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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

Contents: Fortschritt und Armut

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892064901
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-238006
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Urzeit und Mittelalter
Volume count:
Abt. 1
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XIX, 488 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Elftes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

68 
Arbeitslohn und Kapital. 
Buch I. 
gebraucht werden können, nicht nötig, daß eine vorherige Produktion 
der zuin Unterhalt der Arbeiter während des Produktionsprozesses 
erforderlichen Güter stattgefunden hat. Es ist nur nötig, daß innerhalb 
des Austauschkreises eine gleichzeitige Produktion hinreichender Sub 
sistenzmittel für die Arbeiter vor sich geht und die Bereitwilligkeit vor 
handen ist, diese Subsistenzmittel für den Gegenstand, auf den die 
Arbeit verwendet wird, zu vertauschen. 
Und ist es nicht im gewöhnlichen Verlaufe der Dinge tatsächlich 
so, daß die Konsumtion durch eine gleichzeitige Produktion erhalten 
wird? 
Hier ist ein reicher Müßiggänger, der weder mit dem Kopf noch 
mit der Hand arbeitet, sondern von dem Vermögen lebt, das ihm sein 
Vater, sagen wir in amerikanischen Staatspapieren, hinterlassen hat. 
Kommen seine Lebensmittel tatsächlich aus dem in der Vergangenheit 
angehäuften Vermögen oder aus der um ihn vor sich gehenden pro 
duktiven Arbeit? Auf seinem Tische sind frisch gelegte Eier, gestern 
geschlagene Butter, Milch, welche die Kuh am Morgen gab, Fische, 
die noch vor vierundzwanzig Stunden im Meere schwammen, Fleisch, 
das der Metzgerbursche gerade rechtzeitig zum Braten brachte, Gemüse 
frisch aus dem Garten und Früchte vom Bäum —kurz, kaum irgend etwas, 
das nicht eben erst die Hand des produktiven Arbeiters (denn in diese 
Kategorie müssen die den Transport und die Verteilung besorgenden 
Personen so gut wie die in den ersten Stadien der Produktion Be 
schäftigten eingerechnet werden) verlassen hätte und nichts, das vor 
längerer Zeit produziert wäre, es müßten denn einige Flaschen alten 
Weines sein, was dieser Mann von seinem Vater erbte, und wovon 
er, wie wir sagen, lebt, sind keineswegs faktische Güter, sondern ist 
nur die Macht, über Güter zu verfügen, die andere produzieren. Und 
aus dieser gleichzeitigen Produktion werden seine Suhsistenzmittel 
entnommen. 
Die fünfzig (engl.) Vuadratmeilen Londons enthalten unzweifel 
haft mehr Güter als innerhalb des gleichen Raumes irgendwo sonst 
existieren. Dennoch würden, wenn auf einmal die produktive Arbeit 
in London aufhören sollte, die Menschen innerhalb weniger Stunden 
anfangen, gleich kranken Schafen zu sterben, und in einigen Wochen 
oder höchstens einigen Monaten würde kaum einer am Leben geblieben 
sein. Denn eine völlige Unterbrechung der produktiven Arbeit würde ein 
schrecklicheres Unglück sein, als es je eine belagerte Stadt erfuhr. Es wäre 
keine bloße äußere Umfassungsmauer, wie sie Titus um Jerusalem 
zog, die den fortwährenden Zugang der Einfuhren, von denen eine große 
Stadt lebt, verhinderte, sondern es wäre, als wenn eine ähnliche Mauer 
um jeden Haushalt gezogen würde. Man denke sich eine solche Unter 
brechung der Arbeit in irgendeinem Lande, und man wird inne werden, 
wie wahr es ist, daß die Menschheit faktisch aus der Hand in den Mund
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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