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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
870114468
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-49468
Document type:
Monograph
Author:
Supino, Camillo http://d-nb.info/gnd/133916456
Title:
Le crisi industriali
Place of publication:
Milano
Publisher:
Federazione italiana delle Biblioteche popolari
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (87 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

75 
das Geldeinkommen 5 sich nur 1 Stück kaufen konnte, kann er sich jetzt 2 
kaufen, aber für das Geldeinkommen 30 erstand er früher 6 Stück, so daß 
sein Realeinkommen in unserem Beispiel um 66,6 Prozent gefallen ist. Um 
gekehrt sehen wir, daß der Gläubiger einen Gewinn erzielt. 
In analoger Weise können wir den Fall untersuchen, daß die Kaufkraft 
des Geldes auf die Hälfte sinkt, etwa unter dem Einfluß einer Notenemission 
im Kriegsfall, wie wir sie oben besprochen haben. Da die Schuldsumme un 
verändert bleibt, hat der Schuldner einen erheblichen Gewinn, in unserem 
Falle von 33,3 Prozent. Der Gläubiger dagegen hat einen Verlust. 
Wie ich schon flüchtig erwähnte, ist es in der Praxis sehr schwer, 
das Realeinkommen ins Auge zu fassen, weil die Kaufkraft des Geldes 
sich verschiedenen Waren gegenüber in verschiedener Weise ändert und man 
diese Veränderungen nicht ohne weiteres addieren kann. Es ist eine viel erörterte 
Frage, ob man überhaupt eine theoretisch völlig zulässige Methode angeben 
kann, welche es gestattet, die „Gesamtkaufkraft“ verschiedener Zeitpunkte mit 
einander zu vergleichen. Auch die unmittelbare Vergleichung verschiedener Real 
einkommen macht erhebliche Schwierigkeiten, wenn diese Realeinkommen aus 
verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt sind. Es kann ja z. B. das Wohnen 
teurer, das Essen billiger geworden sein, und daher können sich z. B. die 
Wohnungsverhältnisse verschlechtert, die Nahrungsverhältnisse verbessert haben. 
Wie man aber die Änderung im ganzen zu bewerten hat, kann fraglich bleiben. 
Das sind aber Probleme, auf die ich nur hinweisen wollte, um zur Vorsicht 
zu mahnen. 
Nach dem Gesagten ist es klar geworden, daß im Falle einer Kaufkraft 
veränderung des Geldes die Bevölkerung nicht als einheitlicher Körper be 
trachtet werden darf. Wir sehen nun auch, wer aus dem „guten“ Geld Ge 
winn zieht, wer in seinem Interesse dafür eintreten wird, daß die Kaufkraft 
des Geldes steigt ; es sind dies vor allem die Geldverleiher, die Bankiers, 
daneben aber auch andere Bevölkerungsgruppen, deren Interessen mit denen 
der Bankiers sonst keineswegs zusammenfallen, nämlich die Beamten. Vor 
allem sind es jene Beamtenschichten, die nicht verschuldet sind. Ein Staats 
beamter und Offizier kann im allgemeinen nicht damit rechnen, daß sein Ein 
kommen entsprechend der Kaufkraftveränderung geändert wird. Sinkt die 
Kaufkraft des Geldes, so findet meist nur nach vielen Verhandlungen und sehr 
langsam eine entsprechende Erhöhung der Gehälter statt. Der Staatsbeamte 
ist daher während längerer Zeiträume seinem Einkommen nach mit einem 
Rentner vergleichbar, der eine unveränderliche Geldsumme erhält, unabhängig 
von der Kaufkraft des Geldes. Der Staatsbeamte kann nicht so leicht Ände 
rungen der Verträge durchsetzen, wie etwa der Arbeiter. Wenn sich die Kauf 
kraft des Geldes erheblich ändert, so kann der Arbeiter durch Streiks seine 
Position verbessern. Streiks der Beamtenschaft sind im großen und ganzen 
praktisch nicht in Rechnung zu ziehen, zum Teil sind sie sogar durch eigene 
Bestimmungen unmöglich gemacht oder sehr erschwert. Die Staatsbeamten 
und Offiziere sind daher wesentlich auf die Parlamente angewiesen. Alle 
diese Momente sind für den Kriegsfall von größter Wichtigkeit. 
Es ist nach dem Gesagten verständlich, daß es zuweilen agrarische 
Kreise sind, welche der steigenden Kaufkraft des Geldes wenig freundlich 
gegenüberstchen und daher Emissionen von Noten oder minderwertigem metal 
lischen Zeichengeld vielfach begrüßen. Es hängt dies zum Teil damit zu 
sammen, daß ein großer Teil der Landwirte hypothekarisch belastet ist und 
die sinkende Kaufkraft ihnen die Abzahlung der alten Schulden erleichtert. 
Wenn daher während eines Krieges durch Zeichengeld- 
ausgabe die Kaufkraft des Geldes sehr sinkt, kann dies 
die Entschuldung der Landwirte fördern. 
Die Wirkungen der Geldvermehrung auf die Kaufkraft sind übrigens 
nicht an das Zeichengeld gebunden, sie können auch bei vollwertigem Geld 
auftreten. Es wäre durchaus denkbar, daß z. B. die Goldausbeute derart zu 
nimmt, daß in Österreich-Ungarn durch die vermehrten Prägungen von Zehn- 
und Zwanzig-Kronenstücken die Kaufkraft des Geldes abnimmt. Wir besitzen 
in dieser Beziehung bereits wichtige Erfahrungen. In den siebziger Jahren
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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