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Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
879457236
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16989
Document type:
Monograph
Title:
Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
Place of publication:
Frankfurt a. O.
Publisher:
Verlag der Waldow'schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler)
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 514 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. — Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

3. Römer und Griechen, Araber und Italiener. 
67 
insbesondere zur Zeit der Kreuzzüge einen großen Aufschwung, kam aber immer mehr 
in die Lände der Fremden, insbesondere der Italiener, nachdem die italienischen See 
städte in lebhafter Konkurrenz untereinander von den griechischen Kaisern wertvolle 
Privilegien erlangt hatten. Überhaupt war der Kandel unter den griechischen Kaisern 
nur insofern Gegenstand staatlicher Fürsorge, als er zur Vermehrung der kaiserlichen 
Einnahmen geeignet war. Viele Landelsartikel, darunter sogar die notwendigsten 
Lebensmittel, wie Getteide, Wein und öl, wurden dem privaten Unternehmungsgeist 
entzogen und zum Gegenstände staatlicher Monopole gemacht, die unter der Verwaltung 
von rücksichtslosen Finanzbeamtcn zu einem wirtschaftlichen Despotismus ausarteten. 
Anter diesen Verhältnissen wurde es den italienischen Städten, die durch die Kreuzzüge 
die direkten Beziehungen zu den Küsten Vorderasiens angeknüpft hatten, nicht schwer, 
Konstantinopel die Kandelssuprematie vollständig zu entteißen. 
Die Araber haben sich bereits in den ältesten Zeiten als Kandelsvolk hervor 
getan, sie haben auch neben den Phöniziern eine große Rolle gespielt. Die römische 
Kerrschast hatte ihnen einen starken Damm entgegengesetzt, mit umso größerer Kraft 
brachen sie aber in der ersten Kälste des 7. Jahrhunderts hervor, fanatisiert durch 
ihren neuen Glauben. Der Muhammedanismus eröffnete auch dem kaufmännischen 
Internehmungsgeiste neue Bahnen, zumal der Prophet selbst Geschäftsmann gewesen 
war. Viele religiöse Vorschriften und Einrichtungen dienten auch dem Landclsverkehre; 
die regelmäßigen Pilgerfahrten nach Mekka führten Kaufleute aus allen Gegenden 
zusammen und boten die nöttgen Vorbedingungen für einen größeren Markt, die 
Schaffung von Brunnen und Zisternen, die Errichtung von Karawanserails usw. mußten 
dem Warenhandel großen Vorschub leisten. Die Eroberungen der Araber in Syrien 
und Palästina, Ägypten, Nordafrika, Spanien, Interitalien usw. zerstörten nicht die 
zahlreichen hochentwickelten Kulturstätten, sondern machten sic nur dem arabischen Kandel 
dienstbar, der durch zwei Jahrhunderte das Mittelmecr beherrschte und sich in die ganze 
damals bekannte Welt erstteckte. Der Mittelpuntt des Landelsvcrkehres zwischen dem 
Morgenlande und Abendlande war nun Kairo. Die Zersplitterung des Reiches durch 
Isurpationen und Eroberungen untergrub aber auch die kommerzielle Bedeutung der 
Araber. 
Nach der Teilung des römischen Reiches war die italienische Kalbinsel ein Spiel- 
ball des wechselnden Kriegsglückes jener zahlreichen Völkerschaften, welche um den 
Besitz derselben sttitten. Nur einzelnen günstig gelegenen Städten gelang es, den zeit 
weise ganz unterbundenen Kandelsverkehr wiederanzuknüpfen. Inter diesen Städten 
erhob sich zuerst Amalfi, ein kleiner Kafenplah am Golf von Salerno, zu großer 
Bedeutung. Amalfi hatte ein freundschaftliches Verhältnis mit den Arabern angeknüpft, 
die sich in Sizilien und Interitalien festgesetzt hatten, und dehnte auf Grund dieser 
Beziehungen seine Kandelsfahrten nach den syrischen und nordafrikanischen Käsen aus. 
Eine wichtige Kandelsniederlassung wurde in Konstantinopel begründet. Die Seegesehe 
Amalfis (tabula Amalfitana) wurden zum geltenden Seerecht im mittelländischen Meere. 
Gegenüber der aufsttebenden Größe von Pisa, Genua und Venedig vermochte sich 
aber Amalfi nicht zu halten. 
Pisa hatte sich durch die mit Genua durchgeführten siegreichen Kriege gegen 
die Araber im 11. Jahrhundert emporgeschwungen. Die verbündeten Flotten Pisas 
und Genuas vertrieben die Araber von Sizilien und Sardinien. Durch die Inter- 
stühung der Kreuzfahrer erlangte Pisa wertvolle Kandelsprivilegien in den verschiedenen 
morgcnländischen Städten und bahnte einen lebhaften Verkehr mit der Levante an. 
Die Stadt unterlag jedoch im Kampfe mit dem rivalisierenden Genua (1284) und 
verfiel seitdem sehr rasch. 
Genua war bereits zu Römerzciten ein günstig gelegener und viel benutzter 
Kandclsplatz. Es hatte mit Pisa siegreiche Kämpfe gegen die Araber bestanden und 
5*
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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