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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Priesterherrschaft und ihre Beseitigung. Die Krieger. 331 
schreibende, buchführende Verwaltung hat Jahrhunderte lang da und dort in ihren 
Händen gelegen. Ihr hohes Einkommen haben sie ursprünglich zur Sammlung von 
Familienvermögen, später, zumal wo der Cölibat herrschte, wie in der mittelalterlichen 
Kirche, zur Anhäufung von Tempel- und Kirchenvermögen verwandt. 
Die Nachwirkungen dieser Institutionen und dieser Vermögensverteilung sind in 
den meisten europäischen Staaten heute noch vorhanden. Die Priesterherrschaft aber ist 
fast allerwärts veseitigt oder zurückgedrängt durch die Konkurrenz der selbständigen 
geistig-sittlichen Kräfte, die in den gesamten höheren und mittleren Klassen sich ent— 
wickelten, hauptsächlich heute in den verschiedenen liberalen Berufen sich finden. Ein 
großer Teil dieser letzteren ist direkt oder indirekt aus den Einrichtungen und Traditionen 
der Priester hervorgegangen. Der Typus von Personen, die durch ausschließliche oder 
überwiegende geistige Kraft und Arbeit sich eine höhere oder besondere Stellung erwerben, 
ist seit den Tagen des Priesterberufes nicht mehr verschwunden. Alle spätere Aristokratie 
hat sich ihre Stellung in dem Maße erwerben und behaupten können, wie sie, ähnlich 
den einstigen Priestern, sich durch Bildung und Kenntnisse, geistige Kraft und moralische 
Zucht auszeichnete. Manche Naturforscher glauben, die höheren geistigen Leistungen 
beruhten physiologisch auf der viel stärkeren Zuleitung des Blutes zum Gehirn, wie die 
mechanischen auf der zu den Muskeln, und es sei ausgeschlossen, daß große Fähigkeiten 
nach der einen oder ganderen Seite möglich seien ohne diese physiologische Einseitigkeit. 
Es dürste dies eine Übertreibung sein, die nur teilweise wahr ist; es liegt sicher die 
Möglichkeit einer harmonischen Ausbildung der körperlichen und der geistigen Kräfte vor; 
sie ist nur praktisch, je weiter die Arbeitsteilung voranschreitet, um so viel schwieriger, 
d. h. nur bis zu einem gewissen Grade durch immer komnliziertere Gesellschafts- und 
Erziehungseinrichtungen herbeizuführen. — 
Neben den geistlichen haben die meisten Stämme und Völker eine Gruppe von 
weltlichen Aristokraten, Häuptlingen, Principes, Adeligen und 
Kriegern frühe entstehen sehen, die wohl von Anfang an auch durch Klugheit und 
moralische Eigenschaften, in der Hauptsache und vor allem aber als große Jäger, kühne 
Kämpfer, als Viehzüchter und Tierbändiger, als Anführer von Beutezügen, als kraft⸗ 
volle, imponierende Perfönlichkeiten sich auszeichneten. Sie waren diejenigen, die am 
frühesten fich zahlreiche Weiber und Kinder, großen Vieh- und Sklavenbesitz zu verschaffen 
wußten, die in Zusammenhang mit ihrer Stellung, mit ihrem Menschen- und Viehbesitz 
später auch den größeren Landbesitz erwarben. Wir kommen darauf zurück. 
Die letzte ürsache aber ihres Besitzes waren ihre persönlichen Eigenschaften; durch 
diese stiegen sie unter den Volksgenoffen empor, durch diese erhielten sie die Richter-, 
die Häuptlings-, die Anführerstellen, die Amter. Die Tapferkeit (virtus) galt nicht bloß 
bei den Römern als die einzig wahre Tugend, sie war für alle aͤlteren Zeiten eben die 
für die Stämme und Sippen, ihre Existenz, ihre Kämpfe wichtigste, um sich zu behaupten. 
Und darum erwies man ihr eine Ehrfurcht, die heute kaum mehr vorhanden sein kann, 
nur etwa in der Stellung unseres Offizierstandes noch nachklingt. Die kriegerischen 
Aristokratien gingen aus diesen Tapferen und ihren Gefolgschaften hervor. 
Freilich ist die Entstehung eines besonderen Kriegerstandes bei den tüchtigsten 
und kühnsten Stämmen nicht der Anfang ihrer Militärverfassung. Besonders einzelne 
Stämme mit Viehbesitz, mit kräftigen Rasseeigenschaften, durch Klima, Schicksale und 
Wanderung auf stete Kämpfe hingewiesen, haben unter der Leitung begabter Führer 
eine Verfaffung ausgebildet, nach der jeder erwachsene Mann zugleich Krieger war. Die 
bedeutendsten indogermanischen Völker, Griechen, Römer, Germanen, sind hieher zu 
rechnen, welche in ihren Wandertagen und auch noch später in ihrer Gesamtheit Hirten, 
Ackerbauer und Krieger zugleich waren. Allerdings waren auch bei ihnen bald gewisse 
Modifikationen der allgemeinen Kriegspflicht nötig. Man bot jahres- oder zeitweise 
nur die Hälfte der Männer auf, während die anderen für diese arbeiteten. Man ließ 
zu kleineren Zügen nur die Jugend oder die Altersklassen bis zum 80., 40., 45. Jahre 
ausrücken; man begann, die schwere Last der Ausrüstung und eigenen Verpflegung wie 
den Kriegsdienst selbst nach der Größe des Grundbesitzes oder Vermögens abzuflufen.
	        

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Begriff. Psychologische Und Sittliche Grundlage. Literatur Und Methode. Land, Leute Und Technik. Die Gesellschaftliche Verfassung Der Volkswirtschaft. Duncker & Humblot, 1901.
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