt und ein Völkerbund oder ein Kartell aller 
Bergwerke, welche die Erzeugung von Silber einschränkend regulierte, ist undenkbar, 
ichon weil Silber meist ein Nebenprodukt der Blei- und Kupfergruben ist, weil die 
Silberproduktion teilweise in Ländern ohne starke zuverlässige Regierung stattfindet, und 
eine Kontrolle dieser Einschränkung nicht denkbar ist. Eine Hebung des Silberpreises 
auf sein altes Niveau würde statt der Einschränkung der Silberproduktion eine starke 
Vermehrung von 4885 auf 7—8 Mill. Kilogramm jährlich und damit einen neuen 
Silbersturz erzeugen. Nur der niedrige jetzige Silberpreis kann es dahin bringen, daß 
der Silberkonsum für Gerätschaften und der Silberexport nach den halbcivilisierten 
Staaten so wächst, daß der heutige Silberüberschuß absorbiert wird. 
Der Glaube, daß mit der Doppelwährung einiger Kulturstaaten die Silber— 
aachfrage so steige, um die heutige Silberproduktion zum alten Preis oder auch zu 
ꝛinem ermäßigten aufzunehmen, vergißt, daß von den 42-483 1493 -1895 erzeugten 
Milliarden Mark Silber nach Annahme Klüpfels nur 9 Milliarden als Münze in den 
Kulturländern eirkulieren, daß auch Soetbeer nur !/s bisls der Gesamtproduktion von 
Gold und Silber als vermünzt voraussetzt. Andere Schätzungen gehen allerdings bis 
zur Hälfte. Aber jedenfalls bildet für alles Edelmetall die Rachfrage für Muünzzwecke 
aur einen Faktor, teilweise nicht einmal den wichtigsten des Wertes; und für die Grenze 
eines sinkenden Wertes sind die Zwecke bestimmend, die sich als die unwichtigeren dar— 
stellen, der Grenzwert. Eine verstärkte Vermünzung von Silber, wie sie 3. B. in den
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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