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Ein Arbeitstarifgesetz

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Bibliographic data

fullscreen: Ein Arbeitstarifgesetz

Monograph

Identifikator:
881660310
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3054
Document type:
Monograph
Author:
Sinzheimer, Hugo http://d-nb.info/gnd/118614711
Title:
Ein Arbeitstarifgesetz
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (X, 270 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ein Arbeitstarifgesetz
  • Title page
  • Contents
  • Einführung
  • Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
  • Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
  • Der Entwurf eines Arbeitstarifgesetzes

Full text

Zweiter Abschnitt. Die Selbstexekution des Tarifvertrags. 129 
planvoll gestaltet werden als ein technisches Mittel zur Durch 
führung des Tarifvertrags. 
Wir nennen das Verfahren, welches die Einhaltung des 
Tarifvertrags in die Hand der Vertragskräfte selbst legt. die 
Selb st exekutiv n. Die Tarifpraxis enthält sie bereits irn 
Keime. Denn wenn es in den meisten Tarifverträgen heißt, die 
Verbände hätten dafür zu sorgen, daß ihre Mitglieder den 
Tarifvertrag einhalten, so ist damit bereits die Verbandsgewalt 
als Exekutivorgan zum Schutze des Tarifvertrags anerkannt'). 
Allerdings nicht ganz in dem Sinne, wie es hier gemeint ist. 
Nach geltendem Rechte ist die Wahrnehmung des Tarifschutzes 
durch die Verbände lediglich eine privatrechtliche Vertrags 
verbindlichkeit, eine Pflicht zur Sorge. Nach der Regelung, 
die wir im Auge haben, soll die Wahrnehmung des Tarif- 
schutzes durch die Vertragsorganisationen mehr sein als nur 
die Erfüllung einer solchen Pflicht. Sie soll zugleich die Aus 
übung einer öffentlichrechtlichen Funktion bedeuten, die nicht 
nur im Interesse der Vertragsbeteiligten, sondern auch des 
Staates liegt. Denn die Wahrnehmung des Tarifschutzes 
durch die Verbände ist die Wahrnehmung des Rechtsschutzes 
überhaupt, die sonst ausschließlich dem Staate zusteht. So 
kommt der Mischcharakter des Tarifvertrags, der aus öffentlich- 
rechtlichen und privatrechtlichen Elementen besteht (S. 21 ff.), 
auch hier zum Ausdruck. Die Tarifverb ände sindVer- 
tragsparteien und Verwaltungskörper in einem. 
Diesem Mischcharakter muß die Gesetzgebung Rechnung tragen, 
indem sie die Rechtsverwirklichung des Tarifvertrags teils 
*) Vgl. z. B. § 9 des Tarifvertrags zwischen dem mitteldeutschen Arbeit 
geberverband und dem Zentralverband der Zimmerer: „Die vertragschließen 
den Parteien verpflichten sich, ihren ganzen Einfluß zur Durchführung und 
Aufrechterhaltung dieses Vertrags einzusetzen, Verstöße gegen den Ver 
trag oder Umgehung desselben nachdrücklich zu bekämpfen, 
insbesondere keine im Widerspruch mit dem Vertrag ausbrechenden Bau 
sperren, Streiks und Aussperrungen oder sonstige Maßnahmen irgendwie zu 
unterstützen." 
Sinzheimer, Ein Arbsitstarifgesetz. 
9
	        

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Ein Arbeitstarifgesetz. Verlag von Duncker & Humblot, 1916.
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