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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

304 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes n. der Einkommensverteilung. [762 
verkürzt. Das konstante Kapital, d. h. die toten Produktionsmittel, die keinen Wert 
an sich erzeugen (nur Arbeit kann das ja), wächst auf Kosten des variabeln, d. h. des 
sür Arbeitskräfte ausgegebenen; es werden mit jedem technischen Fortschritt Arbeiter 
brotlos; es entsteht die Reservearmee der Unbeschäftigten, welche in den cyklisch wieder— 
kehrenden Krisen sich stetig vermehrt und immer härter auf den Lohn drückt. Das ist 
das Populationsgesetz der kapitalistischen Epoche, während daneben Marx die Möglich— 
keit einer Ubervölkerung im Verhältnisse zu den Subsistenzmitteln leugnet, ja behauptet, 
die englische Bevölkerung würde bei rationeller Beschränkung des Arbeitstages für den 
Bedarf gar nicht ausreichen. Zugleich behauptet Marx, daß die Maschine den gelernten 
Arbeiter verdränge, den ungelernten Proletarier zum allgemeinen Typus des modernen 
Arbeiters gemacht habe; die Herabdrückung der Kenntnisse und der Geschicklichkeit gehe 
jo Hand in Hand mit dem Siege der kapitalistischen Produktion; die allgemeine Ver— 
elendung der Masse des Volkes sei das unbestreitbare Ergebnis. 
Marx ist beherrscht von den Eindrücken und Enqueten der englischen Textil— 
industrie in ihrer social traurigsten Zeit, er leugnet nicht, daß später die Fabrikgefetz— 
gebung die physische und moralische Wiedergeburt des englischen Fabrikarbeiters herbei— 
geführt habe, daß die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches 
Element enthalte. Aber er konnte, alt geworden, nach 1867 von seiner Theorie des 
Mehrwertes und der Verelendung doch nicht mehr loskommen. In seinen Anklagen 
gegen die Maschinen ist ein großes Element der Wahrheit, das wir (18 885 S. 228) 
gewürdigt haben; die Wirkungen der Krisen übertreibt er, aber sie sind ein schwer 
auf den Arbeiterstand drückender Übelstand. Der eigentliche Wahn von Marx ist seine 
Mehrwerttheorie; wir haben oben (II, S. 113—-118) in der Wertlehre schon erörtert, 
daß und wo in der Wirklichkeit ungerecht angeeignete Mehrwerte, d. h. ungerechte 
partielle Nichtbezahlung von Waren und Leistungen vorkommen. Marx ignoriert alle 
übrigen derartigen Fälle, sieht nur den einen und führt ihn auf eine angeblich 
phyfiologisch-technische Ursache (daß nur die Arbeitskraft Wert erzeuge) zurück. Das 
ist nicht bloß eine unbewiesene Behauptung, sondern eine gänzliche Verkennung der 
wahren Ursachen der Wertbildung überhaupt und der Mißstände, unter denen die 
Arbeiter leiden. Wo hochbezahlte Waren große Gewinne schaffen, ist meist nicht in 
erster Linie der Arbeiter, sondern der Unternehmer die Ursache. Und wo der Arbeiter 
weniger für seine Arbeitskraft erhält, als ihm nach zeitgemäßen Gerechtigkeits— 
vorstellungen gebührt, als ihm nach Lage des Marktes gezahlt werden könnte, sind 
wucherische Verhältnisse, unvollkommene Institutionen meist ebenso sehr schuld wie ein 
UÜberangebot von Arbeitskräften. Die eine wie die andere Ursache der Aneignung von 
Mehrwert kann aber durch Sitte und Recht bejeitigt beziehungsweise eingeschränkt 
werden; das ahnt Marrx ja auch, wie seine Bemerkungen über die Wirkung des Zunft— 
rechtes, sein Ausspruch über die Fabrikgesetzgebung und seine Hoffnung auf die politische 
Macht der Arbeiterschaft zeigt. Aber diese Gedankenreihen werden stets wieder zurück— 
gedrängt und verdunkelt durch die schiefe Tendenz, eine sociale Geschichtsentwickelung 
zu konstruieren, in welcher Technik und materielle Ursachen alles, die Menschen nichts 
bewirken. 
Die Theorie von Marx wie die aller älteren Lohntheoretiker bis ans letzte Viertel 
des 19. Jahrhunderts enthalten Teilwahrheiten auf Grund partieller Thatsachen— 
beobachtungen. Es sind schiefe oder falsche Verallgemeinerungen daraus. Erst von 
1860—1900 konnte sich auf Grund des Kampfes zwischen den bürgerlichen und 
ocialistischen Theorien, auf Grund einer viel breiteren historischen und statistischen 
Beobachtung, in Zusammenhang mit der richtigen Würdigung der Gewerkvereine, der 
Fabrikgesetze und anderer focialer Institutionen in immer weiteren wissenschaftlichen 
Kreisen eine richtigere Beurteilung der Lohnbewegung bilden. Die Arbeiten Thorntons 
in England, Brentanos inDeutschland, F. A. Walkers in den Vereinigten 
Staaten haben dabei die Führung gehabt. Wir versuchen nun, kurz darzulegen, was 
r hemaß dem heutigen Stande der Wissenschaft über die Ursachen der Lohnhöhe 
'agen kann.
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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