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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

Full text: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Multivolume work

Identifikator:
1896405266
Document type:
Multivolume work
Title:
J. v. Staudingers Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Einführungsgesetze
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Schweitzer
Year of publication:
1910-1911
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896406157
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242028
Document type:
Volume
Title:
Recht der Schuldverhältnisse
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Schweitzer
Year of publication:
1910
Scope:
S. 926 - 1811
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Vierzehnter Titel. Gesellschaft / Erläutert von Dr. Karl Kober
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

191 
Gegenstände und Leistungen aller Art eine so überragende Bedeutung, daß 
auch in Zeitaltern entwickelter geldlicher Verkehrswirtschaft im Falle großer 
Kriege stellenweise Erscheinungen der Naturalwirtschaft auftreten, wenn auch 
andererseits nicht übersehen werden darf, daß gerade große Kriege in anderer 
Richtung die Hauptförderer der Geldwirtschaft sind. In welcher Weise die Ver 
fügung über große Warenmengen den Kompensationsverkehr zwischen den 
führenden Stellen herausfordert, möge ein Brief Napoleon I. an Bernadotte 
vom 8. August 1811 beweisen: „Ich werde Ihnen für 20 Mill. Fres. Kolonial 
waren geben, die ich in Hamburg habe. Sie geben mir für 20 Mill. Fres. Eisen. 
Ich brauche in Antwerpen Eisen und habe Überfluß an englischen Kolonial 
waren.“ Dieser Brief aus den Jahren der Kontinentalsperre könnte ebenso 
heute in den Jahren der Weltblockade geschrieben werden. Tauschte man 
damals Kolonialwaren gegen Eisen, so tauscht man heute in ähnlicher Weise 
Erz gegen Kohle ein. Die Art der Waren steht im Vordergrund, die 
Geldmenge tritt in ihrer Bedeutung wesentlich zurück ; im Augenblick der 
Zahlung ist bereits die Gegenleistung festgelegt. Das Geld hat eben stellen 
weise seine Eigentümlichkeit, Anweisung auf beliebige Waren und Leistungs 
arten zu sein, eingebüßt — seine Kaufbreite ist eingeschränkt ; es dient mehr 
dazu, die getauschten Mengen durch Verwendung einer gemeinsamen Skala 
leichter zu bestimmen. 
Die Naturalwirtschaft zeigt sich während des Weltkrieges auf vielen Ge 
bieten, wobei sie zum Teil auf ganz verschiedene Ursachen zurückgeht. Die 
Innen Wirtschaft kennt heute den Tauschhandel, nicht nur den 
Tauschhandel in kleinem Stil, der darin besteht, daß Zigarren gegen Mehl ge 
tauscht werden, sondern auch den Tauschhandel in großem Stil, der darin 
besteht, daß z. B. Kohlengruben Kohle waggonweise abgeben, um waggon 
weise Sauerkraut für ihre Arbeiter zu erhalten. Rohstoffe aller Art werden 
so gegen Fertigfabrikate beschafft ; man kann übrigens auch die Beschaffung 
von Lebensmitteln für die Arbeiter zur Beschaffung von Produktionsrohstoffen 
zählen. Diese Art der Lebensmittelbeschaffung bringt es mit sich, daß der 
Naturallohn heute wieder eine große Rolle spielt. Bleibt auch die Form 
des Geldlohns erhalten, so liegt doch in Wirklichkeit Naturallohn vor, wenn 
die Fabrik den Arbeitern vertragsmäßig für ihren Geldlohn Naturalien zu 
bestimmten Preisen in bestimmten Mengen liefert. Die Lebensmittelabgabe 
stellen vieler Beamtenkörper wären hier zu erwähnen. Übrigens spielt auch 
der organisierte Naturaltausch heute schon eine große Rolle, er beruht 
z. B. darauf, daß wichtige Bedarfsartikel an ganze Gemeinden nur dann über 
eine bestimmte Menge hinaus abgegeben werden, wenn die Lieferung von 
Milch, Butter und Eiern eine gewisse Höhe erreicht. Eine solche Organisation, 
die sich in Deutschland bewährt zu haben scheint, ist unter Umständen nicht 
nur dazu angetan, die bäuerliche Bevölkerung erfolgreich zur Lieferung von 
Lebensmitteln anzuhalten, sondern kann sie auch vor einer zu starken Be 
lastung durch die Preiserhöhung der Industrieartikel bewahren. Schließlich 
muß darauf verwiesen werden, daß alle Rationierung naturalwirtschaft 
lichen Charakter an sich trägt, daß alle Arten der Naturalienaufbrin 
gung durch Requisitionen und verwandte Maßnahmen hierher zu rechnen sind. 
3. Zur Systematik des Kompensationsverkehrs. 
Diesen und ähnlichen Tatbeständen entspricht auf dem Gebiete der Außen- 
wirtschaft der Kompensationsverkehr. Am bekanntesten ist der 
Austausch von Waren gegen Waren, doch können auch andere Tauschobjekte 
m Frage kommen. So hat man z. B. in Norwegen während dieses Krieges 
immer mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß nicht nur Erze und Fische, 
sondern auch Tonnage gegen Waren in Tausch gegeben werden kann. Schließ 
lich können in gleicher Weise Wasser rechte, Hafenrechte oder auch politische 
und sonstige Gegenleistungen in Frage kommen. 
Durch den Kompensationsverkehr tritt die Naturalbetrachtung überall in 
den Vordergrund, auch dort, wo es sich um Gelderörterungen handelt. Selbst 
breiteren Kreisen wird heute zum Bewußtsein gebracht, daß Valutafragen
	        

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Le Travail Dans l’Europe Chrétienne Au Moyen Âge (Ve-XVe Siècles). Alcan, 1930.
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