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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

64 
FRANKREICH — Finanzen (Budget). 
Schätzung vom Jahre 1S56, noch immer über 1203 Mill. (1,293’! 73,80-1 
Fr.) ; allein es finden alljährlich neue Veräusserungen statt. 
Directe Steuern gibt es (wie oben aufgezählt) vier alte: 
1) Grund-, 2) Personal- und Mobiliar-, 3) ThOren- und Fenster-, 
4) Gewerbsteuer (Patentgebühr). Nur die letzte bildet eine sog. »Quoti 
tätssteuer«, deren Ertrag sich nach der Zahl und Ausdehnung der Ge 
werbe bestimmt, während die drei andern »Repartitionssteuern« sind, 
deren Summe zum Voraus auf die einzelnen Departemente, Grundstücke 
u. s. f. ausgeschlagen (repartirt) wird. — Hiezu kam in der Neuzeit 
5) die Pferde- und Luxuswagensteuer. 
Ganz enorm finden wir die indirecten Auflagen emporgeschraubt. 
Besonders lästig ist die Getränkesteuer (die verhassten ehemaligen droits 
reunís), über 213 Mill, liefernd; äusserst fiscalisch das Enregistrement, 
das über 319 Mill, einbringt, ungerechnet 76 Mill. Stempelgebühren. 
Es müssen bei jedem Immobiliarverkaufe volle 1 Proc. vom Preise be 
zahlt werden ; dazu kam schon seit der Zeit des alten Napoleon eine, 
auch in allen Friedenszeiten forterhobene, besondere »Kriegssteuer«, 
wodurch diese Auflage noch um */,o erhöht wurde ; und diesem ersten 
décime de guerre hat man 1835 sogar einen zweiten beigefügt, und 
es dauert dessen Erhebung noch fort.*) — Die Salzsteuer, frü 
her 30 Ct. für das Kilogr. (Doppelpfund), ward nach der Februarrevo 
lution auf 10 Ct. herab-, dann 1862 auf 20 hinaufgesetzt (Ertrag 71*/» 
Mill.) Der Tabak ver kauf war vor 1789 verpachtet, und brachte 
32 Mill. Fr. ein. Von 1789 bis zum J. VII war derselbe frei; von da 
bis 1811 ertrug die Steuer auf Tabak etwa 15 Mill. Fr. jährlich, ln 
diesem Jahre wurde das Monopol des Staates wieder eingeführt, und 
warf durchschnittlich 26 Mill. Fr. ab; fünf Jahre später erhöhte sich die 
Summe auf 42 Mill., bei einem Verbrauche von 352 Grammen auf den 
Einwohner; im Jahre 1841 gewann die Regie 72, und 1852 121 Mill, 
mit einem Verbrauche von 706 Grammen auf den Kopf. 1860 hat die 
Regierung den Preis des Tabaks, mit Ausnahme der Cigarren, plötzlich 
um 25 Proc. erhöht. (Bruttocrlös 226% Mill., davon 65 Mill. Kosten, 
Reinertrag also fast 162 Mill.) Den Gewinn der Einzelnverkäufer mit 
12 Proc. dazu gerechnet, geben die Consumenten über 250 Mill, jährl. 
für labak aus. Schon im J. 1858 betrug die verkaufte Quantität 
28 303,174 Kilogr., wonach sich die Consumtion jedes Individuums auf 
782 Grammen stellte. (Der Cigarrenverbrauch stieg schon 1856 auf 
.523 406,000 Stück.) Die Zölle, 1859 eine Summe von 189’193,180 Fr. 
einbringend, sanken 1860 in Folge der Tarifminderung auf 131’385,000 
herab. — Eine eigenthümliche Einkommensquelle hat sich der Staat 
*) Es mag hier bemerkt werden, dass, während man in andern Ländern 
<1611 l^inkünftcii der G6istliclikt*it nianchcrlci St6U6r6rleicht6runjç6n jçcwáhrt, 
die Güter der todten Hand in Frankreich seit 1818 mit einer eigenen Auflage 
belastet sind. Da nein lieh diese Güter in der Regel nie in andere Hände über 
gehen, so tragen sie eben auch zu denjenigen Einkünften nichts bei, welche der 
Staat gelegentlich der Mutation bezieht. Dafür wurde eine Taxe eingeführt, 
welche, dem mittleren Ertrage der Mutationsgebühr entsprechend, nun als 
Aequivalent erhoben wird. Für 1865 ist dieselbe mit 3’;i47,952 Fr. in das Budget 
eingesetzt.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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