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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

798 1V. ffentliches Recht. 
für welche sie gelten, verschieden. Jede Versicherungsanstalt hat ihre besonderen Marken, 
welche bei den Postanstalten und sonftigen Verkaufsstellen zum Nennwert zu haben sind. 
Um eine mißbräuchliche Verwertung bereits einmal verwendeter Marken zu verhindern, 
ind Vorschriften über die Entwertung der Marken getroffen. Die Entwertung ist 
in gewissen Fällen obligatorisch (z. B. für alle Mehrwochenmarken), für andere fakultativ 
J.V. G. 8 141 Abs. 3 u. 4 u. Bekanntmachung des Reichskanzlers v. 9. November 1900, 
R.G.Bl. S. 665). 
Die Quittungskarte hat für mindestens 52 Beitragsmarken Raum zu bieten; 
sie wird von den sog. Ausgabeftellen (d. h. von der Landes-Zentralbehörde bezeichneten 
Stellen) ausgestellt und demnächst gegen weilere (neue) umgetauscht. Sie ist bei Verlust 
ihrer Gültigkeit innerhalb zweier Jahre nach dem Ausstellungstage zum Umtausch oder 
zur Verlängerung einzureichen?. Die Verpflichtung, sich eine Quittungskarte ausstellen 
zu lassen, liegt dem Verficherten ob; auch ist der Arbeitgeber zur Anschaffung einer 
solchen für Rechnung des Versicherten berechtigt, wenn der leßtere eine Quittungskarte 
aicht vorlegt. 
Beitragsmarke und Quittungskarte haben außer dem Zwecke der Beitragsentrichtung 
noch weitere Zwecke. Sie dienen einmal als Quittung über die Höhe der entrichteten 
Beiträge, ferner als Beweis für die Höhe der von dem Arbeitgeber entrichteten Beiträge, 
wenn es sich um Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer handelt, endlich 
als Ausweis für die Tatfache der Beschäftigung, die Beschäftigungsdauer und die Höhe 
des Lohnsatzes, wenn es sich um Streitigkeiten zwischen dem Versicherten und der Ver⸗ 
icherungsanstalt über die Höhe der Ansprüche haudelt. Da das Markensystem diesen ver⸗ 
schiedenartigen Zwecken auf die einfachfte Weise gerecht wird, ist dieses System, obwohl 
oielfach angefeindet, als ein außerordentlich zweckmäßiges zu bezeichnen. 
II. Die Beitragspflicht den Versicherungsanstalten gegenüber liegt im Regel— 
fall den Arbeitgebern ob; diesen steht aber ein Anspruch auf Ersatz der Hälfte 
der entrichteten Beiträge gegen die von ihnen beschäftigten Versicherten zu, so daß vom 
nateriellekonomischen Standpunkt aus Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte 
der Beiträge zu tragen haben. Der Ersatzanspruch des Arbeitgebers kann nur durch 
Lohnabzüge bei der Lohnzahlung (also durch Verrechnung gegenüber der Lohnforderung) 
verwirklicht werden (J. V. G. 88 140 -143). Ausnahms weise erfolgt die Beitrags⸗ 
entrichtung durch die Versicherten. Dies gilt namentlich von der freiwilligen Ver— 
sicherung, in welchem Falle den Versicherten die Beiträge allein zur Last fallen. Dabei 
ist es ihnen überlassen, zu bestimmen, in welcher Lohnklasse die Versicherung genommen 
werden soll. Entrichten versicherungspflichtige Personen an Stelle ihrer Arbeuͤgeber die 
Beiträge — wozu sie befugt sind —, so steht ihnen gegen die letzteren ein Ansoruch auf 
Erstattung der Hälfte zu (J.V.G. 88 144, 145). 
« AI. Die Beiträge fließen zu 10 in das „Gemeinvermögen“ der Ver⸗ 
sicherungsanstalten und zu 8/10 in deren „Sondervermögen“. Ein Leil der durch 
die Invalidenversicherung entstehenden Lasten ist nämlich von sämtlichen deutschen Ver⸗ 
sicherungsanstalten gemeinsam zu tragen. Der zur Deckung dieser sog. Gemeinlast 
erforderliche Anteil der Beiträge (“10) wird indessen nicht an eine besondere gemeinsame 
Kasse abgeführt, vielmehr nur buchmäßig aus dem Vermögen der Versicherungsanstalten 
ausgeschieden; er bleibt mithin in der Verwaltung der eimelnen Versicherunasanstalten 
J. V. G. 8 38). 
IV. Die Möglichkeit einer abweichenden Regelung des Beitragsverfahrens ist 
in dem Gesetze vorgesehen. Die Beiträge können durch örtliche Hebestellen, Krankens, 
Knappschaftskassen oder Gemeindebehörden eingezogen werden (J.V. G. 88 148 -158). 
Zur Zeit werden für jede der fünf Lohnklassen Marken für eine, für zwei und für dreizehn 
Wochen gausgegeben. Das Reichs-Versicherungsamt hat die nis festzusetzen (zu vergl. die Be⸗ 
anntmachung des Reichs-Versicherungsamts v. 27. Oktlober DN800 Nn g 188). 
2 Über die Einrichtung von Sammelkarten und die Vernichtung der Quittungskarten 
—— v des Ges.) zu veral. die Bekanntmachung des Res vom i. Juli 1901.,
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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