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Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892064405
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236566
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Urzeit und Mittelalter
Volume count:
Abt. 1
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XVII, 411 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Fünftes Buch
  • Sechstes Buch
  • Siebentes Buch

Full text

Fünftes Buch. Zweites Kapitel. 
ihre Art und Wirkung vergegenwärtigen. Der gesamte Unter— 
richt wurde in der Form gesellschaftlicher Unterhaltung erteilt, 
bei Knaben gern in der Weise, daß man einen älteren, schon 
weiter geförderten Schüler einem jüngeren gegenüberstellte und 
nun beide ihre Kenntnisse erproben ließ; der Lehrer griff nur im 
Fall der Meinungsverschiedenheit oder der Ratlosigkeit beider 
ein. Etwas anders war der Lehrgang für Erwachsene. Hier 
setzte man voraus, daß der Schüler fich ein gewisses Pensum des 
Lehrstoffes für sich aneignete, worauf er sich beim Lehrer nur 
noch über ihm zweifelhafte oder von ihm unverstandene Dinge 
Rats erholte. Es ist die Art, in der Karl der Große den Unter⸗ 
richt Aleuins genossen haben wird; eine Schrift dieses Gelehrten 
führt beide in dem entsprechender Unterhaltung vor. 
Freier bewegen konnte der Lehrer sich in den logischen und 
sonstigen philosophischen Disciplinen. Denn hier brachte der 
jugendliche wie der welterfahrene Schüler eine Summe von 
Anschauungen und ein Interesse mit, die unter Umständen 
weiter tragen konnten, als Kenntnis und Teilnahme des Lehrers. 
Hier war darum die Lehrmethode auch völlig die der gesell— 
schaftlichen Unterhaltung und deshalb, wie diese, echt national. 
In Rätselfragen, der Lieblingsform germanischen Zwiegesprächs, 
pflegte man sich zu belehren; und je scherzhafter, je unerwarteter 
die Lösungen lauteten, eine je größere Übung des Denkens sie 
oerrieten, um so mehr wurde ihr Urheber geschätzt. In die 
Elemente derartiger Unterhaltungen führt ein kleines Handbuch 
Alcuins ein, das zunächst zu dem besonderen Zwecke verfaßt 
wurde, dem Unterricht eines Sohnes Karls, Pippin, zu dienen. 
Ausgehend von allbekannten Anschauungen sucht es den äußeren 
Dingen in der Form des Rätsels innere Beziehungen abzu— 
gewinnen und auf diese Weise das Denken zu schärfen 1. So wird 
gefragt: „Was ist die Zunge?“ Eine Geißel der Luft. „Was 
ist der Nebel?“ Die Nacht am Tage, die Mühe der Augen. 
„Was ist der Tag?“ Die Anregung zur Arbeit. 
Indes dieser individuelle Unterricht, den zunächst die 
1Vgl. Ebert, Deutsche Rundschau 11, 401. In der Karlingischen 
Zeit war deshalb auch die Rätselsammlung des Symphosius gekannt und 
beliebt: vgl. Manitius in Philologus 51 (1892) S. 156 ff.
	        

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Urzeit Und Mittelalter. Heyfelder, 1904.
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