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Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
834619415
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77999
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde
Place of publication:
Zürich
Publisher:
Meyer & Zeller
Year of publication:
1857
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 387 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

SPANIEN — Finanzen. 
279 
entstanden war, dass die Cortes 1810 und 11 in der grössten Noth 
Privatgelder weggenommen und zur Rettung des Thrones des nämli 
chen Fürsten im Kriege gegen den „Usurpator“ verwendet hatten!—^ 
Die Cortes von 1820 fanden eine Schuldenmasse von etwa 14,000* 
Mill. Zwei Dritthcilc der Schuldurkunden gehörten aber geistlichen 
Corporationen, deren Aufhebung bereits beschlossen war. Dadurch 
verminderte sich die Schuld bis zu 4833, oder nach einer andern 
Aufstellung bis zu 5273 Mill. Zur Tilgung besase man National 
güter im (ganz niedrig taxirten) Werthe von 8633 Mill. — Nach 
Wiederherstellung des Absolutismus verweigerte König Ferdinand den 
durch die Cortes beschlossenen und von ihm selbst genehmigten An 
lehen die Anerkennung, obwohl das Geld mit zur Zahlung seiner 
Civilliste verwendet worden war. Ebenso erklärte er die Verkäufe 
von Klostergütern für nichtig; man nahm den Käufern die Grundstücke, 
ohne ihnen die bezahlten Beträge zurückzuerstatten. (Es waren 25,177 
Grundstücke verkauft worden, und zwar um die Summe von 1045 
Mill., während der Taxwerth nur 450 Mill, betragen hatte ; die wirk 
lich geleisteten Zahlungen beliefen sich auf mehr als 352 Mill.) ^ 
Nun musste Spanien noch eine Kriegsentschädigung an Frankreich 
leisten: 80 Mill. Frk., in 3prozentigen Inscriptionen in das „grosse 
Buch. “ Aber auch England forderte verschiedene Entschädigungen. 
Um dasselbe zu befriedigen, nahm Spanien zu Paris 100 Mill. Frk. 
auf, im Course von — 50 Prozent ! — Nach der Zeit der Julirevo 
lution suchte man zwar wiederholt den Staatsgläubigern und den Na 
tionalgüterkäufern gerecht zu werden; um wieder geliehen zu bekom 
men, musste man sich auch dazu bequemen, die alten Schulden an 
zuerkennen. Allein immer bildete die Finanzzerrüttung ein Hinder 
niss • immer wieder ward man auch zum Verkaufe der Geistlichen- 
güter gedrängt. So erfolgten von 1836 bis zum October 1839 Ver- 
äusserungen im Betrage von mehr als 1300 Mill. Realen; aber Alles 
reichte nicht aus. — Ein Ausschuss der spanischen Staatsgläubiger 
in London berechnete im Jahre 1840 die Schulden folgendermaassen ; 
Innere unverzinsliche Schuld 
Aeussere unverzinsl. u. aufgeschobene Schuld 
Verzinsl. Schuld . 
Realen 9,995’489,321 
2,434’344,000 
5,419748,483 
Zusammen 17,849’581,904 
In dem Berichte über das Budget für 1842 finden wir dagegen 
mir die Summe von 11,815’850,043 R. angegeben, wovon überdies 
abzuziehen seien: 300 Mill, eingezogene Forderungen des Weltclerus, 
und 1120 Mill, ausstehende Kaufgelder für Nationalgüter; sonach die 
wirkliche Schuld: 
consolidate 5,820954,000 R. mit SOO'954,982 R. Jahreszins 
unverzinsliche 4,673^806,043 „ 
Total 10,495760,043 „ wozu gegen 1000 Mill, verfall. Zinsen kamen. 
Wie colossal die Verwirrung, kann man indessen daraus abneh 
men, dass in einer amtlichen Aufstellung von Endo 1849 aufgeführt 
werden :
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Meyer & Zeller, 1857.
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