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Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

Monograph

Identifikator:
829067299
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-71927
Document type:
Monograph
Author:
Grandhomme
Title:
Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Schumacher
Year of publication:
1880
Scope:
1 Online-Ressource (96 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung
  • Title page

Full text

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33 
Die Oxydation des so gereinigten Anthracens geschieht in Raum I 
und II in grossen verbleiten Cylindern mit Hülfe von saurem chromsauren Kali 
und Schwefelsäure. Da ein grosser Theil der Chromsäure wiedergewonnen wird, 
so ist nur ein Bruchtlieil des Oxydationsmittels als saures chromsaures Kali zuzu 
kaufen. Das erzeugte Rohchinon wird abfiltrirt; die davon abfliessende Chrom 
oxydlösung wird im Raum V mit einem Ueberschuss von Kalkmilch gefällt. Der 
Niederschlag, bestehend aus schwefelsaurem Kalk, Chromoxydhydrat und Kalk 
hydrat unterliegt in rotirenden Oefen einer Trocknung und Röstung, wobei der 
•Sauerstoff der Luft die Chromsäure regenerirt, die dann wieder in der Oxydation 
Verwendung findet. • 
Aus dem rohen Anthrachinon erhält man den reinen Körper durch Subli 
mation. In reinem Zustande krystallisirt das Anthrachinon aus Lösungsmitteln, 
wie Naphta oder Eisessig, oder beim Sublimiren in langen gelben Nadeln, schmilzt 
bei 273 ® 0. und zeichnet sich durch seine grosse Widerstandsfähigkeit gegen 
über chemischen Agentien aus. Es ist das einzige, in reiner Form hergestellte 
Zwischenproduct der Alizarinbranche. Das Anthrachinon wird durch Erhitzen 
mit rauchender Schwefelsäure, die 20—60 pCt. freies Anhydrid enthält, sulfirt, 
und die erzeugten anthrachinonsulfosauren Salze gehen durch Schmelzen mit 
Aetznatron in Alizarin über. (Kaum III.) Die Manipulationen mit der rauchenden 
Schwefelsäure geschehen in gusseisernen Kesseln unter Luftabschluss. 
Die Alizarinnatronschmelze wird in Wasser gelöst und mit Salzsäure 
oder Schwefelsäure zersetzt, wodurch der Alizarinfarbstoff in gelbrothen Flocken 
sich ausscheidet. (Raum IV.) Nach dem Abfiltriren und sorgfältigen Auswaschen 
mit Wasser werden die Filterpiesskuohen uochmals zerrührt, und der erhaltene 
orangefarbige Teig ist das Alizarin des Handels. 
Wird dieser Teig getrocknet und vorsichtig sublimirt, so erhält man das 
reine Alizarin in schönen, orangerothen Nadeln, gruppirt wie die Fahne einer 
Feder. In Wasser ist das Alizarin nur wenig löslich, wohl aber in Alkohol, Aether, 
Eisessig. 
An und für sich kein Farbstoff hat das Alizarin die Eigenschaft, mit Metall 
oxyden imprägnirte Baumwolle unter Lackbildung zu färben, und zwar erzeugt 
es auf der Baumwolle mit Thonerde Roth und Rosa, mit Eisenoxyd Violett und 
Schwarz, mit einer Mischung von Eisenoxyd und Thonerde oder mit Chromoxyd 
Braun. Auf mit Oel und schwefelsaurer Thonerde gebeizter Baumwolle erzeugt 
Alizarin das Türkischroth. Die grosse Schönheit und Aechtheit der mit Alizarin 
erzeugten Farben hat schon längst die Krappwurzel zum wichtigsten Farbstoff 
gemacht, und seit der künstlichen Erzeugung des Alizarins hat sich der Gonsum 
dieses Farbstoffs vervielfacht. 
Anschliessend an das Eingangs dieses Abschnittes über das An- 
thracen Gesagte, kann ich mich über die Darstellung des Alizarins, 
d. h. über die hierbei beobachteten Erkrankungen der Arbeiter kurz 
fassen, weil in den letzten 5 Jahren Fabrik - Erkrankungen auf der 
Alizarin-Fabrik nicht beobachtet wurden. Tab. E. 1 zeigt, dass im 
Durchschnitt 210 Arbeiter auf derselben beschäftigt waren, und dass
	        

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Die Theerfarben-Fabriken Der Herren Meister, Lucius & Brüning Zu Höchst a. Main, in Sanitärer Und Socialer Beziehung. Schumacher, 1880.
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