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Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen

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Bibliographic data

fullscreen: Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen

Monograph

Identifikator:
83532351X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-26252
Document type:
Monograph
Author:
Gebhard, Hermann
Title:
Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Heymann
Year of publication:
1893
Scope:
1 Online-Ressource (X, 328 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die nach dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetze versicherten Personen
  • Title page
  • Contents

Full text

158 
Zu Ziffer IV der Anleitung Anm. 10. 
seien. Denn daß dieselben in Handfertigkeiten Unterricht ertheilen, hebt sie 
nach der Ansicht des Königl. Ministeriums an sich über den Kreis derjenigen 
„Hilsspersonen", „deren Thätigkeit in wirthschaftlicher und sozialer Beziehung 
der des Arbeiters, Gesellen oder Dienstboten im Allgemeinen glcichwerthig ist" 
sAnltg. XII. Abs. 1), ebensowenig hinaus, wie etwa die ausschließliche Ver 
wendung eines Handwerksgesellen zur Anleitung und Ausbildung von Lehr 
lingen diesen der Versicherungspflicht überhebt." 
t Gerade bei Personen der im Vorhergehenden besprochenen Art ivcrden 
Fälle sowohl von der Art nicht selten sein, daß die die Unterweisung in 
mechanischen Fertigkeiten in Schulanstalten ertheilenden Personen dies nur 
nebenher thun, sei es, daß sie Lohnarbeit überhaupt nicht verrichten, also 
selbstständige Unternehmer sind, sei es, daß sie in einem regelmäßigen, die 
Versicherungspflicht begründenden und durch die Unterrichtsertheilung keine Unter 
brechung erleidenden Arbeits- oder Dienstverhältnisse zu einem bestimmten 
Arbeitgeber stehen, als auch Fälle von der Art, daß ihre Beschäftigung in der 
betreffenden Anstalt gleichzeitig theils den Charakter von versicherungs 
pflichtigen, theils von nichtversicherungspflichtigen Geschäften haben. Auf Fälle 
der ersteren Art weist auch der oben angeführte Bescheid des badischen Landes- 
Versicherungsamtes vom 4. März 1891'hin; einen Fall der letzteren Art aber 
behandelt das Reichs-Versicherungsamt in seiner Rev.Entsch. vom 22. Januar 
1892 Nr. 106 (A. N. f. I. u. A.V. 1892 S. 22), betreffend einen „Hausvater", 
der von einem Kuratorium bei der Verwaltung eines „Rettungs 
hauses" beschäftigt war. „Ohne auf die Frage der Versicherungspflicht 
der „Hausväter" im Allgemeinen einzugehen, hat das Neichs-Versicherungsamt 
bei der Beurtheilung des vorliegenden Falles erwogen, daß die Thätigkeit des 
Klägers sich in zwei Richtungen bewege, insofern sie sich einmal auf die ivirth- 
schaftliche Leitung des Rettungshauses, dann aber auf die Erziehung der in 
dasselbe aufgenommenen Kinder erstrecke. 
In ersterer Beziehung kann dem Schiedsgericht nur beigetreten werden, 
wenn es die Verwaltung der Anstalt, welche über den Umfang eines gewöhn 
lichen Haushaltes hinausgeht, insbesondere aber eine nicht ganz unbedeutende 
Landwirthschaft umfaßt, als einen Betrieb im Sinne des Jnvaliditäts- und 
Altersversicherungsgesetzcs und der Nr. XIV der Anleitung vom 81. Oktober 
1890 ansieht. Da nun der Kläger die in diesem Betriebe vorkommenden 
Arbeiten, welche theils durch die Pfleglinge der Anstalt, theils durch besonders 
angenommene Personen verrichtet werden, zu beaufsichtigen und zu leiten hat, 
so unterliegt es keinem Bedenken, seine Stellung in dieser Beziehung als die 
eines Betriebsbeamten anzusehen. 
Was sodann die Erziehung der in das Nettungshaus aufgenommenen 
Kinder anlangt, so ist nach Lage der Akten anzunehmen, daß dieselbe, soweit 
es sich nicht um schwachsinnige Kinder handelt, dem Kläger keineswegs aus 
schließlich obliegt, daß vielmehr die Kinder mit der gedachten Allsnahme die 
Stadtschule besuchen. Dem Kläger ist sogar ausdrücklich untersagt, andere als 
die schwachsinnigen und zurückgebliebenen Kinder selbst zu unterrichten, und 
er hat glaubhaft angegeben, daß ihm dazu auch die für den Lehrerberuf er 
forderte Vorbildung fehlt. Seine Thätigkeit ist im Wesentlichen darauf ge- 
richtet, die Kinder durch strenge Aufsicht an einen geordneten und sittlichen 
Lebenswandel zu gewöhnen, nicht aber die geistige Ausbildung, welche ste in 
der Schule erhalten, wesentlich zu fördern lind zu erweitern. Insbesondere 
kann es sich auch bei den schwachsinnigen und zurückgebliebenen Pfleglingen 
nur um eine Unterweisung handeln, welcher ein wisseisichaftlicher Charakter 
nur in geringem Maße innewohnt, so daß auch diese Seite der Thätigkeit in 
der Hauptsache als eine höhere, mehr geistige, die Versicherungspflicht aus 
schließende Beschäftigung nicht gelten kann. Hat aber, was dahingestellt bleiben 
mag, der Kläger bei der Erziehung der Anstaltskinder auch Obliegenheiten
	        

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Die Nach Dem Invaliditäts- Und Altersversicherungsgesetze Versicherten Personen. Heymann, 1893.
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