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Ein Arbeitstarifgesetz

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Bibliographic data

fullscreen: Ein Arbeitstarifgesetz

Monograph

Identifikator:
881660310
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3054
Document type:
Monograph
Author:
Sinzheimer, Hugo http://d-nb.info/gnd/118614711
Title:
Ein Arbeitstarifgesetz
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (X, 270 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ein Arbeitstarifgesetz
  • Title page
  • Contents
  • Einführung
  • Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
  • Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
  • Der Entwurf eines Arbeitstarifgesetzes

Full text

154 Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts. 
gesehen werden kann. Dies gilt für beide Seiten des Tarif 
vertrags, namentlich aber für die Arbeiterseite. Sie kann 
nicht übersehen, was sie im einzelnen durch den Friedens 
bruch anstellt. Es fehlt ihr der Überblick über die wirtschaft 
lichen Folgen, weil sie von dem kaufmännischen Betriebe des 
Unternehmens ausgeschlossen ist. Sie kennt die Engagements 
nicht, die aus Arbeitgeberseite vorliegen, die Vertragsstrafen, 
die unter Umständen bezahlt werden müssen, wenn der 
Unternehmer nicht rechtzeitig infolge eines Friedensbruchs 
der Arbeiter liefern kann usw. Man denke daran, daß viele 
Friedensbrüche im guten Glauben an ihr Recht begangen 
werden. In allen diesen Fällen die Friedensstörer für allen 
nicht vorausgesehenen Schaden haften zu lassen, erscheint zu 
hart. Andererseits ist es unzweckmäßig, wenn die ersatz 
berechtigte Vertragspartei bis ins einzelne ihren Schaden 
nachweisen muß. Sie wird oft Bedenken haben, die Voraus 
setzungen der Schadenshöhe, die eine eingehende Darlegung 
ihrer kaufmännischen Beziehungen notwendig macht, in 
öffentlicher Gerichtssitzung darzutun. Es wird auch oft im 
einzelnen schwer sein, den Beweis für alle Schadensposten zu 
erbringen, und vor allem besteht ein Interesse daran, daß 
solche Tarifvertragsprozesse, wenn sie einmal anhängig ge 
macht sind, rasch erledigt werden. Alle diese Interessen 
bleiben unbefriedigt, wenn der Schade bis ins einzelne 
liquidiert und bewiesen werden muß. Durchschlagend dürfte 
aber der letzte Gesichtspunkt sein. Die Berufsvereine sind 
für die Durchführung des Tarifvertrags notwendige Voraus 
setzungen. Ohne sie ist die Erhaltung des Tarifrechts und 
des Tariffriedens nicht möglich. Wenn der Schade in voller 
Höhe, mag er auch noch so hoch sein, liquidiert werden kann, 
so können einzelne Berufsvereine derart geschwächt und ge 
schädigt werden, daß ihr Weiterbestand gefährdet, vielleicht 
auch unmöglich gemacht wird. Damit würde der Tarif 
vertrag, der erhalten werden soll, seine Stütze verlieren. 
Zudem sind die Berufsvereine heute, vor allem auf Arbeiter-
	        

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Ein Arbeitstarifgesetz. Verlag von Duncker & Humblot, 1916.
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