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Grundzüge der Sozialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundzüge der Sozialpolitik

Monograph

Identifikator:
876559135
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-1676
Document type:
Monograph
Author:
Borght, Richard van der http://d-nb.info/gnd/11625274X
Title:
Grundzüge der Sozialpolitik
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von C. L. Hirschfeld
Year of publication:
1904
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 566 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundzüge der Sozialpolitik
  • Title page
  • Contents
  • I.Teil. Allegeines
  • II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik
  • III. Teil. Selbständige sozialpolitische Arbeit der Selbstverwaltungskörper und der Privaten
  • IV. Teil. Wohlfahrtspolitik in Bezug auf sonstige Personen in unselbständiger Arbeitsstellung

Full text

292 
II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik. 
Arbeitstage verloren gegangen. Rechnet man nur einen Lohn von 
2 M. auf den Tag, so stellt sich der Lohnausfall allein bereits auf 
180,4 Mill. M.. im Jahr 1893 war er 62,4 Mill. M., 1897: 22,9 Mill. M., 
1898: 30,6 Mill. M. Der Maschinenbauerstreik von 1897/98, der 
3lWochen dauerte, hat den Arbeitern an Lohnausfällen, Unterstützungen 
und Streikgeldern 70—90 Mill. M. gekostet. Welche beträchtliche 
Lohnsteigerung müßte erzielt werden, um solche Verluste mit all den 
nachteiligen Folgen, die sich daraus für die wenig leistungsfähige Ar 
beiterwirtschaft ergeben, wirklich auszugleichen! Der Ausgleich wird 
erschwert dadurch, daß die Unternehmer hei längeren Streitigkeiten 
tielfach einen Teil der bisherigen Absatzgebiete verlieren und nach 
Wiederherstellung des Friedens nicht gleich Ersatz schaffen können. 
Dadurch vermindert sich ihr Bedarf an Arbeitskräften überhaupt. 
Überdies sind nicht selten die Stellen der ausständigen Arbeiter in 
zwischen durch Zuzug von auswärts besetzt. Während des schon er 
wähnten Maschinenbauerstreiks in England 1897/98 sind rund 25 000 
Mann neu in dieses Gewerbe eingetreten. Das bedeutet, daß es den 
ausständigen Arbeitern vielfach nicht gelingt, ihre alte Arbeitsstelle 
wieder zu erhalten, daß sie aber auch oft anderswo vergeblich um 
Arbeit nachsuchen, weil die Verhältnisse des Arbeitsmarktes für den 
betreffenden Beruf im ganzen durch den Eintritt neuer Kräfte ver 
schoben sind. 
Das sind zunächst privatwirtschaftliche Wirkungen. Aber sie 
sind für die Volkswirtschaft von großer Bedeutung. Die Verschlech 
terung der Lebenshaltung und infolgedessen auch die Steigerung der 
Krankfälligkeit während der Arbeitsstreitigkeit und die Verschiebungen 
auf dem Arbeitsmarkt und in den Absatzverhältnissen und die ganze 
gewaltsame Unterbrechung der Produktion schlagen der Volkswirt 
schaft Wunden, die oft nur mit großen Opfern zu heilen sind. Das 
gilt umsomehr, als die Wirkungen sich vielfach nicht auf die zunächst 
beteiligten Berufe beschränken, sondern auch viele andere und mit 
unter — z. B. bei einer längeren Unterbrechung der Kohlengewinnung 
oder des großen Verkehrs — die ganze Volkswirtschaft in der normalen 
Entwicklung stören und hindern. Auch die Erregung, der Haß, die 
Leidenschaftlichkeit, die ein längerer Kampf erzeugt, die Verbitterung 
des unterliegenden Teils, die Siegesfreude des gewinnenden Teiles 
sind die Quelle ernster Gefahren für die Volkswirtschaft, da sie die 
Unzufriedenheit der Massen mit der bestehenden Ordnung steigern. 
Nach allem ist es nicht zu viel gesagt, daß die Arbeitsstreitigkeiten 
ein Übel für die Volks- und Privatwirtschaft sind, und die Verant 
wortung derer, die ohne die zwingendsten Gründe derartige Kämpfe 
hervorrufen, ist ungeheuer groß. Trotzdem wäre es verkehrt, die Ar 
beitsstreitigkeiten überhaupt zu verwerfen. Sie sind unter Umständen
	        

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Grundzüge Der Sozialpolitik. Verlag von C. L. Hirschfeld, 1904.
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