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Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im neunzehnten Jahrhundert

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Bibliographic data

fullscreen: Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im neunzehnten Jahrhundert

Monograph

Identifikator:
877373647
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-2112
Document type:
Monograph
Author:
Rybark, Joseph http://d-nb.info/gnd/103617865X
Title:
Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im neunzehnten Jahrhundert
Edition:
Sonderabdr.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Verlag für Landwirtschaft. Gartenbau und Forstwesen
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 55 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die deutsche Viehzucht im 19. Jahrhundert
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im neunzehnten Jahrhundert
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Das Wachstum des Ackerlandes und die Entwicklung der Anbauverhältnisse
  • Die Steigerung der relativen und absoluten Ernteerträge während des ganzen Jahrhunderts
  • Die Entwickelung der letzten Jahrzehnte im Besondern
  • Die deutsche Viehzucht im 19. Jahrhundert
  • Die Steigerung der Fleischerzeugung
  • Die Steigerung der gesamten landwirtschaftlichen Produktion

Full text

39 
über den niedrigen Stand der damaligen Tierhaltung. Beispiele von besserer 
Haltung und Pflege der Tiere, von Putterbau und Sommerstallfütterung 
werden allerdings hier und da angeführt, gehörten aber zu den Ausnahmen. 
Unter solchen Verhältnissen konnte natürlich die Kraftleistung der 
Tiere und ihre Ergiebigkeit an Fleisch, Milch usw. keine grosse sein. Thaer 
sagt an einer Stelle 1 ) ausdrücklich: „Das aus Mangel an Weide kraftlose 
Zugvieh vollbrachte sehr wenig Arbeit an einem Tage.“ Das Gewicht, 
welches die einzelnen Tiere erreichten, war vielfach ein unglaublich kleines. 
So berichtet Schwerz 2 ) von dem Kindvieh in der Eifel: „Eine magere 
Kuh wiegt 150—200 Pfund, ein Ochse bis 300 Pfund“; in den Grafschaften 
Tecklenburg und Lingen: „Die allergrössten Kühe mögen 250—300 Pfund 
wiegen“; im Fürstentum Münster: „Das hiesige Vieh gehört zu der kleinsten 
Höhenrasse. Eine Kuh wiegt fett 300 Pfund“; im Fürstentum Paderborn: 
„Bei den gewöhnlichen Bauern wiegt eine Kuh zwischen 2 und 300 Pfund, 
auf den Ökonomien 4—600 Pfund“; am Khein und an der Mosel, wo 
Stallfütterung schon sehr verbreitet war: „Das Gewicht einer schlachtbaren 
Kuh geht in der Regel nicht über 3—400 Pfund. Die von 5—600 sind 
Ausnahmen. Die Ochsen wiegen zwischen 5—700 Pfund.“ Nur im 
Herzogtum Jülich, „der vorzüglichsten Ackerprovinz diesseits der Weser“, 
kam eine schlachtbare Kuh im Durchschnitt auf 450—600 Pfund. Auch 
in Kleve, Geldern und Mörs erreichten die Kühe ein höheres Gewicht, 
4—500 Pfund, von Fettweiden auch wohl 6—700. Diese Angaben be 
treffen das Vieh in Westfalen und Rheinpreussen. Bezüglich Norddeutsch 
lands schreibt Thaer 3 ) folgendes: „Wir nehmen Kühe von der gewöhn 
lichen Höhe- oder Landrasse des nördlichen Deutschlands, solche aber 
unverkrüppelt und ausgewachsen an. Eine Kuh dieser Art wiegt in dem 
Zustande, worin sie sich auf einer gehörigen Weide befindet, lebendig 
400 Pfund und wenn sie geschlachtet wird, 220 Pfund an Fleisch. Sie gibt 
300 Tage im Durchschnitt 2 l / 2 Quart Milch oder jährlich 750 Quart (859 1) 
und daraus 62 Pfund (29 kg) Butter neben Käse, Molkenabfall und Kalb.“ 
Die Worte „worin sie sich auf einer gehörigen Weide befindet“ lassen 
vermuten, dass die Ziffern Thaers wahrscheinlich noch über dem Durch 
schnitt stehen; denn wie wir oben sahen, waren die Weiden bezw. die 
sonstige Ernährung des Viehes meist nicht „gehörig“. Dieterici nahm 
nach den Ergebnissen der Akzise für den ganzen preussischen Staat im 
Jahre 1802 als durchschnittliches Schlachtgewicht (Fleisch, Knochen und 
Fett, mit Ausnahme der Füsse, des Darmfettes und der Eingeweide) an: bei 
einem Ochsen 300 Pfund, Kuh 200, Stück Jungvieh 100, Kalb 24 Pfund. 4 ) 
Man kann nach alledem sagen, dass das durchschnittliche Lebendgewicht 
einer Kuh vor 100 Jahren kaum 400 Pfund erreicht hat. Dagegen hatten 
die 10458631 Kühe, welche die Viehzählung von 1900 in Deutschland er 
mittelt hat, ein Gewicht von 4592378,5 Tonnen, die einzelne Kuh wog 
0 Anna! Jahrg. 1811, S. 453. 
2 ) Beschreibung der Landw. in Westfalen und Rheinpreussen. Stuttgart 1836 II 
S. 143; I, S. 119; I, S. 148, 360; H, S. 204, 100. 
3 ) Ausmittelung des Reinertrages der produktiven Grundstücke. Berlin 1813. S. 91. 
4 ) Vergl. Schmoller, Die Grösse des preussischen Viehstandes, a. a. 0. S. 749.
	        

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Die Steigerung Der Produktivität Der Deutschen Landwirtschaft Im Neunzehnten Jahrhundert. Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Verlag für Landwirtschaft. Gartenbau und Forstwesen, 1905.
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