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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

491] Der ältere Hausier- und ansässige stehende Handel. 33 
geschaffen, welche durch internationale Geschäfts— und Marktkenntnis und großes Kapital 
anfingen, die Fürsten in ihrer Politik, die Märkte, die großen Compagnien, wie 
—DDDDODD großen Reeder und 
Händler der Seestädte mit Rohftoffen und Manufakten, die Getreide-, die Kohlen-, die 
Seiden-⸗, Baumwollgewebe- und Tuchhändler u. s. w. auf. War die Getreideansammlung, 
Vorratshaltung und Verteilung in Notzeiten, die Beherrschung der Getreidepreise n 
älteren Epochen mannigfach Sache der Regierungen, der städtischen Magazin⸗, der 
fiskalischen Annonarverwaltungen gewesen, mehr und mehr, besonders seit 1770 1880, 
überließ man Derartiges dem privaten Großhandel. Die Händler mit Eisenwaren, die 
Buchhändler und andere große Kaufleute kamen hinzu. Die Mäkler als lokale Ver— 
mittler des Großhandels waren aus ursprünglichen Wirten und Fremdenführern zu 
konzessionierten, kontrollierten halbamtlichen Vertrauenspersonen des Marktes, der 
Regierung und der Händler geworden, denen jedes eigene Geschäft untersagt war. 
Ihnen, wie allen am Geschäftsleben Beteiligten war durch korporatibe Verfassung, durch 
Sitte, Statuten und Rechtssatzung ein fester Rahmen der Thätigkeit, bestimmte Gewinn. 
chancen vorgeschrieben. Dem Handwerker war der Handel, dem Kaufmann, meist auch 
dem Verleger, die Thätigkeit des Heimarbeiters und alle gewerbliche Produktion ver 
boten; dem Bewohner des platten Landes, dem Haufierhändler wie deim Fremden standen 
Hinderniffe aller Art im Wege. Und setzte der Groß- und Kredithändler fich da und 
dort über die alten Schranken hinweg, verlangten von Peter de la Court, dem holländischen 
Großhändler des 17. Jahrhunderts, bis zu A. Smith viele Stimmen ihre Beseitigung, 
sie bestanden doch in weitem Umfang bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts. 
Noch existierten bis in die Zeil der Eisenbahnen große Gebiete der Volkswirtschaft, 
die der Hündler gar nicht berührte: die Eigenwirtschaft der Familie, besonders auf 
dem Lande, umfaßte noch 80 —80 Prozent aller Produktion, der alte Verkehr zwischen 
Stadt und Land lebte noch 1880—2 70 meist ohne Zwischenhändler. Soweit die große 
Masse des übrigen Volkes, soweit der Landmann, der staädtische Mittelstand, der Beamte, 
der Soldat, der Arbeiter der Händler bedurfte, stand er ihnen gewiß meift kenntnislos 
gegenüber. Das Händlertum hatte zwischen Konsument und Produzent eine meist 
sichere, ost monopolartige Stellung ; der Handel ging lange Zeiten seine gleichmäßigen 
Bahnen. Der Gewinn war ein im ganzen stetiger; er war im Kleinhandel und auch 
sonst vielsach ein mäßiger, aber doch auskömmlicher, im Großhandel meist ein erheblicher, 
ja sehr bedeutender; überall jedenfalls bewegte er sich, wie das ganze kaufmännische 
Gebaren, in den hergebrachten Bahnen von Sitte, Gewohnheit und Recht; die Markt— 
einrichtungen beherrschten und regulierten die Gewinnmöglichkeiten, legitimterten in den 
Augen des Publikums den kaufmännischen Erwerb, mochte er klein vder groß sein. 
Diese hergebrachte Ordnung des Groß- und Kleinhandels seit vielen Generationen 
hatte meist einen Zuftand geschaffen, wie ihn Fuchs und Elliffon von den sfämtlichen 
Gliedern des Liverpooler Baumwollhandels aus der Zeit von 1770 — 1860 rühmten: es 
herrschte allgemeines Vertrauen, allgemeine Ehrenhaftigkeit, allgemeine, die einzelnen 
kontrollierende Offentlichkeit, ein gewisser Grad von anständigem Wetteifer, aber keine 
Mißgunst, kein harter Konkurrenzkampf. Etwas spießbürgerliche, korporative Ehrbarkeit 
war die Signatur des europäischen Handels von 1800 I1850. 
Und daher ist auch seine optimistische Verherrlichung in der beginnenden volks— 
wirtschaftlichen Litteratur begreiflich. Die Dichter preisen ihn, wie die Politiker und 
Staatsmänner. Er gleicht Uberfluß und Mangel aus, schafft erst Brauchbarkeit und 
Wert, er erzeugt die höheren Bedürfnisse, bringt die Güter der höheren Kultur. Un— 
zweifelhafte Wahrheiten! die nur die Kehrfeite übersehen, die in seiner Machtstellung, 
in seiner beginnenden Beherrschung der übrigen Klafsen, in seiner teilweise unpvollkommenen 
Organisation, in dem bei ihm viel stärker als bet allen übrigen Klaffen ausgebildeten 
egoistischen Erwerbstrieb schon damals lagen. — 
156. Der Handel und die Handelsorganisation. b) Der heutige 
GBroß-, Klein-⸗ und Wanderhandel, die Handelshülfsgewerbe, der 
Spekulationshandel, das Warenhaus. Die wesentlich andere Form und 
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre. II. 1.-26. Aufl. 9
	        

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