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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

65. Die Konzentration der Kreditbanken. 
269 
beratung den Vorteil der Neutralität, wenn er sich mit dem Konsor- 
tialgeschäft nicht befaßt, und er verfügt auch persönlich in der Regel 
über eine reichere Erfahrung als der Schalterbeamte der vepositenkasse. 
4. In London und Newport haben die Privatbanken bei Finan 
zierung von Unternehmungen eine entscheidende Stellung erlangt und 
in New pork beherrschen sie geradezu das übrige Bankwesen. Ruf dem 
Kontinent dagegen haben sich selbständige Finanziers bisher nur aus 
nahmsweise durchsetzen können,' der Einfluß der großen Aktienbanken 
war hier bisher fast unbestritten. — 
Es hat nicht an Bemühungen gefehlt, die Konzentration im Bank 
wesen zu bekämpfen und zwar sowohl der Verdrängung der Privat 
bankiers wie der Aufsaugung der lokalen Aktienbanken entgegenzuwirken. 
Oie Mittel, welche die Privatbanken selbst angewandt haben, haben 
wir großenteils schon erwähnt: Sie haben in Deutschland eine Scheck 
vereinigung gegründet, in Frankreich und in der Schweiz Syndikate 
zur Uebernahme von Effekten geschaffen, die von ihnen gemeinsam 
placiert werden, in England Bilanzen veröffentlicht. Einer wirklich 
wirksamen Grganisation setzt aber die außerordentliche Verschiedenheit 
der Vermögenslage, des sozialen Ansehens, des Grades der Ab 
hängigkeit von den Aktienbanken, endlich die starke Individualität gerade 
der in diesem Beruf beschäftigten Persönlichkeiten entscheidende Hinder 
nisse in den Weg. vereinzelt wurden auch auf dem Kontinent staat 
liche Maßnahmen im Sinne einer Mittelstandspolitik gefordert, da durch 
den Konzentrationsprozeß selbständige Kaufleute durch abhängige Be 
amte ersetzt würden: aber kaum irgendwo würde staatliche Hilfe für 
denjenigen, dem sie zugesagt ist, so schädlich sein wie in diesem Berufe. 
Wie der Arzt nicht krank sein darf, weil sonst seine Patienten das ver 
trauen verlieren, so darf der Bankier nicht schutzbedürftig scheinen, weil 
ihm schon die bloße Diskussion seiner Vermögensverhältnisse schadet. 
Dem Privatbankierstand haben die Debatten über seine Existenzmög 
lichkeit schweren Nachteil zugefügt. — 
Auch die Provinzbanken gerieten überall in Abhängigkeit von den 
hauptstädtischen Instituten,' eine Ausnahme machten nur die vereinig 
ten Staaten, wo die Gesetzgebung die Errichtung von Bankfilialen außer 
halb des Bundesstaates, in welchem die Bank ihren Sitz hat, verbietet. 
Bei den Verhandlungen zur amerikanischen Bankreform wurde auch 
eine Frage vielfach erörtert, auf die man in Europa bisher wenig geachtet 
hatte: Die Stellung der Notenbanken zur Konzentrationsfrage, von 
demokratischer Seite wurde die These aufgestellt, daß eine Zentralnoten 
bank die Konzentration fördere. Diese Ansicht wiederspricht der in Eu
	        

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Our Mineral Reserves. Gov. Print. Off., 1914.
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