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Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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Bibliographic data

fullscreen: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

Monograph

Identifikator:
82998979X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-86655
Document type:
Monograph
Title:
Ursachen der Amerikanischen Concurrenz
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Bahr
Year of publication:
1883
Scope:
1 Online-Ressource (825 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Ursachen der Amerikanischen Concurrenz
  • Title page
  • Contents

Full text

Die Gebiete der Arbeitsteilung. Die Entstehung der Priester. 329 
und in den Gewerben. Wir fügen dem die Entstehung der Arbeitsteilung innerhalb 
der läberalen Berufe bei, die gleichsam die modernen Nachfolger der Priester, in 
gewissem Sinne auch der Häuptlinge und Krieger sind. Alle diese Teile der Arbeits— 
teilung gehören mehr der neueren Entwickelung an, stellen Vorgänge dar, die ebenfalls 
klassenbildend wirken, die vorhandenen drei Hauptgruppen, Aristokratie, Mittelstand, 
untere Klassen weiter scheiden, vielfach aber auch nur im Mittelstande Platz greifen. 
Wir schließen endlich mit einigen Bemerkungen über die räumliche Arbeits— 
teilung und über die Versuche einer allgemeinen Beurteilung und zahlenmäßigen 
Erfassung der Arbeitsteilung, um dann die allgemeinen Ursachen und Folgen der Arbeits⸗ 
teilung im Anschluß an diese Vorführung der Thatsachen zu erörtern. 
114. Das Priester- und Kriegertum. Häuptilinge, Priester und Krieger 
sind die Berufsarten, die zuerst mit der Ausbildung der Stammesverfassung und des 
geistigen Lebens sich von der übrigen Menge abheben. Ihre Entstehung ist oft eine 
gleichzeitige; doch scheinen Zauberer und Priester da und dort vorhanden zu sein, wo 
besondere Krieger noch fsehlen, die Häuptlinge noch wenig Bedeutung haben. 
Auch bei sehr rohen Stämmen, ja wir können fagen bei den meisten, die man bis 
jetzt näher kennen gelernt hat, findet man Zauberer und Heilkünstler; in Nordasien sind 
sie unter dem Namen der Schamanen, in Amerika als Medizinmänner, in Afrika als 
Gangas, in der Südfee unter verschiedenen Namen bekannt. Ihre Thätigkeit entspringt, 
wie wir schon oben S. 46 sahen, dem Glauben, daß die Seele des Menschen nach dem 
Tode sich da oder dort in einem Gegenstande, einem Tiere, einem Steinbilde, einem 
Grabe niederlasse, dem Menschen Verderben bringe, wenn man ihr nicht opfere, daß 
überhaupt ein Heer von Geistern den Menschen umgebe und all' sein Glück oder Unglück 
beherrsche, daß alle Krankheit auf die Geister zurückzuführen sei, daß daher die Be— 
schwörung dieser Geister, ihre Versöhnung durch immer weiter sich steigernde Kultakte, 
Blutdarbringungen, Fasten, d. h. Enthaltungen zu ihren Gunsten, und Opfer aller Art 
das dringlichste Bedürfnis sei. Leute, in die scheinbar die Geister gefahren, wie Epi— 
leptische, Nervöse, mit Veitstanz Behaftete, Kränkliche, die sich nicht wie die gewöhnlichen 
Wilden ernähren können, haben sich wohl zuerst als die der Geister Kundigen und als 
Vermittler ihren Stammesgenossen angeboten; sie erziehen ihre Kinder oder andere 
Schüler abseits in der Einsamkeit, im Walde, unter allen möglichen Kasteiungen und 
Plagen zu ähnlichem Berufe. Und so entsteht eine Klafse von Zauberern, Priestern 
und Arzten, welche, durch Zucht und Selbstbeherrschung gestählt, durch Kenntnisse und 
UÜbung aller Geisteskräfte den anderen überlegen, im Besitze von scheinbar wunder— 
kräftigen Fetischen, d. h. von den Geistern mit Zauberkraft ausgestatteten Gegenständen 
sich befinden; es sind Männer, welche mit Hülfe der ihnen zugänglichen Geister gegen 
Geschenke und Bezahlung unter allen möglichen Formeln, ekstatischen Erregungen, Be— 
schwörungen und Vermummungen, bei Feuerlicht und Musik die bösen Geister vertreiben, 
die Kranken heilen, Regen machen, die Bösewichter entdecken; daneben kundschaften sie 
die Feinde aus, tragen ihre Fetische in Kriegszügen als siegbringende Götter mit, leiten 
die Gottesurteile, werden so halb und halb die Richter und Polizeiorgane in ihrem 
Kreise, kurz erringen eine immer angefehenere, oft das ganze sociale Leben der Stämme 
beherrschende Stellung. Um die Grabdenkmäler der Haͤuptlinge, die zu Tempeln und 
Gotteshäusern werden, sammeln sich dann später die mit Land, Vieh und Sklaven, mit 
regelmäßigen Geschenken und Zehnten ausgestatteten Priesterscharen. Sie sind ursprünglich 
nach Geschlechts-, Lokal- und Gaukulten gespalten, oft auch nach den verschiedenen 
Krankheiten, die sie heilen können, nach den Fetischen und Geistern, über die sie ver— 
fügen, wie wir das in Afrika heute selbst bei recht niedrigstehenden Regern sehen. Aber 
aus der Gemeinsamkeit der Fetische, der Zauberformeln und der Lehre bilden sich größere 
Kultbünde und Genossenschaften. Und oft gerade im Zusammenhang mit großen 
nationalen und religiösen Fortschritten entsteht aus den Kämpfen der kleinen Priester— 
gruppen ein einheitlich organisierter Bund der Priester des ganzen Volkes, der die freien 
Zauberer und die alten lokalen Priesterzünfte zu unterdrücken sucht. Wellhausen hat 
uns gezeigt, wie so der Bund der Leviten, um den Jehovakultus und die Priesster—
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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