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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

14 Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle. 
und die Bevölkerung bleibt im Zustande der Armut. Erst wenn sich Industrie ent 
wickelt, kommt auch der geistige Aufschwung und kann das Land zum Wohlstand ge 
langen, aber auch die Industrie gewinnt erst höhere Bedeutung, wenn sie durch einen 
internationalen Handel erweiterte Aufgaben erhält. Es ist deshalb danach zu streben, 
die letzte Entwickelungsphase, auf der sich nach ihm nur England befand, zu erreichen. 
Deutschland sah er wie die Vereinigten Staaten Amerikas irrtümlich noch auf der vor 
letzten, Spanien und Italien noch in der Ackerbauperiode stehen. 
List untersucht nun, wie vor allem Deutschland sich auf die höchste Stufe empor 
zuschwingen vermag. Ein jeder solcher Äbergang hat seine besonderen Schwierigkeiten, 
und die Staatsgewalt hat die Aufgabe, den Gewerbetreibenden darüber hinfortzuhelfen. 
Das hauptsächlichste Hilfsmittel dafür ist ein Schutzzollsystem, welches die aufkeimenden 
Unternehmungen gegen die übermäßige Konkurrenz des stärkeren Auslandes schützt. 
Das Freihandelssystem ist hier von Anheil. Man muß ein Kind gegen Angriffe eines 
starken Mannes schützen, wenn es nicht unterliegen soll. Nur in der letzten Periode, 
in der sich England befindet, das keinen überlegenen Gegner zu scheuen hat, ist der 
Freihandel gerechtfertigt, der als Endziel allerdings im Auge behalten werden muß. 
Der Schutzzoll ist nur als Mittel und Übergang anzusehen. Die damit der Gesamt 
heit aufgelegten Opfer machen sich bei verständiger Handhabung sehr wohl bezahlt, 
dauernd aber wird die Last unerträglich und hat keinen Sinn. Sehr lehrreich ist da 
bei die Auseinandersetzung über die verschiedene Wirkung des Zolles, je nachdem fertige 
Waren, Halbfabrikate oder Rohstoffe belastet werden. Mit den ersteren ist zu be 
ginnen und der Nachdruck darauf zu legen. Er bekämpfte die Getreidezölle und reiste 
nach England, um der Herabsetzung derselben durch Robert Peel beizuwohnen und 
Studien darüber zu machen. 
Die Schutzzölle werden aber um so wirksamer sein, je größer das Territorium 
ist, welches sie umschließen; je mannigfaltiger die Produktionsverhältnisse und die Pro 
duktionszweige innerhalb des abgeschlossenen Kreises sind, um sich gegenseitig ergänzen 
zu können, um so schärfer wird die Abschließung sein können, ohne Nachteil für die 
Bevölkerung, und um so mehr wird erreicht, worauf er den ganzen Nachdruck legt, 
daß alle natürlichen Hilfsquellen des Landes zur Verwertung gebracht werden, wodurch 
der Wohlstand am schnellsten und nachhaltigsten gefördert wird. Denn nicht in den 
erzielten Genußmitteln, wie Ad. Smith es annimmt, sondern in den Produktions 
mitteln liegt, nach seiner etwas gekünstelten Anterscheidung, der Reichtum eines Landes. 
Aus allen diesen Gründen ersttcbt er die Erweiterung des Deutschen Zollvereins, 
insbesondere auf die Küstenstaaten, die für den Exporthandel unentbehrlich seien. 
Am aber alle Produktionsquellen zur vollen Ausnutzung zu bringen, ist in dem 
Inlande nicht nur die Beseitigung aller künstlichen Schranken, sondern auch die Ver 
besserung der Kommunikationsmittel erforderlich, um die Transportkosten zu ermäßigen, 
die verschiedenen Produktionszweige einander nahe zu rücken und den unmittelbaren 
Verkehr zwischen Produzenten und Konsumenten zu erleichtern. Daher verlangt er 
Ausbau eines großen Kanalnehes und dann Verallgemeinerung der Eisenbahnen, die 
das Land am besten erschließen und befruchten. 
Mit diesen Lehren ist der Smithianismus für alle Zeiten aus dem Felde ge 
schlagen und ein endgültiger Fortschritt in unserer Wissenschaft erzielt.
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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