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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

78 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [536 
1753 (20 Guldenfuß), dem bis 1771 ein großer Teil der Reichsstände beitrat, schon 
einige Besserung und Vereinheitlichung geschafft, die Refultate des 19. Jahrhunderts 
waren ganz andere. In Deutschland schufen die Münzverträge von 1837 und 1888, 
sowie von 1857 wenigstens die volle Beseitigung der übermäßigen Scheidemünzprägung 
der Kleinstaaten und die Einheit des Silberthalers, die Münzgesetze von 1871 und 1878 
endlich die volle Münzeinheit. Das französische Münzsystem von 1803 dehnte sich nach 
und nach über elf europäische und zehn amerikanische Staaten aus; die wichtigsten 
derselben traten 1865 zum lateinischen Münzbund zufammen; viele lassen in der fran— 
zösischen Münze in Paris prägen. Das englische Münzsystem erstreckte sich auf alle 
englischen Kolonien mit Ausnahme Indiens und Canadas. Die fftandinavischen Reiche 
haben sich 1878 zu einer vertragsmäßigen Münzunion zusammengefunden. Die meisten 
Kulturstaaten traten seit 1867 zu wiederholten internationalen, bis jetzt freilich ver— 
geblichen Münzkonferenzen zusammen. Es ist überall dieselbe Tendenz auf Herstellung 
größerer einheitlicher Münzgebiete. Und wenn wir zugeben müssen, daß dabei auch 
die internationalen Verträge eine dankenswerte Rolle gespielt haben, die wichtigsten 
Besserungen und Fortschritte treffen wir doch da, wo die Bildung centraler und maͤchliger 
Staatsgewalten gelang, und diese die Reform in die Hand nahmen. Die Verkoppelung 
des Münzwesens mehrerer Staaten kann große Gefahren bringen, wenn die Verträge 
nicht aufrichtig gehalten werden, wenn der eine Staat zur Papiergeldwirtschaft über— 
geht oder geringere Münze prägt. Deshalb stehen auch die nüchternen Politiker dem 
schönen Ideal eines künftigen, einheitlichen Weligeldes noch recht zweifelnd gegenüber. 
Das Problem des Tages, das der Weltverkehr und die Weltwirtschaft geschaffen hat, 
ist der heute immer klaffender werdende Gegensatz des Geldwesens der verschiedenen 
Staaten: Papiergeld- und Hartgeldländer, Gold- und Silberländer stehen sich so schroff 
gegenüber wie je früher die Gebiete verschiedenen Geldes. Aber man darf nicht hoffen, 
dieses schwierigsten modernen volkswirtschaftlichen Problems Herr zu werden, wenn 
man die Fortschritte preisgiebt, auf denen die Ordnung der Gegenwart beruht: die 
selbständige staatliche Gesetzgebung des nationalen Münzwesens. Sie haben wir zunächst 
ins Auge zu fassen. 
Sie beruht auf der ausgebildeten und anerkannten staatlichen Muünzhoheit, 
d. h. dem Recht des Staates, die gesetzlichen Bestimmungen über das Münzwesen zu erlassen 
und das Münzwesen zu ordnen, die Münzen allein zu prägen (Münzregal) oder unter 
seiner Autorität und Kontrolle prägen zu lassen, sremde Münze zu verbieten, jede un— 
berechtigte Herstellung von Münzen zu strafen. Die wichtigsten einzelnen volkswirtschaft— 
lichen Punkte in der Ordnung des Münzwesens sind die Bestimmungen des Gewichts und 
der Feinheit der Münzen auf der Basis eines Münzgrundgewichts, dann die des Münz⸗ 
fußes und des Münzsystems, des Verhältnisses von Courant- und Scheidemünze, ferner 
die Festsetzungen über Tragung der Münzkosten, über die Art und Pflicht, für genügende 
Geldmengen zu sorgen, endlich die Wahl der Währung und die Normierung des 
Verhältnisses von Hartgeld zu Banknoten und Papiergeld. Wir sprechen zunächst 
von den eigentlichen Münzfragen, um dann erst im Zusammenhang die Währungsfrage 
zu erörtern. 
a) Münzgrundgewicht, Gewicht und Legierung der Münzen. Jede 
Münze wird charakterisiert durch ihr Gewächt, und sofern sie legiert ist, durch ihren 
Feingehalt. Ihr Gewicht normiert sich nach dem vom Münzgefetz bestimmten 
Münzgrundgewicht. Als solches fungierte früher allgemein und neuerdings wieder 
das landesübliche Hauptgewicht; dazwischen hatten sich von dem Landesgewicht da und 
dort besondere Münzgewichte abgesondert. Das römische Pfund von 827,47 Gramm, 
das karolingische von 367 Gramm, später die Mark (das Zweidrittelpfund) von 188 
bis 280 Gramm, in Deutschland vor allem die kölnische Mark von 238,85 Gramm, 
neuerdings das Kilogramm von 1000 und das Pfund von 800 Gramm sind die wichtigsten 
Münzgrundgewichte. Das Kilogramm von 1000 Gramm liegt der heutigen franzöfischen, 
das Pfund von 500 Gramm der deutschen Münze von 1837—1900, das Troy⸗Pfund von 
373,24 Gramm resp. das / ie Pfund. die Unze, der englischen zu Grunde. Dir kölnische
	        

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