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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Volume

Identifikator:
1892072254
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-237894
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neueste Zeit
Volume count:
Abt. 3
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Weidmann
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 539 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Beginnender Realismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Sitte, ihre Entstehung, ihr Wesen. 
49 
schwierigen Entscheidung nicht jäͤhig wäre. Indem die Regel, welche Sitte und Recht, 
königliche oder priesterliche Macht aufgestellt hat, sagt, das sollst du thun und jenes lassen, 
greift in das unfertige Werden und Drängen der Triebe, in den Kampf der Leiden— 
schaften und Instinkte doch überhaupt eine ordnende sittliche Gewalt ein; die Gewöhnung, 
ihr sich zu beugen, ist an sich eines der wesentlichsten Mittel der Erziehung. 
Das Entstehen dieser Regeln, welche alles gesellschaftliche, auch alles wirtschaftliche 
Leben beherrschen, welche in der Art ihrer formalen Gestaltung zugleich wesentlich die 
Epochen dieses Lebens bestimmen, haben wir nun darzustellen. Wir haben zu zeigen, 
wie sie in der ältesten Zeit als einheitliche Sitte entstehen und später sich spalten in 
Recht, Sitte und Moral, welche Folgen diese Spaltung hat. 
25. Die Entstehung und Bedeutung der Sitte. „Es giebt“, sagt Lubbock, 
„keinen größeren Irrtum, als den Wilden den Vorzug einer größeren persönlichen Freiheit 
zuzuschreiben; jede ihrer Lebensäußerungen wird durch zahllose Regeln beschränkt, die 
freilich ungeschrieben, aber darum nicht minder bedeutend sind.“ Lange ehe es einen 
eigentlichen Staat, ein Gerichtsverfahren, ein ausgebildetes Recht giebt, beherrschen feste 
Normen, welche vielfach in rhythmischer Rede überliefert, durch Ceremonien und Symbole 
aller Art in ihrer Ausübung gesichert sind, alles äußere Leben der primitiven Stämme. 
Es handelt sich um die Sitte und die Gewohnheiten, die aus den geistigen Kollektivkräften 
hervorgehen. Alles bei einer Gesamtheit von Menschen Geübte, Gewohnte, Gebräuchliche, 
das nicht als eine Außerung der Naturtriebe sich darstellt, und andererseits von der 
Willkür der einzelnen unabhängig als gut und schicklich, als angemefsen, als würdig 
angenommen wird, sagt Lazarus, bezeichnen wir als Sitte. Die Gewohnheit, sagt 
Marheineke, ist eine zweite durch den Geist gesetzte Natur. Die gemeinsame Gewohnheit 
mehrerer, die als Verpflichtung gefühlt wird, die übertreten, verletzt werden kann, wird 
zur Sitte. 
Die Gewohnheit entsteht mit und durch die Gesellschaft; aber sie zeigt sich auch 
schon im Leben des einzelnen, muß schon hier sich bilden. Sie ergiebt sich aus der 
Wiederkehr des Gleichen im menschlichen Leben. Ohne Wiederkehr eines Gleichen gäbe 
es keine Erinnerung, keine Erkenntnis, kein Vergleichen und Unterscheiden. Der Kreislauf 
des tierischen Daseins, Wachen und Schlafen, periodisches Essen, Arbeit und Erholung, 
dann der Kreislauf der Natur, Sommer und Winter, der Auf- und Niedergang von 
Sonne, Mond und Sternen prägen allem menschlichen Leben den Stempel ewiger Wieder— 
holung des Gleichen auf. Das Kind schon, das täglich zu gleicher Zeit seine Milch 
erhält, verlangt stürmisch die Einhaltung der Regel, wie die gemeinsamen Mahlzeiten 
den Ausgangspunkt für eine regelmäßige Zeiteinteilung des Tages bildeten. Auch die 
höheren Tiere haben ihre Instinkte unter demselben Drucke der sich gleichmäßig wieder— 
holenden Bedürfnisse zu festen Gewohnheiten ausgebildet, wie die Bienen im Bienenstaat. 
Bei dem Menschen kommt hinzu, daß es sein Denkgesetz und seinen Ordnungssinn 
befriedigt, wenn im gleichen Falle gleich gehandelt wird. Aus dem Wirrwarr der Reize 
und Triebe, der Einfälle und Leidenschaften entwickelt so stets Erfahrung und Erinnerung 
gewohnheitsmäßiges gleiches Handeln. 
Es wird zur Sitte durch die gemeinsamen Vorstellungen und Gefühle mehrerer, 
durch die gemeinsamen sittlichen Urteile und Erinnerungen; aus gleicher Lage entspringen 
gleiche Willensanläufe und Handlungen, gleiche Ceremonien, gleiche Formen des Handelns. 
Das sittliche Urteil sagt, diese bestimmte Form sei die zu billigende. Es entsteht daraus 
das Gefühl der Verpflichtung, das sofort durch Mißachtung der Genossen, Strafe, religiöse 
Furcht verstärkt wird. Die Formen des religiösen Kultus waren überall die wichtiaste 
Veranlassung zur Entstehung fester Sitten überhaupt. 
Jede Sitte giebt irgend einer sich wiederholenden Handlung ein bestimmtes, stets 
wieder erkennbares Gepräge. Von den einfachen Bewegungen des Körpers bis zu den 
verwickeltsten Lebenseinrichtungen sucht der Mensch an die Stelle des natürlichen Ablaufes 
der Ereignisse eine ceremoniöse Ordnung zu setzen, mit dem Anspruch, daß nur das so 
Gethane richtig geschehen sei. Alle menschlichen Handlungen werden so gestempelt, in 
konventionelle Form umgeprägt. Sie erhalten zu ihrem natürlichen materiellen Inhalt 
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre. JI. 4. —26. Aufl
	        

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Begriff. Psychologische Und Sittliche Grundlage. Literatur Und Methode. Land, Leute Und Technik. Die Gesellschaftliche Verfassung Der Volkswirtschaft. Duncker & Humblot, 1901.
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