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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünfter Teil. — Verkehrswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

6. Der heutige Stand der deutschen Eisenbahnverfassung. 435 
Wendung der Dinge nicht: und er ergriff jetzt alsbald den Gedanken der Entwicklung 
eines abgeschlossenen preußischen Staatsbahnsystems, dessen Lerrschaft dazu benutzt 
werden sollte, die anderen Staatsbahnsysteme, wie sie sich nun abzurunden begannen, 
wenigstens zu einer vernünftigen Finanz- und Tarifpolitik zu zwingen. 
Allein ehe er dieses in seinen nächsten Zielen partikularen Weges völlig zog, 
suchte er noch ein letztes Mal, vom Februar bis zum Mai 1879, die Sympathien des 
Bundesrates für ein Neichsgesetz zur Regelung des Gtttertarifwesens, einen Reichs- 
eiscnbahnrat und ein Eisenbahnverwaltungsgericht des Reiches zu gewinnen. Vergebens. 
Darauf ging er rücksichtslos von preußischer Seite aus vor. Schon hatten 
Minister, die sich seinen neuen Anschauungen nicht ganz anzubequemen vermochten, 
Eamphausen, Achenbach, weichen müssen; und bereits im März 1878 hatte der 
Eisenbahnininister Maybach, bald der tatkräftige Meister der preußischen Verstaatlichung, 
sein Amt übernommen. Jetzt wurde keinen Augenblick mehr gesäumt. Im Jahre 1875 
waren 44Vs °/o der Kilometcrlänge der damaligen preußischen Eisenbahnen in Privat 
verwaltung gewesen, und anfangs April 1879 gehörte mehr als die Lälfte des 
preußischen Eisenbahnnetzes dem Privatbahnsystem an. Schon 1883 auf 1884 aber 
war Preußen im staatlichen Besitze der wichtigsten Linien in allen seinen Provinzen, 
und bis Ende Februar 1885 waren zwanzig Vollbahnen mit 7859 Kilometern Schienen 
länge durch Ankauf für etwas über 800 Millionen Mark verstaatlicht. Schon griffen 
nunmehr die preußischen Staatsbahnen allenthalben über die politischen Grenzen des 
Staates hinaus: in Wahrheit war Preußen auf dem Wege, sich inindestens alle großen 
Linien und damit die verkehrspolitische Beherrschung zunächst Norddeutschlands zu sichern. 
6. Der heutige Stand der deutschen Eisenbahnverfaffung.*) 
Von Walter Lotz. 
Lotz, Verkehrsentwicklung in Deutschland. ;soo—lyoo. Sechs volkstümliche Vorträge. 
Leipzig, 33. <8. Teubner, 1900. 5. —H7. 
Norddeutschland wird von der preußischen Staatseisenbahnverwaltung gegenwärtig 
eisenbahnpolitisch durchaus beherrscht. Die Ausdehnung des preußischen Einflusses 
durch die 1895 erfolgte Verstaatlichung dreier thüringischer Privatbahnsysteme (Weimar- 
Gera, Saal- und Werrabahn) war der letzte bedeutende Schritt zur Sicherung des 
bahnpolitischen Einflusses Preußens über das gesamte Deutschland nördlich des Mains. 
Weder die noch bestehenden mecklenburgischen noch die oldenburgischen Staatsbahn 
linien, noch auch die vereinzelten Privatbahnsystemc der ostpreußischen Südbahn Marien 
burg—Mlawkaer, Lübeck—Buchener Bahn usw. würden im stände sein, eine der 
preußischen widersprechende Eisenbahnpolitik zu verfolgen. Auch für diejenigen Maß 
nahmen, durch welche die Interessen außerpreußischer norddeutscher Gebiete, Hamburgs, 
Bremens, der thüringischen Staaten usw. berührt werden, ist die Preußische Staatsbahn 
verwaltung nicht den Volksvertretungen dieser Gebiete, sondern nur dem Preußischen 
Landtage Rechenschaft schuldig. Auch die Überschüsse, welche das außerpreußische 
Norddeutschland den Bahnen Preußens verdienen hilft, fließen lediglich der Preußischen 
Staatskasse zu. Für die norddeutschen Gebiete — vielleicht mit Ausnahme von 
*) Diese Ausführungen wurden :90c» veröffentlicht. Seitdem hat sich durch Verstaatlichung 
weiterer Privatbahnsysteme das Netz der preußisch-hessischen Gemeinschaft vergrößert. Außerdem 
ist 1904 die Frage der süd-norddeutschen 33etriebsmittelgemeinschaft aktuell geworden. 
28*
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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