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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 1)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404219
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236878
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1114 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
II. Zivilrecht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • I. Rechtsphilosophie und Universalrechtsgeschichte von Professor J. Kohler in Berlin
  • II. Zivilrecht

Full text

116 
II. Zivilrecht. 
seinem Sohne (Cicero, de or. 2, 228 59.), also ganz nach griechischem Vorbilde. Sie 
enthielt Erörterungen sehr mannigfaltiger Fragen, unzweifelhaft nicht bloß unmittelbar 
praktischer Fälle M.7, 1. 68 p.; 41, 2. 8, 8; 49, 15. 4); wie Anlage und Überschrift 
zeigen, sollle eine Art von Überblick gegeben werden. P. Mucius Scaevola (pontifex 
eos. 621/183) hinterließ zehn Ubelli, über deren Inhalt nichts Näheres bekannt ist (D. 
24, 3. 66 pr.). Ein wirkliches System des Zivilrechtes versuchte erst Q. Mucius Scaevola 
Pontifex, cos. 669/95) in 18 Büchern. Pomponius, der das Werk selbst bearbeitet hat, 
sagt davon: ius civile primus econstituit generatim in libros redigendo. Das kann 
nur heißen, daß Q. Mucius eine übersichtliche Darstellung angestrebt habe durch Zurück— 
führung des Gleichartigen auf allgemeine Kategorien und Scheidung des Ungleichartigen 
Gaius1, 181). Das „System“ wiederherzustellen ist nicht möglich; sicher ist, daß die 
Darstellung mit dem testamentarischen Erbrechte begann. — Die Begründuͤng der eigent⸗ 
lichen juristischen „Dialektik“ schreibt Cicero erst seinem Freunde Serv. Sulpicius (eos. 
708/51) zu Grut. 42). Er hat kein systematisches Werk geschrieben, aber in mehrfachem 
Gegensatze zu Scaevola (reprehensa Q. Mueii capita) durch eine Menge von Einzel⸗ 
schriften und Gutachten die volle griechischzrömische Bildung für die Rechtswissenschaft 
verwertet; er zuerst hat das Edikt selbständig behandelt (duo libri perquam brevissimi). 
Zahlreiche Schuͤler verbinden ihn unmittelbar mit den Juristen der kaiserlichen Zeit. Sie 
haben vielfach nur die Responsen des Servius zusammengestellt und bearbeitet. So vor 
allem P. Alfenus Varus (eos. 715/89) in seinen Digesten, sie sind in den Pandekten 
benutzt. Weniger abhängig ist A. Ofilius, der Cäsar bei seinen gesetzgeberischen Plänen 
unterstützte. Die Arbeiten der Schüler des Servius (auditores Servii) sammelte Aufidius 
Namusa. Nicht zu den Schülern des Servius gehören A. Cascellius (vielleicht Prätor 
. B. des Triumvirats: Val. Max. 6, 2. 12), ein Mann der republikanischen Oppo— 
sition; C. Trebatius Testa, der liebenswürdige, viel jüngere Freund Ciceros, Lehrer 
Labeos, von großer Bedeutung als juristischer Beirat des Augustus; Q. Aelius Tubero, 
der Ankläger des Ligarius, halb Jurist, halb Geschichtschreiber, von altertümelnder 
Schreibweise. 
8.32. Regulae iuris. Die meisten von diesen älteren Schriftstellern! sind 
der klassischen Zeit (unter den Antoninen) nur aus zweiter Hand bekannt?. Sie werden 
daher vielfach unter der Gesamtbezeichnung veteres zusammengefaßt. Die sich bildende 
Wissenschaft hat eine erklärliche Neigung, allgemeine Sätze aufzustellen, deren Anwendung 
auf den Einzelfall die praktische Tätigkeit erleichtert. In diesem Sinne schrieb Scaevola 
ein Buch 800oc (regulae, definitiones). Einzelne von diesen Regeln sind an bestimmte alte 
Juristen angeknüpft: regula Catoniana (M. Porcius Cato d. J. F 602/152), constitutio 
Rutiliana (doch wohl P. Rutilius Rufus cos. 649/105), praesumptio Muciana (D. 24, 
1. 51). Den späteren sind diese Sätze vielfach zu Dogmen geworden; man verwendete 
sie als Begründung, fragte aber ihrer eigenen Begründung nicht mehr nach. Das geschah, 
weil man ihren Ursprung und ihre Motive nicht mehr feststellen konnte. Zum Teile find 
sie den Juristen der Kaiserzeit für ihre freiere und feinere Rechtsgestaltung geradezu 
unbequem geworden; man umging sie dann wohl, aber man leugnete ihren Rechts- 
bestand nicht. Dahin gehören solche Sätze wie nemo pro parte testatus, pro parte 
intesstatus decedere potest; nemo sibi causam possessionis mutare potest; servitus 
servitutis esss non potest (D. 88, 2. 1), und selbst bis de eadem re ne sit actio 
könnte man hierher rechnen. 
1Eine Zusammenstellung s. bei: Huschke, Iurisprudentiae anteiustinianae quae super- 
sunt p. 1-183 p. 84-109. 
2 Sanio, Zur Geschichte der römischen Rechtswissenschaft. 1858.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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