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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

O 
17* 
2. Die Geschäfte der modernen Banken. 259 
Besorgung des Bezugs neuer Couponbogen. Diese Geschäfte begründen eine Kund 
schaft, weshalb die Banken hier eine weitgehende Kulanz bekunden; sie notieren sich 
zumeist die Nummern, sehen alle Verlosungen nach und machen ihren Kunden Mit 
teilung in der Erwartung, daß dieselben dann auch bei ihnen wieder neue Papiere 
erwerben. Einige Banken übernehmen gegen eine Gebühr auch eine Lüftung für das 
Nachsehen von Verlosungen. — Ein außerordentlich in Zunahme begriffener Geschäfts 
zweig ist die Annahme von Wertpapieren und sonstigen Wertgegenständen in Depot. 
Die Banken schaffen Einrichtungen, um diese Deponierung möglichst sicher zu gestalten. 
Werden die Wertpapiere offen deponiert, so übernehmen sie die ganze Verwaltung 
dieser Papiere; sie trennen die Coupons ab, überwachen die Auslosungen, besorgen 
ev. neue Anlagen rc. 
Wichtige und folgenreiche Bankgeschäfte bilden das Gründungs- und Am- 
wandlungsgeschäst, die Übernahme neuer Aktienemissionen, die Fusionsgeschäste, Aus 
einandersetzungsgeschäfte. 
Die Beteiligung von Banken an technischen Unternehmungen ist äußerst häufig, 
namentlich an solchen, die sich bald abwickeln; es bildet sich hierbei nicht selten ein 
Syndikat oder Konsortium von Technikern und Banken. So hat z. B. die Diskonto 
gesellschaft in Berlin in Gemeinschaft mit einer ungarischen und deutschen Firma 
(Julius Lajdn und Lugo Luther) die Durchführung der Korrektion am Eisernen Thor 
der Donau übernommen. Zuweilen kommanditieren auch die Banken ein Unternehmen, 
ein Waren- oder Bankgeschäft; sie beteiligen sich als Aktionäre, rufen eventuell auch 
allein Unternehmungen ins Leben. Selten haben die Banken die Neigung, dauernd 
an einem Unternehmen beteiligt zu bleiben, es sei denn um den Einfluß auf dasselbe, 
z. B. auf eine Tochterbank, nicht zu verlieren. Gerade bei gutem Ertrag trachten die 
Banken oft dahin, das gegründete Unternehmen loszuschlagen, um den Ertrag kapi 
talisiert zu erzielen und wieder zu gründen. Wenn eine Fabrik mit einem Kapital 
von l Million Mark 100000 Mark Ertrag = 10% abwirft, so verkauft man sie 
um 2 Millionen Mark, so daß nun eine Verzinsung von 5% resultiert, und gründet 
neu. Die Banken als Gründer gleichen Bauunternehmern, welche die gebauten Läufer 
wiederverkaufen, oder Leuten, die Ladengeschäfte einrichten, um nach erworbener Kund 
schaft sie wiederzuveräußern. 
Besonders große Lust zeigen die Banken für Amwandlungsgeschäfte; der unsicheren 
Faktoren sind weniger, als bei einer Neugründung; man sieht bereits, wie alles inein 
ander greift und funktioniert; das Arteil über die Prosperität ist sicherer. Die Am 
wandlung in eine Aktiengesellschaft wird oft von den Banken angeregt, weil sie hierbei 
verdienen. Sic kann empfohlen sein, weil zur Rentabilität eine Vergrößerung des 
Betriebes als notwendig erscheint, oder weil das Anternehmen so groß geworden ist, 
daß der Besitzer das Risiko nicht mehr tragen will, oder weil Familienrücksichten 
eine Abgabe an eine Aktiengesellschaft wünschenswert machen. Ost ist aber die Am 
wandlung ganz unzweckmäßig und nur eine fragwürdige Spekulation. Die Amwand 
lungen stellen sich als industrielle Ausschlachtungsgeschäste heraus; die Anternehmer- 
anteile lassen sich leichter und höher verwerten, als es beim Verkauf des ganzen Anter- 
nehmens möglich wäre. In der Regel geschieht in Deutschland die Amwandlung in 
Form der Simultangründung; die Bank tritt in das Gründerkonsortium mit ein, der 
bisherige Besitzer überläßt der Aktiengesellschaft zu normalem Preis das Anternehmen, 
das Gründerkonsortium sucht die Aktien mit Agio zu verkaufen. 
Auch bei neuen Aktienemissionen übernimmt meist eine Bank die Führung. Die 
Erhöhung des Aktienkapitals durch Aufzahlung ist selten, weil sie die Zustimmung 
aller Aktionäre vorausseht und nicht jeder Aktionär die Leistung machen kann. Die 
Erhöhung des Grundkapitals geschieht meist durch Ausgabe neuer Aktien. Wenn die 
Ausgabe von 100 neuen Aktien ä 1000 Mark in der Generalversammlung beschlossen
	        

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Die Handelskammern. Verlag von Georg Reimer, 1906.
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