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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

971)] Der sociale Gegensatz zwischen Altertum und Neuzeit. Der Bauernstand. 513 
ein einfaches bis zwei-, dreis, ja achtfaches Wergeld. Die ganz Unfreien, die Liten in 
Sachsen, die Britten in England, die Kelten in Frankreich, die früheren Kolonen in 
Italien haben teilweise eine sehr schlechte, fast fklavische Lage; aber auch wo es recht— 
lose Hörige find, sitzen sie meist doch auf einem Bauerngut. Der größere Teil der 
ursprünglich freien Hufenbauern sinkt vom 7. —12. Jahrhundert in Abhängigkeit herab: 
der König, die Kirche, die Großen werden ihre Grundherren. Ihre Lasien sind teil— 
weise große, ihre Behandlung eine rohe; sie schlagen dafür auch immer mal wieder 
einige Grundherren tot. Im ganzen aber bedeutet ihre Unfreiheit Befreiung von den 
schweren staatlichen Lasten des Heer- und Gerichtsdienstes und sicheren Schutz durch den 
Grundherrn; sie können nun ganz ihrer Wirtschaft leben, Dreifelderwirtschaft und andere 
Fortschritte durchführen. Ihre Abgaben und Dienste sind zu einem guten Teil firxiert; 
wo das der Fall, kommen die steigenden Gewinne lange mehr ihnen als den Grundherren 
zu gute; sie sind meist durch das genossenschaftliche Hofrecht geschützt. So lange die 
innere Kolonisation, in Deutschland die Wanderung nach dem Osten, dauert, sind die 
Menschen begehrter als die Grundstücke, die beginnende Städtebildung mit ihrer Ver— 
leihung persönlicher Freiheit und ihrem Menschenbedarf hindert von 1100 -1400 jeden 
sehr starken Druck auf den Bauern. In Oberitalien, den Niederlanden, Nordfrankreich, 
England ermöglicht auch schon die beginnende Geldwirtschaft einem Teil der Hörigen, 
sich von einzelnen Lasten frei zu kaufen. 
So wird der Bauernstand von 600— 1400 zwar seiner Altfreiheit beraubt, er 
hat die Fortschritte des hohen und niederen Adels und des Klerus nicht mitgemacht; 
er ist teilweise durch diese höheren Stände herabgedrückt, er ist von ihm abhängig. 
Aber er hat sich doch in der zweiten Hälfte dieser 800 Jahre wirtschaftlich und kulturell 
gehoben; die Sklaven und ganz Unfreien sind mit den Hörigen zu der einheitlichen 
Bauernschaft verschmolzen. Wenn diese teilweise keine festen Besitzrechte hat, so findet 
ein großer Teil der Bauern doch Schutz bei der Kirche und der Krone, und durch die 
alte Genossenschaftsverfassung. Wo wie in Skandinavien, Friesland, Ditmarschen, der 
Schweiz noch die volle alte Bauernfreiheit besteht, ist der Bauer noch ganz der alte, 
aufrechte, selbstbewußte Mann, aber Bevölkerung, Kultur, Wohlstand ist hier auch am 
wenigsten gewachsen, die alte rohe Ungeschlachtheit aus der Vorzeit dauert hier fort. 
Sociale Kämpfe um seine Rechtsstellung hat der Bauer wohl da und dort geführt. 
Aber zu kriegerischen ernsten Klassenkämpfen zwischen dem Bauern und seinem Herrn 
ist es doch nur vereinzelt und hauptsächlich da gekommen, wo andere Ursachen des 
Druckes hinzukamen: die Erhebung der Stellinger in Sachsen im 9. Jahrhundert war 
ein Kampf gegen die fränkische Herrschaft und das Christentum; der Kampf der 
Bauern in der Normandie gegen den Adel im 11. Jahrhundert war eine Er— 
hebung gegen hochmütige Fremdherrschaft, die Stedinger Bauernempörung 1207 und 
1230 ein Protest gegen Kirchenherrschaft und kirchliche Mißbräuche, die französische 
Jacquerie 1358 und der englische Bauernaufstand unter Wat Tyler 1381 waren in 
erster Linie blutige Proteste der Bauernschaft gegen Fürsten und Grundherren, welche 
im Zusammenhang mit den französisch-englischen Kriegen die Steuern und Lasten maßlos 
erhöht, die Lage der unteren Klassen unerträglich gemacht hatten. Es waren plötzliche 
Ausbrüche der politischen und kirchlichen Volksleidenschaft, teilweise auch schon gegen 
die Unfreiheit, gegen die harten bäuerlichen Lasten, gegen zu hohe Renten gerichtet, 
aber nicht wie die Bauernerhebungen 1480 — 1530 durch jahrzehntelange sociale Gärung 
vorbereitet. 
Die Thatsache bleibt, daß die europäische Bauernschaft von 600—1400 wohl gewisse 
technisch⸗-wirtschaftliche Fortschritte gemacht hat, aber doch gegenüber den höheren Klassen 
zurückblieb; sie repräsentierte jetzt die alte Zeit, war im Begriff, mit dem Verlust der Freiheit 
den Zusammenhang mit dem Staat zu verlieren, in örtlicher Gebundenheit zu stagnieren. 
Diesem ganzen unteren, drei Viertel oder mehr des Volkes umfassenden Teil ftehen nun 
die königlichen und fürstlichen Häuser, ihre Gefolgschaften, ihr Beamtentum, die Kirche 
und die Geistlichen als die aufsteigenden, den Fortschritt repräsentierenden Klafsen 
gegenüber. Ihre Amtsfunktionen, ihre höhere specialisterte neue Berufsthätigkeit ist die 
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre. II. 1.-26. Auil. 898
	        

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