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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

2. Die erste Handelskammer in Europa. 
301 
Heiken zuzugestehen sei. Die Akten unseres Reichsamts des Innern, sowie diejenigen 
der Handelsministerien aller deutschen Staaten können in der Tat lautredendes Zeugnis 
dafür ablegen, in welcher anregenden und aufklärenden Weise schon die bestehenden 
Handelskammern und Korporationen, trotz ihrer bisherigen mangelhaften Verfassung *), 
zu Nutz und Frommen des staatlichen Gemeinwohls und zur Förderung zugleich der 
Interessen der in ihnen Verbundenen beigetragen haben. 
Vor Ihnen bedarf es darüber keiner weiteren Auseinandersetzung. Wer wie 
Sic täglich am sausenden Webstuhl der Arbeit seinen Platz behauptet, der weiß, daß 
der wirkliche Nerv, der unserem ganzen Gesellschafts- lind Staatskörper erst das Leben 
ermöglicht, in den Erträgen der im weitesten Sinne des Wortes gewerblichen Tätigkeit 
unseres Volkes zu suchen ist, und daß der Schornstein weder von der Liebe noch von 
der abstrakten Weisheit unserer Dichter und Denker raucht, sondern daß das prosaische 
Heizmaterial für die dem Menschendasein unentbehrliche Wärme durch harte Arbeit 
gefördert und erworben werden muß. 
So herrscht kein Zweifel mehr, daß der Staat unrecht haben würde, welcher die 
mit einer fruchtbringenden Wirtschaft des Landes unerläßlich verbundenen Magenfragen 
ohne Rücksicht auf die in den einzelnen Teilen seines Gebietes bestehenden mannig 
faltigen tatsächlichen Verhältnisse lediglich nach doktrinären Theorien lösen oder gar 
hinter anderen Fragen der sogenannten allgemeinen Staatspolitik zurückstellen wollte. 
Der Ihnen soeben geschilderte, in den letzten 20 Jahren eingetretene Wandel 
der Anschauungen ist aber nicht zunr geringsten dem Imstande zuzuschreiben, daß es 
immer deutlicher wurde, daß die gewaltige Umgestaltung der nationalen und inter 
nationalen Verkehrsmittel das heimische werbende Leben unserer Zeit in allen seinen 
Verhältnissen täglich neuen Verschiebungen aussetzt, und daß die Ergebnisse unserer 
nationalen Arbeit allüberall immer deutlicher durch die wirtschaftliche Entwickelung und 
Gesetzgebung auch des Auslandes beeinflußt erscheinen. In solcher Lage lehrt die 
harte Not' Bruch mit beschaulichem Quietismus, lehrt die harte Not, daß nur An 
spannung der ganzen Kräfte der Interessenten des werbenden Lebens selbst, nur 
Anspannung der ganzen Kräfte gleichzeitig auch der Regierung, die jene zu leiten und 
zu fördern da ist, Schutz und Trutz in den Wirtschaftsstürmen der Zeit bieten kann. 
Das fühlen und wissen wir alle, das fühlt und weiß auch unsere Regierung. Llnsere 
Regierung weiß, daß es nicht anginge, wenn sie den Kampf init den Verhältnissen 
ohne sachverständigen Beistand aus der Mitte der gewerblichen Praxis allein führen wollte. 
2. Die erste Handelskammer in Europa. 
Von Max Vosberg-Rekow. 
vosbcrg-Rekom, Die wirtschaftliche Interessenvertretung und die Reform der preußischen 
Handelskammern. Berlin. R. Gaertner, MZü. S. 5—9. 
Das Stadthaus von Marseille, welches sich säulengeschmückt am Hafen erhebt, 
erscheint als Gebäude nicht sehr bedeutend, obgleich es mit Statuen und Karyatiden 
von Puget geschmückt ist. Das alte Rathaus jedoch, von dessen Stuben aus die 
französische Handelskönigin den Grund zur heutigen Blüte gelegt hat, war noch 
unscheinbarer und lag abseits versteckt in den alten Gassen. Im Jahre 1607 kamen 
*) Über die gegenwärtige (Organisation der Handelskammern in Preußen f. den Aussatz 
von Franz Lufcusky 5. 305 ff. — <5. 2Ti.No full text available for this image
	        
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Die Reichsbank 1876 Bis 1910. Kommissionsverlag von Gustav Fischer, 1912.
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