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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

Full text: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892067188
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236614
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neuere Zeit
Volume count:
Abt. 2
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1904
Scope:
XVI, 482 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Siebzehntes Buch
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel I. Die Hedonisten. 
577 
duktivität bestimmt, nämlich von dem Wert, den ein Zusatzarbeiter 
(der Grenzarbeiter) zu erzeugen vermag, den der Unternehmer noch 
mit einem Differential von Gewinn verwenden kann. Der Wert, den 
dieser fast überzählige Arbeiter hervorbringt, bestimmt das Maximum 
dessen, was der Unternehmer ihm geben kann, und setzt zur gleichen Zeit 
den Lohn aller anderen, mit ihm vertauschbaren Arbeiter fest 1 ), nämlich 
der, die mit der gleichen Arbeitsart beschäftigt sind und dasselbe leisten 
(obgleich der von den anderen Arbeitern geschaffene Wert wahrschein 
lich größer ist als der, den der Grenzarbeiter liefert).- Gerade so wie unter 
hundert verfügbaren Gläsern Wasser das am wenigsten nützliche den 
Wert bestimmt, den alle anderen für den Durstigen haben. 
Hierdurch wird die Theorie des Lohnes, die ihn auf die Produktivität 
der Arbeit gründet, gleichzeitig bestätigt und verbessert: wohl handelt 
es sich um die Produktivität, aber um die Produktivität „der am wenig 
sten produktiven Arbeit“ — der Arbeit, die kaum mehr ergibt, als die 
Unterhaltungskosten des Arbeiters betragen. Hierdurch wird die Theorie 
der Produktivität ihres ganzen optimistischen Charakters entkleidet und 
fast auf das Niveau des ehernen Lohngesetzes gebracht. 
Das Gleiche gilt für die Höhe der Zinsen: das Kapital, das unter den 
ungünstigsten Produktivbedingungen angelegt ist, das Grenzkapital, 
regelt den Zinsfuß, und zwar stets auf Grund des Gesetzes der Substitution, 
das sich noch besser auf Kapitalien, als auf Arbeiter anwenden läßt, da 
unter der Form des gemünzten Geldes alle Kapitalien vollständig iden 
tisch und nicht voneinander zu unterscheiden sind 2 ). 
Was die Bodenrente anlangt, so wird sie ausführlicher in dem folgen 
den Kapitel behandelt werden. — 
So gelangt die psychologische Schule von einigen wirtschaftlichen 
Tatsachen aus — die auf den ersten Blick so bedeutungslos und für die 
Wissenschaft von so wenig Interesse erscheinen, wie z. B. der Ersatz des 
Kaffees durch Zichorie, den eine Köchin vornimmt, oder das Wegwerfen 
uines alten Handschuhes, — und durch allmähliche logische Ableitung 
Zu ganz allgemeingültigen Theorien, die eine unendliche Zahl von Tat 
sachen umfassen — wie das Gesetz der Substitution oder das der Kom- 
plenientärgüter. Diese Arbeit der Deduktion gewährt einen höchst ein 
drucksvollen Anblick, ähnlich den Erscheinungen des Geistes in Tausend 
Und einer Nacht, der, aus dem engen Gefäß, in dem er seit tausend Jahren 
*) Es ergibt sich von selbst, daß das Gesetz keine Geltung mehr hat, wenn die 
Arbeiter nicht untereinander ausgetauscht werden können, weil sie verschiedene Fähig 
sten haben, denn das Gesetz setzt die freie Konkurrenz voraus; in diesem Falle aber 
^ ürde jeder Arbeiter eine Art persönlichen Monopols haben. 
2 ) Anders ist es jedoch, wenn die Kapitalien in der Form fester Anlagen unter- 
gebracht sind; dann gilt das Gesetz der Substitution nicht mehr, und die Einkünfte 
j nnen höchst verschieden sein. 
Ui de und Rist, Gesellt, d. Volkswirtschaft!. Lehrmeinungen. 2. Aufl. 37
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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