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Schutz dem Arbeiter!

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Bibliographic data

fullscreen: Schutz dem Arbeiter!

Monograph

Identifikator:
829324011
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85896
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Schutz dem Arbeiter!
Place of publication:
Köln
Publisher:
Bachem
Year of publication:
1890
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 264 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schutz dem Arbeiter!
  • Title page
  • Contents

Full text

Staub bewirkte mechanische Reizung der Lunge eine der wesentlichsten Gelegen 
heitsursachen für die Infection mit Tuberculose darstellt. 
„Verhältnißmäßig weit gefährlicher noch als die Stallbinhalationskrank 
heiten sind die durch die Einathmung giftiger Stoffe hervorgerufenen Er 
krankungen. Unter diejenigen Betriebe, in beiten unter 100 Arbeitern durch 
schnittlich 65—80 an gewerblichen Vergiftungen leiden, rechnet Hirt: 
„Die Gewerbebetriebe der Feucrvcrgoldcr und Feuerversilberer, Gürtler, Spiegelbeleger; 
das Arbeiten in Arsenik-, Blei-, Quecksilberhütten, mit bleihaltiger Nähseide, das Aufträgen 
bltlhaltiger Glasuren mittels Einstäuben, das Auspressen der gebrauchten Quecksilberbeutel, 
die Eontre-Oxidation des Eisens, das Einstäuben von Brüsseler Spitzen und weißen Glace 
handschuhen mit Bleiweiß, das Entsilbern des Werkbleies, die Herstellung der Zündmasse 
für Phosphor-Zündhölzchen, das Pattinsvnicren, das Verpacken der fertigen Chromfarben; 
die Fabrication von eisenhaltigen Anilinfarben, Buntpapieren, künstlichen Blumen, Baum 
wollstoffen und Tapeten, von Bleiweiß, von Blumenblättern, von Kupfereifenfarben, Phos 
phor-Zündhölzchen, Schweinfurtergrün, Zündhütchen. 
„Nach demselben Autor leiden unter 100 Arbeitern durchschnittlich 25—30 an 
gewerblichen Vergiftungen in folgenden Betrieben: 
In den Gewerbebetrieben der Anstreicher, Buchdrucker, Färber, Maler, Lackirer, Pho 
tographen, Zinngießer; in Blei-, Arsenik-, Quecksilbergruben, in Antimon-Gruben und -Hütten, 
beim Arbeiten mit Quecksilbermethyl, in Feilenhauerwerkstätten, beim Auftragen bleihaltiges 
Glasuren mittels Eintauchen, beim Bürsten der Strohhüte mit Bleiweiß, beim Beizen der 
Felle mit Arsenik und Quecksilber, beim Destilliren des Phosphors, beim Verzinnen und 
Verzinken; bei der Fabrication von Alkaloiden, arsenfreien Anilinfarben, arseniger Säure, 
Bleichromat, Bleizucker, bleiernen Spiegelrnhmen, von Chlorzink, Droguen und chemischen 
Präparaten, Firniß, physikalischen Instrumenten (Barometern und Thermometern), 3 ot)ä 
methyl, giftgrünen Kerzen, Knallquecksilber, Mennige. Musivgold, Musselinglas, optischen 
Gläsern, Rauch- und Schnupftabak, Telegraphenglocken, Verbandstoffen (Carbol- und Sa 
licylsäure), Zinnober, Zinnsalz. 
„Es ist eine große Zahl von Betrieben, die für die in ihnen Beschäftigten 
Gesnndheitsschädigungen erheblichsten Grades bedingen, und ein beträchtlicher 
Procentsatz aller gewerblichen Arbeiter gehört ihnen und andern, wenn auch min-° 
der, so doch immer noch so stark gefährdeten Betriebsarten an, das; unter dem 
Einfluß der Beschäftigung die Sterblichkeit gegenüber derGesammtbevölkerung 
eine verhältnißmäßig große ist. Wenn wir daher die durch gewerbliche 
Krankheiten hervorgebrachten Schädigungen an Leben und Gesundheit mit des 
Gefährdung der arbeitenden Bevölkerung durch Betriesunfälle vergleichen, so ist 
unverkennbar, daß letztere in ihrer Bedeutung gegen erstere erheblich in den Hi"' 
tergrund treten." 
Wir könnten die beigebrachten Beweise — namentlich aus England — dusch 
manchfache weitere Beispiele bestätigen (vergl. unsern Artikel „Arbeiterfrage" im 
„Staats-Lexicon" S. 295 ff.); wir beschränken uns auf die Wiedergabe folgender. 
Von den 16 000 Arbeitern der Krupp Äschen Gußstahlfabrik starben (nach Beyer', 
Fabrik-Industrie des Reg.-Bez. Düsseldorf) in den drei Jahren von 1872 - ^ 
429, davon 172 (fast 40 Procent) an Lungen- und Kehlkopfschwindsucht - c * n 
um so höherer Bruchtheil, wenn man bedenkt, daß nur gesunde Arbeiter 
auf Grund vorheriger ärztlicher Untersuchung angenommen werden. Neben der'
	        

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Schutz Dem Arbeiter! Bachem, 1890.
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