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Das Recht auf Arbeit in geschichtlicher Darstellung

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Bibliographic data

fullscreen: Das Recht auf Arbeit in geschichtlicher Darstellung

Monograph

Identifikator:
1928055672
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-266904
Document type:
Monograph
Author:
Singer, Rudolf
Title:
Das Recht auf Arbeit in geschichtlicher Darstellung
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1895
Scope:
VI, 84 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
§ 8. Die Ateliers nationaux
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Recht auf Arbeit in geschichtlicher Darstellung
  • Title page
  • Contents
  • § 1. Der Ursprung des Rechts auf Arbeit. - Die Physiokraten
  • § 2. Das Recht auf Arbeit in der ersten französischen Revolution
  • § 3. Charles Fourier und seine Schule
  • § 4. Saint-Simon und die Saint-Simonisten
  • § 5. Proudhon
  • § 6. Die provisorische Regierung des Jahres 1848 und das Recht auf Arbeit
  • § 7. Louis Blanc
  • § 8. Die Ateliers nationaux
  • § 9. Das Recht auf Arbeit in der französischen Nationalversammlung
  • § 10. Das Recht auf Arbeit in Deutschland. I. Die ersten Vertreter des Gedankens; die deutsche Nationalversammlung
  • § 11. Das Recht auf Arbeit in Deutschland. II. Die jüngste Phase
  • § 12. Der Schweizer Initiativantrag
  • § 13. Der juristische Begriff des Rechts auf Arbeit
  • § 14. Schlussbemerkungen

Full text

13 
Jetzt konnte die Regierung nicht mehr zurück. Auch der 
Jamalige Zustand von Paris, die ungeheuere Zal der beschäf- 
igungslosen Arbeiter, die gänzliche Lähmung von Handel und 
Verkehr und die Sorge um ihre Volkstümlichkeit geboten ihr 
Jas im Dekret gegebene Versprechen rasch in die That umzu- 
setzen. So erschien denn schon zwei Tage nach der Anerken- 
aung des Rechts auf Arbeit das Dekret, das die National- 
werkstätten (Ateliers nationaux) ins Leben rief!) und 
ınmittelbar darauf ordneten drei Dekrete?) die schleunige 
Wiederaufnahme der öffentlichen Arbeiten an. Die Arbeiter, 
lie daran teilnehmen wollten, forderte der Minister der öffent- 
durchaus nichts daran aussetzen; von jedem Gesichtspunkte, der dasselbe 
ausser Acht lässt, ist das droit au travail die klarste aller mo- 
ralischen Wahrheiten, die bindendste aller polikischen Verpflich- 
tungen. Die provis. Regierung war der Ansicht, die jeder ehrliche und 
anbefangene Mensch teilen muss, dass die Erde zunächst allen denen gehört, 
welche sie bewohnen, dass jede lebende Person ihren Unterhalt haben sollte, 
ehe irgend Jemand mehr hat, dass jeder, der sich mit einer nützlichen Arbeit 
beschäftigt, angemessene Nahrung und Kleidung finden sollte, ehe es irgend 
Jemand, der zu arbeiten vermöge, gestattet werden könne, das Brod des 
Müssiggängers zu empfangen. Ks nt das moralische Axiome. ... Die provis. 
Regierung erwog nicht, was übrigens kaum einer ihrer Kritiker erwogen hat, 
dass zwar jeder einzelne der lebenden Bruderschaft des Menschengeschlechtes 
moralisch berechtigt sei, einen Platz an der Tafel zu finden, die durch die 
zemeinsamen Anstrengungen des gauzen Geschlechtes hergerichtet werde, dass 
es aber keinem zustehe, ohne Zustimmung der übrigen weitere Gäste dazu zu 
laden. ... Es ist genug und übergenug für Alle vorhanden, die bereits geboren 
sind, aber es ist nicht und kann nicht genug vorhanden sein für Alle, die 
zeboren werden könnten und wenn jeder, der noch zur Welt kommt, ein 
unveräusserliches Recht auf Unterhalt aus dem gemeinsamen Fond haben 
soll, so wird sehr bald für Niemand mehr als der notdürftige Unterhalt, und 
wenig später nicht einmal dieser vorhanden sein, Wenn also das droit au 
travail im Sinne jenes Versprechens verwirklicht werden sollte, so würde es 
aine verhängnisvolle Gabe selbst für diejenigen werden, die es besonders zu 
begünstigen bestimmt war, es sei denn, dass man die Vermehrungsfähigkeit 
irgend einer neuen Beschränkung unterwürfe, die den Wegfall der alten auf- 
zuwiegen vermöchte.“ 
D „Le Moniteur Universel“, Journal officiel de 1a Republique francaise 
vom 27, Feber 1848 No. 58: „Le Gouvernement provisoire decrete Vetablis- 
sement immediat d’ateliers nationaux. Le ministre des travaux publics 
sat charge de Vexecution du present deöcret. . 
2) Moniteur v. 28, Feber 1848 No. 59. Il sera organise d’urgence des 
ıteliers de terrassement..... Tous les travaux de bätiments et edifices 
publies entrepris aux frais de l’Etat, ä Vexception des travaux des forts, „seront 
repris immediatement. Durch ein Dekret v. 27. April 1848 (Moniteur No. 124. 
v. 3. Mai) wurde auch. für die Kolonien die Errichtung von N ationalwerk- 
stätten beschlossen. „Considerant, que la soci&t6 doit assurer ‚ä tous, le 
droit au travail, Le Gouvernement provisoire decrete: Sons la denomination 
d’ateliers nationaux il sera 6tabli dans les colonies des ateliers de travail dont 
organisation sera r6gl6e par arröte du ministre de la marine ct des colonics. 
In einem zweiten Dekrete, das dasselbe Datum trägt, heisst es über die Art 
der Arbeiten in den Kolonien: Les travaux des ateliers nationaux seront ScuX, 
qui s’ex6eutent dans les diffä&rents 6tablissements agricoles. Ils g’eten- 
dront A toute esndce de culture compatible aved le climat et le terraln.
	        

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Das Recht Auf Arbeit in Geschichtlicher Darstellung. Fischer, 1895.
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