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Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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Bibliographic data

fullscreen: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

Monograph

Identifikator:
82998979X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-86655
Document type:
Monograph
Title:
Ursachen der Amerikanischen Concurrenz
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Bahr
Year of publication:
1883
Scope:
1 Online-Ressource (825 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

300 
III. Strafrecht. 
oerletzung verschiedene Tätigkeit unter Strafe gestellt sein. Dies beweist der Umstand, 
daß nach dem Buchstaben des Gesetzes auch hier eine Privatklage möglich sein würde, 
der Gesetzgeber aber die Strafverfolgung in anderer Weise als bei der Ehrverletzung im 
Auge hat. Wenigstens hat die Reichstagskommission in Übereinstimmung mit den 
Regierungsvertretern die Privatklage als ausgeschlossen erachtet, und in der Tat wäre 
diese bei einem politischen Delikt ein sehr wunderliches Ergebnis, während ihre Zweck⸗ 
mäßigkeit bei der Ehrverletzung nicht bestritten werden kann. Diese Verschiedenhen legt 
den Gedanken nahe, daß auch eine Verschiedenheit in dem Wesen der beiden gleich 
obezeichneten Delikte besteht. 
Was die Beleidigung von Behörden und politischen Körperschaften anlangt, so 
darf man nicht außer acht lassen, daß das St. G. B. fie nur gelegentlich bei der Regelung 
der Antragsbefugnis erwähnt. Es dürfte darum nur einen umfassenden Ausdruͤck für 
den Fall haben verwenden wollen, daß Mitglieder der Behörde oder Körperschaft in 
ihrer Eigenschaft als Angehörige derselben beleidigt sind, um außer den Beleidigten dem 
Vorstand der Behörde ein Antraas- und der politischen Körperschaft ein Ermächtigungs— 
recht zu verleihen. 
Wäre die Behörde oder sonstige juristische Person in der Tat beleidigungsfähig, 
jo würde sie einen zeitlich unbegrenzten Schutz genießen, während alle physischen Per⸗ 
onen, einschließlich des ehemaligen Staatsoberhauptes, schon nach zwei Generationen 
angestraft herabgesetzt werden duͤrfen (vgl. 8 189 Abs. 8 St. G.B.).“ Auch würde die 
Beleidigung von dem Zufall abhängen, daß einem zu einem bestimmten Zweé geschaffenen 
Gebilde die Rechte der juristischen Person verliehen sind. Schließlich würde jene An— 
nahme zu der eigentümlichen Konsequenz führen, daß eine vor einem Jahrhundert 
getroffene Maßnahme einer Behörde nur darum, weil diese heute noch existiert, nicht 
oerspottet werden dürfte, obwohl die Anschauungen andere geworden sind. und jene 
Maßnahme nunmehr allgemein als verwerflich erscheint. 
Die Beleidigung kann in verschiedener Form geschehen: durch Worte, Zeichen, 
Gebärden u. dergl., sog. Verbalinjurie, oder durch Täklichkeiten, sog. Realinjurie. Der 
hauptfall der letzteren war nach früherem Recht der Schlag ins Gesicht. Nach der 
eutigen, weiten Fassung der Körperverletzung geht diese Handlung regelmäßig in deren 
Begriff auf und kommt nicht als Beleidigung in Betracht. 
Hinsichtlich der Schuldform ist Vorsatz erforderlich und ausreichend. Das positive 
Recht hat einerseits auf Bestrafung der fahrlässigen Beleidigung verzichtet. Man müßte 
denn etwa Fe21 des Preßgesetzes hierhin rechnen und annehmen, daß Redakteur, Ver— 
leger, Drucker und Verbreiter wegen Veröffentlichung einer eine Beleidigung enthaltenden 
Druckschrift eine fahrlässige Beleidigung begingen. Das ist aber eine unhaltbare Auf⸗ 
fassung, der die besser begründete Ansicht gegenuͤbersteht, wonach es sich um einen eigen⸗ 
artigen Tatbestand und ein delictum sui generis handelt. Nicht die fahrlässige Be— 
leidigung des Redakteurs u. s. w., sondern die Unachtsamkeit des Redakteurs u s. w. 
oll bestraft werden unter der objektiven Bedingung, daß der Inhalt der Drucschrift 
zine vorsätzliche Beleidigung enthälti. 
Andererseits fordert das positive Recht nur Vorsatz, nirgends Beleidigungsabsicht, 
auch nicht nach F 193 St.G.B. Letzterer Paragraph hat eine andere Bedeutung. Wer 
ein Recht zu einer Außerung hat, welche an sich eine Nichtachtung bekundet, begeht 
aatürlich keine Beleidigung. In 8 198 aber hat das St. G.B. einige Gründe, nach 
denen die Rechtswidrigkeit entfällt, ausdrücklich aufzuzählen für nötig erachtet, um jeden 
Zweifel darüber auszuschließen und um zugleich zu betonen, daß auch dann, wenn die 
Außerung dem Inhalte nach nicht rechtswidrig ist, eine Beleidigung in der Form oder 
den äußeren Umständen liegen kann. So begeht zwar der Vorgesetzte, wenn er dem 
Antergebenen eine verdiente Rüge erteilt, keine Beleidigung, sollte der Vorhalt ihm auch 
eine ersehnte Gelegenheit sein, seine Nichtachtung auszudrücken; wohl aber tut er es, 
wenn er die Rüge außerhalb des Amtslokals vor Dritten, in ungebührlichen Worten 
oder mit höhnenden Gebärven eneile
	        

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Deutsche Geschichte. Gaertner, 1895.
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