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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

35 
IV. ffentliches Recht. 
jetze, welche dasselbe Ziel wie unsere Arbeiterversicherung verfolgen, betätigt, teils sind 
ie erst auf dem Wege, um ähnliche Einrichtungen zu schaffen, wie sie in Deutschland 
estehen. In der Ausgestaltung der neuen Gesetzgebung bestehen aber wegen der wirt— 
chaftlichen, sozialen und politischen Eigentümlichkeiten jedes einzelnen Landes berechtigte 
Verschiedenheiten und Abweichungen von dem deutschen Vorbild. Hier gilt das Losungs⸗ 
wort: „Internationale Einheit des Zieles und nationale Anpassung der Mittel m.⸗ 
Der Rechtszustand, wie er gegenwärtig in den außerdeutschen Staaten Europas 
Hesteht, ist gegenwärtig im großen und ganzen folgender: 
826. Krankenversicherung. 
In den europäischen Staaten finden wir zwei Formen der Krankenfürsorge: 
freiwillige Fürsorge in freien, nach Bezirken oder Berufen gebildeten genossen— 
chaftlichen Hilfsvereinen mit oder ohne staatliche Förderung? auf der einen Seite 
uind obligatorische Versiche rung auf der anderen Seite. 
Die erstere Form findet sich in solchen Staaten, in welchen die Anschauung vor⸗ 
)errscht, daß die möglichste Freiheit des einzelnen den Urquell der menschlichen Fortschritte 
bedeute, so in Frankreich (Ges. v. 15. Juli 1830 u. 1. April 1888); England 
Ges. v.7. August 1896)8; Italien (Ges. v. 13. April 1886); Sahpeden' (Ges— 
o. 30. Oktober 1891); Belgien (Ges. v. 8. April 1881 u. 28. Juni 1894); Däne— 
mar? (Ges. v. 12. April 1802):; Finland (Ges. v. 2. Septeinber 18079 Holland 
und Spanien. 
Die zweite Form der obligatorischen Versicherung finden wir zuerst in 
Deutschland (Ges. v. 15. Juni 1888), dann in Osterreich (Ges. v. 80. März 
1888); Ungarn (Ges. v. 14. April 1891 und Luxemburg (Gef. d. 81. Juli 1901)*. 
—27. Unfallversicherung. 
Was die Unfallversicherung anlangt, so stehen sich in den europäischen Staaten 
zwei Systeme einander gegenüber: das der privatrechtlichen Haftpflicht (oder 
der erweiterten Haftpflicht) und das Prinzip der Versicherung. In einigen Staaten 
besteht ein gemischtes System, in welchem die privatrechtliche Haftpflicht mit dem 
Versicherungsprinzip verschmolzen ift. 
Die privatrechtliche Haftpflicht'hält im Prinzip an dem römischerechtlichen 
Brundsatz fest, daß der Betriebsunternehmer für Unfälle in seinem Betriebe nur dann 
haftbar ist, wenn ihn ein Verschulden trifft. Vielfach ist die Haftpflicht des Unter⸗ 
nehmers erweitert worden, indem diefem durch Gesetz die Haftung fuͤr die Betriebsunfälle 
nicht nur bei eigenem Verschulden, sondern auch bei dem Verschulden seiner Leute auf⸗ 
erlegt wurde (sog. erweiterte Haftpflicht); teils ging man noch weiter, indem man 
die Theorie des risque professionnel aufstellte, d. h. es wurde der Grundsatz anerkannt, 
daß die moderne Industrie, welche Gefahren schafft, von Rechts wegen auch zur Ent— 
schädigung der dadurch entstehenden Unfäll⸗ verpflichtet sei Entschädigungszwan 9) 
Das Versicherungssystem ist wiederum ein zweifaches: entweder besteht eine 
zZwangsversicherung mit Zwangsorganisationen, wie in Deutschlaud, oder es be⸗ 
Zu vergl. die Verhandlungen des in Düsseldorf vom 17. bis 24. Juni 1902 abgehaltenen 6 . 
internationalen Arbeiterversicherungskongresses. *5 — — itnels, in 
In Frantreich, Belgien u. der Schweiz namentlich die vociétés de secours mutue —5 — 
England die kriendiy societies, in Italien vocletà di mutiuo soccorso, in Spanien Herman *88* 
Bruderschaften) u. monté pios (Wohltätigkeitsnereine), in Holland Medicynfondsen, Ondersteun 
tondsen und Begratenisfondseu in der 
s Über eñgltische Zwangsversicherungspläne im 18. Jahrhundert vergl. A. Weber 
Zeitschr. für die gesamte Versicherungswissenschaft 111 391 ff enden 
dernne“ In der Schweige sind die auf dem Boden der obligatorischen Versicherung fich Fere 
Bestrebungen (sog iex Forxer v. 5. Oktober 1899, betr. Kranken, u. Unfallversicherung) dur 
Bolksabstimmung vom M Mai 1900 vernichtet worden.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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