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Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine

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Bibliographic data

fullscreen: Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine

Monograph

Identifikator:
834656833
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-87979
Document type:
Monograph
Author:
Dietrich, Bernhard
Title:
Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine
Place of publication:
Frankfurt a.M.
Publisher:
Mahlau & Waldschmidt
Year of publication:
1891
Scope:
1 Online-Ressource (49 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine
  • Title page
  • Contents

Full text

18 
als Lebensaufgabe aufsaßt, hat man bei dem weiblichen Personal im Kans- 
mannsstande geltend gemacht, „daß fast alle Handlungsdienerinnen ihre 
schnell geschaffenen Stellungen nur als eine vorübergehende Erwerbsquelle 
betrachten, aus der sie so lange zu schöpfen gedenken, bis ihnen die Mög 
lichkeit geboten wird, sich zu verheiraten". (Kausm. Blätter 81 Nr. 13). 
Die Nichtigkeit dieser Bemerkung muß im allgemeinen zugegeben werden, 
wenngleich die Statistik gezeigt hat, daß ein nicht unbedeutender Prozentsatz 
weiblicher Personen auch in höheren Altersklassen im Handelsgewerbe thätig 
ist. Wenn daher für die einzelnen die Thätigkeit im Handelsgewerbe unr 
eine vorübergehende ist, oder als solche gedacht wird, so ist doch keineswegs 
die Gesamterscheinung der Frauenarbeit als eine vorübergehende aufzufassen. 
Im Gegenteil, grade der fortwährende Nachschub weiblicher Personen, von 
denen jede einzelne sich ihre Thätigkeit als nur vorübergehend denkt, macht 
die Konkurrenz der Frauenarbeit so gefährlich. Gerade hierdurch wird den 
Frauen im Handelsgewerbe die Möglichkeit genommen, sich in Vereinen zu 
organisieren, ganz abgesehen davon, daß unsere gesellschaftlichen Zustände 
eine derartige Organisation erschweren. Der Schlnßcffekt dieser Zwangs 
lage ist eine große Gefügigkeit der Frauen gegen jedweden Lohndrnck, dessen 
rücksichtslose Anwendung eine große Zahl gewisser Geschäftsleute für unbe 
denklich halten. Die sittlichen Gefahren, welchen junge Mädchen in Hand- 
lungsgeschäften ausgesetzt sind, seien hier übergangen. 
Wenn daher die Verminderung der Konkurrenz der Frauenarbeit von 
einer zu verlangenden Prüfung nicht erwartet werden darf, so scheint es 
ebenso ausgeschlossen, die Verminderung der Frauenarbeit von einer höheren 
Auffassung des kaufmännischen Berufs seitens der Geschäftsinhaber selbst 
zu erhoffen. Auch hier bleibt als einziges durchgreifendes 
Mittel das geschlossene Vorgehen kauf m ä n n i s ch e r Verei n e. 
In engem Zusammenhange mit den Fragen der Konkurrenz der 
Lehrlings- und der Frauenarbeit im kaufmännischen Gewerbe stehen die 
Fragen des Arbeitslohnes, der Arbeitszeit und des Arbeits 
vertrags. 
Auch ans diesen Gebieten macht sich zunächst wieder der Mangel an 
exaktem statistischen Material fühlbar. Bezüglich des Arbeitslohnes 
dürfte es insbesondere nicht schwer fallen, gelegentlich der von verschiedenen 
kaufmännischen Vereinen sehr intensiv betriebenen Stellenvermittelung ein 
ausreichendes Material zu beschaffen und dasselbe in den Jahresberichten 
weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Einen gewissen Anhalt gewähren 
die Veröffentlichungen von Vakanzen seitens des Hamburger Vereins für 
Handlungscommis von 1858, des Frankfurters und einiger anderer Vereine in 
den kaufmännischen Blättern. Das durchschnittliche Jahresgehalt der Cvmp- 
toiristen gravitiert hiernach um M. 1500.—, wobei auf die Kenntnis der 
doppelten Buchführung und auf gute Handschrift ein besonderes Gewicht gelegt 
wird. Für Lageristen und Verkäufer ist das Gehalt etwas niedriger, es schwankt 
zwischen Nt. 1000.— und Nt. 1400.— Korrespondenten werden gewöhn 
lich gut bezahlt mit M. 2000—3000.—, indessen sind die Anforderungen, 
welche an dieselben gestellt werden, besonders bezüglich der Sprachkennt- 
nisse, oft unverhältnismäßig hohe, eine Erscheinung, die auch vielfach in
	        

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Die Sozialversicherung in Der Union Der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Neuer Dt. Verl., 1925.
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