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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

194 
halt mit dem oben Ausgeführten, die Unmöglichkeit völker- 
rechtlicher Beziehungen zwischen Bundes- und Gliedstaat in 
Deutschland !) überhaupt dargethan. 
Damit scheint mir nun auch bereits die zweite Frage ent- 
schieden zu sein, die oben aufgeworfen wurde. Wenn überhaupt 
zwischen Reich und Gliedstaat wegen der Natur ihres Verhält. 
nisses als eines Verhältnisses der Ueber- und Unterordnung die 
Geltung von Völkerrecht ausgeschlossen ist, so kann es nicht 
denkbar sein, dass das Reich in sein die Beziehungen seiner 
selbst zu den Einzelstaaten regelndes Staatsrecht völkerrechtliche 
Regeln reeipirt habe. Denn eine solche Aufnahme wäre nur 
unter der Voraussetzung anzunehmen, dass das jedem Völkerrechts- 
satze immanente Wesen der Ordnung von Verhältnissen koordinirter 
Staaten trotz der Reception unberührt bliebe, und das ist unmög- 
lich. So kann es sich überall, wo das Reich bei seiner Gesetz- 
gebung völkerrechtliche Sätze in der fraglichen Hinsicht ver- 
werthet, nur um äusserliche, textliche Einfügung handeln, 
die den Charakter des verwandten Satzes in einschneidender 
Weise umwandelt. 
Solche Benutzung älterer internationaler Bestimmungen findet 
sich in der Verfassung selbst an mehreren Stellen. 
Sie ist zu einem Theile Benutzung specieller Verein- 
barungen, die der Norddeutsche Bund vor seiner Erweiterung 
zum Reiche mit süddeutschen Staaten eingegangen war. Dahin 
gehört die Verweisung des Artikels 52 ‚der R. V. auf den Ar- 
tikel 49 des Postvertrags zwischen dem Norddeutschen Bunde 
einerseits, Bayern, Württemberg. und Baden andererseits vom 
23. November 1867?) bezüglich der Regelung des Post- und Tele- 
graphenverkehrs Bayerns und Württembergs mit ihren nicht- 
deutschen Nachbarstaaten.?) 
1) Für die andern Bundesstaaten gilt aber dasselbe. Die abweichenden 
Ansichten, z. B. hinsichtlich der Schweizer Eidgenossenschaft (Dubs, Oeff. 
Recht d. Schweizerischen Eidgenossenschaft. II Zürich 1878, 8. 28f. u. ö.) sind 
auf demselben Wege, wie oben geschehen, zu widerlegen, 
2) BGBl. 1868 8. 41. 
3) Näher vergl. Hänel, Studien. I S. 109. — Um jedes Missverständ- 
niss auszuschliessen, betone ich nochmals, dass es sich bei der Bezugnahme 
der Reichsverfassung oder späterer Reichsgesetze auf die Verfassungsver- 
träge des Jahres 1870, z. B. auf Z. III $ 5 des bayerischen Bündnissver- 
firags, um etwas anderes handelt als hier, Die Verfassungsverträge schnfen
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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