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Die Arbeiterfrage

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeiterfrage

Monograph

Identifikator:
1014415187
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-22842
Document type:
Monograph
Author:
Landwehr, Ottokar
Title:
Übervölkertes Land
Place of publication:
Wien
Publisher:
Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1923
Scope:
1 Online-Ressource (59 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Arbeiterfrage
  • Title page
  • A. Erhebungs-Methode
  • B. Das seelische Verhältnis der Arbeiter zu ihrer berufsmäßigen Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen
  • C. Die positive Wünsche der Arbeiter in bezug auf die Umgestaltung ihrer ökonomischen Lage
  • D. Die Beziehungen der Arbeiter zu den sozialen Gemeinschaften
  • E. Die Stellung der Arbeiter zu den außenberuflichen Kultur- und Lebensproblemen
  • F. Schluß

Full text

dem ich meine Erlebnisse und mein Herz anvertrauen kann; 
also wenn du etwas wissen willst, so stelle Fragen. Ich werde 
dieselben beantworten.“ Ein Metallarbeiter: „Ich bin so froh, 
wenn ich einmal aufrichtig sagen kann, was mein Fühlen und 
Denken ist. Die Art und Weise Ihrer Fragestellung hat mich an 
gezogen und gaben mir meiner Meinung nach ein Recht, mein 
Herz rückhaltslos auszuschütten. Der Raum war für mich viel 
zu klein, um alles, was ich denke und fühle, aufzuzeichnen.“ Ein 
Textilarbeiter: „Ich habe mich gefreut, als mein Freund Schuster 
mir diesen Fragebogen in die Hand drückte, mich endlich einmal 
einem gebildeten Menschen gegenüber etwas auszulassen“ usw. 
Ein Werkzeugschlosser: „Seit einem halben Jahr liegt der 
Fragebogen unausgefüllt auf der Kommode, und erst jetzt habe 
ich den Mut, Ihnen mein Herz auszuschütten. Ich danke Ihnen, 
daß Sie mir Gelegenheit geben, Ihnen, der den inneren Kampf 
des Arbeiters versteht, mein Herz auszuschütten. Gewöhnlich 
erregt so etwas ja nur die Teilnahme, die man einem Überspannten 
entgegenbringt.“ 
Ein Schlosser: „Ich sende Ihnen den Fragebogen voll er 
lebter Gefühle. Ich habe noch keinen Menschen gehabt, dem ich 
in ähnlicher Weise etwas hätte andeuten können. Das stete 
Gefühl des Unverstandenseins erstickt das Bedürfnis, sein Fühlen 
jemand zu sagen, erzieht sogar direkt zum Schweigen. Dieses 
Schweigen mag das beste Resultat der Lebensschule sein, die 
seelischen Kräfte sollen sich ausgären und im Handeln ihren 
Ausdruck finden. Mich zwangen bisher die harten Proletarier 
gesichter zum Schweigen“ usw. usw. 
Am 20. Mai igio erschien in der „Bergischen Arbeiterstimme“ 
in Solingen ein Artikel, der sich gegen diese Untersuchung rich 
tete Und wie folgt schloß: „Solche Wichtigmacher, die in den 
Arbeitern lediglich Objekte für ihre Schrullen und Marotten sehen 
und sie nur benutzen, um sich mit irgendeiner sensationellen Ver 
schrobenheit einen Namen zu machen, sollte die Partei in Berlin 
sich vom Halse halten.“ (Die gar zu unschönen Kraftausdrücke 
wurden, des Harmoniebedürfnisses wegen, fortgelassen.) Diese 
Notiz ging auch in andere Parteiblätter über, endlich auch an 
die Mitteilungsblätter in Berlin, die den Bezirksführern übergeben 
werden, um daraus das Wichtigste den Genossen mitzuteilen. 
Die Wirkungen dieser Veröffentlichung waren sehr prompte, 
8
	        

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Die Arbeiterfrage. Verlag Ernst Reinhardt, 1912.
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