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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

12. Der Kongreß Deutscher Volkswirte. 
27 
dem Eindruck fragte, den die Kaiserin auf sie gemacht habe: „O, das scheint fast eine 
ebenso liebe Frau zu sein wie unsere liebe Frau Krupp," — ein Zeugnis aus dem 
Munde einer einfachen Frau aus dem Volke, das beide Teile in gleicher Weise ehrt. 
Die soziale Tätigkeit bildete auch dann das Glück des Verewigten, als aus 
gegnerischem Lager Verleumdungen und Verdächtigungen kamen, die ihm das Wirken 
gerade aus diesem Gebiete hätten verleiden können. Latten jene Gegner den Mann 
ihrer Angriffe in seiner Lerzensgüte und Menschenliebe, in seiner Bescheidenheit und 
Zurückhaltung gekannt, ich glaube, sie wären nicht fähig gewesen, ihm unlautere Gründe 
zu unterstellen. Ihm, der so ungern in die Öffentlichkeit trat, wurde vorgeworfen, er 
wirke aus egoistischen Gründen für eine Vermehrung der deutschen Flotte und für eine 
Vergrößerung des Geschützparkes der Artillerie; Tag auf Tag wurde die Anklage wieder 
holt: „Krupp schreibt, um neue Lieferungen zu erlangen, in Sachen der Flotten 
vermehrung," „Krupp empfiehlt, behufs neuer Kanonenbestellungen, nachfolgende Ver 
änderungen der Artillerie usw.", während er an keinem dieser Zeitungsartikel irgendwie 
beteiligt war. Das hat ihn tief verwundet, und das war mit dafür maßgebend, daß 
er in den letzten Zähren die Zeit seiner Abwesenheit vom Lause Lügel mehr und 
mehr ausdehnte, und daß er u. a. auch längeren Aufenthalt in Capri nahm, um dort 
der Erholung und wissenschaftlicher Beschäftigung in der Tiefseeforschung zu leben, 
einem Gebiete, daß er durchaus nicht nur als Dilettant behandelte, wie zahlreiche 
Museen, mit denen er in Korrespondenz stand, gerne bezeugen werden. 
Wer Krupp näher gekannt hat, wer in die Güte und Tiefe seines Lerzens, in 
die Freundlichkeit und Bescheidenheit seines Wesens einen Blick zu tun Gelegenheit 
hatte, der wird wissen, wieviel wir an ihm verloren haben. Er war eine edle, feine, 
wahrhaft vornehme und deshalb in erster Linie überall ohne irgendwelche selbstsüchüge 
Motive hilfsbereite Natur. In wie vielen Fällen, die mir persönlich durch die Be 
teiligten bekannt geworden sind, hat er auf kaufmännischem, auf industriellem, auf wissen 
schaftlichem und auf künstlerischem Gebiete geholfen, wo Lilfe notwendig war, oder wo 
er selbst das Bedürfnis sah, auch ohne daß andere es ihm nahegelegt hätten! Wenn 
diese Fälle nicht zur Kenntnis weiterer Kreise kamen, so lag der Grund nur in dem 
dringenden Wunsche Krupps, daß über solche Dinge überhaupt nicht gesprochen werde, 
ein Wunsch, der auch an dem heutigen Tage seiner Totenfeier in Ehren gehalten 
werden soll. And dabei war Krupp eine unendlich dankbare Natur. Für den kleinsten 
Dienst, der ihm erwiesen wurde, für Aufmerksamkeiten, die viele andere als selbst 
verständlich ihrer Person und Stellung gegenüber betrachten, hielt er nie mit seinem 
Danke zurück, und das beste an diesem Danke war, daß man nierkte und fühlte, er 
komme wirklich aus dem Grunde seines Lerzens. 
12. Der Kongreß Deutscher Volkswirte. 
Von Viktor Böhmert. 
Böhmert, Rückblicke und Ausblicke eines Siebzigers. Dresden, CD. v. Böhmert, tzoc>. 
5- ls-20. 
Das Jahr 1857 wurde für mich dadurch ganz besonders bedeutungsvoll, daß ich am 
23. Mai 1857 im Bremer Landelsblatte in einer einsamen Stunde ganz aus mir 
selbst heraus, ohne mit den Unternehmern des Landelsblattes oder mit Freunden meiner 
Richtung Rücksprache zu nehmen, einen „Aufruf zu einem Kongresse Deutscher Volks 
wirte" veröffentlicht hatte. Diesen Aufruf, den ich mit Briefen an die Redaktionen
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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