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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

282 
diesen lässt sich wiederum nur ein kleiner Bruchtheil als Recht 
gerade zur Rechtsetzung denken. 
Wenigstens dann, wenn man die Gesetzgebung als solche 
die Ausübung einer dem Staate gegenüber anderen Staaten zu- 
stehenden Befugniss sein lässt. Denn allerdings — ganz ähnlich, 
wie wir vorhin neben dem völkerrechtlich gebotenen Landesrechte 
im strengen Sinne des Worts als gleichwichtige Kategorie ein 
‚mittelbar gebotenes“ Recht nachweisen konnten, so begegnet 
ans hier eine Art von Landesrechtssätzen, die wir „mittelbar 
erlaubt“ nennen dürfen. Nicht ihr Erlass, sondern ihre Aus- 
führung bildet den Inhalt des völkerrechtlichen Dürfens. Das 
Recht des Staates geht z. B. darauf, durch seine Organe in 
[remdem . Staate richterliche oder andere obrigkeitliche Hand- 
lungen vornehmen, seine Truppen durch fremdes Gebiet ziehen, 
seine Kreuzer die Schiffe des anderen Staates anhalten und durch- 
suchen zu lassen. Ob aber sein Gesetz alles dies vorschreibt oder 
gestattet, ob er z. B. eine „Foreign Jurisdiction Act“ besitzt oder 
nicht —, das ist dem verpflichteten Staate gleichgültig. Es sind 
Erwägungen entweder praktischer Natur, die den Staat zur Ge- 
setzgebung bestimmen, insofern er es für geeigneter hält, statt 
der Anweisung von Fall zu Fall seinen Organen das völkerrecht- 
lich erlaubte Verhalten ein für alle Mal im Wege des Gesetzes zur 
Pflicht zu machen, oder es treibt ihn, was wichtiger ist, wiederum 
die Rücksicht auf den Zuschnitt des Landesrechts, das die Aus- 
übung der völkerrechtlichen Befugniss ohne landesgesetzliche Er- 
mächtigung nicht gestatten würde. Denn das ist ja sicher, dass 
ein vom Landesrecht verbotener Akt nicht dadurch zum landes- 
rechtlich erlaubten wird, dass sich ein fremder Staat ihn zu 
dulden verpflichtet. Also, um das zu wiederholen: das Gesetz als 
solches ist in allen diesen Fällen nicht „erlaubt“. Die Unter- 
lassung der Gesetzgebung ist nicht Unterlassung völkerrechtlicher 
Rechtsausüibung. Ein Verzicht auf das Recht, der unter Um- 
ständen aus dem Nichtgebrauche des Rechts gefolgert werden 
könnte, dürfte niemals in dem blossen Unterlassen der Gesetz- 
zebung gefunden werden. 
Sonach engt sich das Gebiet des völkerrechtlich unmittel- 
bar erlaubten Landesrechts im ‚wesentlichen auf solche Rechtssätze 
3in, die — obschon die völkerrechtliche Befugniss, vom Stand- 
punkte des Verpflichteten aus betrachtet, ebenfalls nicht in
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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