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Bibliographic data

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Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

126 
Landesrechts im Stande, von sich aus einen Satz des Völker- 
rechts zu produeiren. Sie vermag ihn, wie wir sehen werden, 
vielleicht zu reproduciren, aber niemals zu schaffen. 
Für das Gesetz ist das bereits oben in anderem Zusammen- 
hange ausgeführt, und es ist ferner angedeutet worden, in 
welcher Weise ein Staatsgesetz bei der Bildung völkerrechtlicher 
Regeln betheiligt sein kann.') Es genügt hier, die meines Er- 
achtens unbestreitbare Wahrheit zu wiederholen. Sie ist auch 
kaum bestritten. Wenn völkerrechtliche Schriftsteller das 
Gesetz häufig unter den „Quellen‘“ des Völkerrechts aufzählen, 
30 erklärt sich das entweder aus einer von der unseren abweichen- 
den Benutzung des Ausdrucks „Rechtsquelle,‘“ insofern dann 
darunter das Erkenntnissmittel des Rechts verstanden wird, im 
Zusammenhange mit jener noch heute weitverbreiteten, ebenfalls 
bereits erwähnten Zurückführung des Völkerrechts auf eine inter- 
nationale „Rechtsüberzeugung‘“. Das Staatsgesetz beweist dann 
durch seine Existenz und dürch seinen Inhalt, dass solche Ueber- 
zeugung vorhanden ist.?) Oder aber die Behauptung, ein Gesetz 
enthalte „völkerrechtliche Regeln‘“?3), es habe bestehendes Völker- 
recht „zum Inhalt“ und könne es „weiter entwickeln‘“ 4), ist in 
einem andern Sinne gemeint, den nur die Ungenauigkeit des Aus- 
drucks leicht verdunkeln kann.®) 
L) S. oben S. 32, 101. 
2) Vergl. oben S. 99 Note 1. 
3) v. Holtzendorff in H.H. I S. 117. Er meint, dass der Staat durch 
sein Gesetz „gewisse Grundsätze in. Erkenntniss seiner völkerrechtlichen 
Pflichten sanktionirt“. 
4) v. Bulmerincg, Krit. Vierteljahrsschrift XXII S. 411. Er will aber 
wohl mit dem „weiter entwickeln“ nur den Anstoss zu gewohnheitsrechtlicher 
Fortbildung des Völkerrechts bezeichnen. Wenigstens schliesse ich das aus 
dem Hinweise auf den italienischen Seerechtskodex, der bekanntlich sehr 
liberale Bestimmungen enthält, die dem geltenden Völkerrechte zweifellos 
vorauseilen. 
5) Schlief, Der Friede in Kuropa. Leipzig 1892. S.6 sagt: „Zum 
Völkerrechte gehören nicht nur die Grundsätze über den internationalen 
Verkehr als solchen, sondern auch die geschriebenen und ungeschriebenen 
Gesetze der betreffenden Einzelstaaten selbst, soweit durch alles dies 
die Grenzen der Staatsgebiete und die internationale Qualität jedes in sich 
geschlossenen politischen Gemeinwesens festgestellt werden‘“. Das ist an sich 
unklar und wird durch den Zusammenhang, in dem es sich befindet, nicht 
klarer gemacht. Uebrigens hält Schlief das gegenwärtige Völkerrecht noch 
für kein Recht: S. 9f. u. 6.
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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