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Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

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Bibliographic data

Metadata: Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes

Monograph

Identifikator:
875732070
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-2128
Document type:
Monograph
Author:
Sagorsky, Simon http://d-nb.info/gnd/126895481
Title:
Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Ernst Reinhardt, Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1908
Scope:
1 Online-Ressource (II, 208, V Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Kapitel III. Die wirtschaftliche Lage der Bauernschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zum Kampf um die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klein- und Mittelbetriebes
  • Title page
  • Contents
  • Forschungs-Institute für den industriellen Mittelstand
  • Die Exportvereinigung im Fachgebiet
  • Gegenwarts- und Zukunftsarbeit im industriellen Grossbetrieb
  • Die Doppelstellung im Konsulatwesen
  • Die Dringlichkeitsfrage sozialer Aufgaben
  • Die Fabrikzeitung
  • Zur Jugendbewegung
  • Der Schutz der Arbeitswilligen
  • Die Unsittlichkeit im Erwerbsleben
  • Zeitgemässe Werkorganisation
  • Die konfessionelle Zerrissenheit im Mittelstand
  • Das Mittelstandsproblem
  • Schlusswort

Full text

9 
Betriebs- und Montagevorschriften, Kolliverzeich 
nisse gänzlich fehlen. 
Heute betrachten noch viele Fabrikanten den 
Weltmarkt als die grosse Absatzreserve, auf die sie 
nach Belieben zu jeder Zeit zurückgreifen können, 
wenn der Absatz im Inland für sie nachlässt. 
Das ist schon zutreffend, wo es sich um den Ver 
kauf von Kohle, Roheisen, Halbzeug usw. handelt. 
Im Maschinenbau jedoch, wo es sich sehr oft um 
Anlagen handelt, wo Projekte und Montagen er 
forderlichsind, bedarf die Ausnutzung der grossen 
Absatzreserve doch einer sehr sorgfältigen, vor 
bereitenden Bearbeitung. Bei dem Zusammen 
schluss von Fabrikanten des Fachgebietes stellt 
sich nun allerdings ein Hindernis in den Weg, 
und das ist die konstruktive Verschiedenheit in 
der Ausführung der Einzelmaschinen. Es ist aber 
praktisch zu überwinden, wenn die Vereinigung 
die Normalisierung einzelner Maschinen, wie sie 
sich speziell für den Export eignen, in Bezug auf 
Teilbarkeit beim Transport etc. falls erforderlich, 
in die Hand nimmt. Die Exportvereinigung des 
Fachgebietes gibt ihre eignen Exportkataloge 
heraus, nach denen die Reiseingenieure im Aus 
land in Verbindung mit den der Vereinigung an 
geschlossenen Exporthäusern verkaufen, und die 
dieGrundlagefürdie Projektbearbeitungen bilden. 
In dem Zustandebringen dieser Exportnormal 
kataloge liegt natürlich der Schwerpunkt für die 
Gründungsmöglichkeit derartiger Exportver 
einigungen im Fachgebiet. Die Fabrikanten, die 
sich zu diesem Zweck vereinigen wollen, haben 
eine technische Kommission aus ihren Oberin 
genieuren zu bilden, die sich dahin verständigen, 
wie nach Leistungsfähigkeit und Grösse der 
einzelnen Betriebe die Ausführung der für den 
Export von dem Verkaufsbüro bestellten Ma 
schinen verteilt werden soll. Dieses Ziel ist be 
festem Willen, eine Exportvereinigung zu schaffen, 
praktisch erreichbar. Die Exportvereinigung in 
Form einer Gesellschaft m. b. H. entwirft einen 
Plan für die Bearbeitung der einzelnen Absatz 
gebiete und tritt mit Exporthäusern in Beziehung, 
die in den betreffenden Gebieten bereits ausge 
dehnte Verbindungen besitzen. Zur Herstellung 
der Interessengemeinschaft übernehmen diese Ex 
porteure dann auch Anteile der Exportvereinigung, 
während die Kosten für die Aussendung der Fach 
ingenieure je nach den Verhältnissen vielleicht 
auch von den Exporthäusern mitgetragen werden. 
Die zielbewusste und planmässige Bearbeitung 
der Absatzgebiete mit der Unterstützung von Fach 
ingenieuren wird genügend Arbeit bringen 
können, um ev. in Uebersee dauernd Monteure 
beschäftigen, Reparaturwerkstätten einrichten und 
Ersatzteile für schnelle Hülfe an Lager halten zu 
können. Diese Vorteile sind aber so bedeutend, 
dass solche Lieferer sich überall bei den Ab 
nehmern in bevorzugte Stellungen bringen. 
Wenn wir heute lesen, dass in Frankreich ein 
Konzern mit 5 Milliarden für die wirtschaftliche 
Durchdringung von Südamerika gegründet 
worden ist, wenn wir erfahren, wie die ameri 
kanische Industrie mit Zielbewusstheit dauernd 
rüstet, um mit grossem Kapital und glänzenden 
organisatorischen und technischen Hilfsmitteln 
an die Eroberungdes Weltmarktes herantritt, dann 
sollte es bei den tatsächlich vorhandenen Gefahren 
auch den deutschen Industriellen zur Gewissheit 
werden, dass auch sie sich rühren und nach Or 
ganisationen suchen müssen, die sich in An 
passung an unsere eigentümlichen deutschen Pro 
duktionsverhältnisse schaffen lassen. 
Oegenwarts- und Zukunftsarbeit im industriellen 
Qrossbetrieb 
E ine unserer grössten und ältesten Maschinen 
fabriken hat in ca. 10 Jahren mehr als ein 
Dutzend Direktoren gehabt. Dieser häufige 
Wechsel der Direktoren ist aber nicht eine Einzel 
erscheinung, sondern typisch, und es dürfte loh 
nend sein, hier einmal eine Statistik aufzustellen. 
Der Betrieb der wirtschaftlich selbstständigen 
Persönlichkeit und der Betrieb in Gestalt der un 
persönlichen kapitalistischen Gesellschaft mit einem 
oder mehreren Direktoren an der Spitze, weist 
ganz erhebliche Unterschiede auf in Bezug auf die 
Tendenz, Gegenwartsarbeit oder Zukunftsarbeit 
zu leisten; ebenso ist die Stellung der Arbeiter und 
Angestellten in beiden Betriebsformen erheblich 
verschieden. Der Direktor einer Gesellschaft, von 
dem die Aktionäre möglichst hohe Dividenden 
erwarten, muss alle Ausgaben für die Zukunft, 
soweit es irgend möglich ist, unterlassen, da sie 
ihm an dem Gewinnerträgnis der Gegenwart 
fehlen würden und für seine Brauchbarkeit, sowie 
als Masstab seiner Tüchtigkeit, vorwiegend die 
Oegenwartsdividende massgebend ist. Im wirt 
schaftlichen Einzelbetrieb ist es erheblich anders, 
denn der Fabrikbesitzer ist fremden Personen 
keine Rechenschaft schuldig über die Richtlinien, 
die er in seiner Geschäftsführung verfolgt. Er 
kann vorausschauen, kann Vorarbeiten und In 
vestierungen vornehmen, die sich vielleicht erst 
nach einem Jahrzehnt rentieren werden, z. B. für 
das Ueberseegeschäft, dessen Bearbeitung oft viele 
Jahre systematischer Propaganda und Pionierar 
beit erfordert, auch für Erfindungen usw. Selbst 
verständlich haben wir auch Grossbetriebe, die in 
der Lage sind, auf Jahre hinaus vorzuarbeiten, die
	        

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Zum Kampf Um Die Wirtschaftliche Selbständigkeit Des Klein- Und Mittelbetriebes. Verlag von Duncker & Humblot, 1914.
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