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Ein Arbeitstarifgesetz

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Bibliographic data

fullscreen: Ein Arbeitstarifgesetz

Monograph

Identifikator:
881660310
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3054
Document type:
Monograph
Author:
Sinzheimer, Hugo http://d-nb.info/gnd/118614711
Title:
Ein Arbeitstarifgesetz
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (X, 270 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ein Arbeitstarifgesetz
  • Title page
  • Contents
  • Einführung
  • Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
  • Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
  • Der Entwurf eines Arbeitstarifgesetzes

Full text

202 Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht. 
Staatsbürger, nur als Vertreter ihrer eigenen Interessen, 
sitzen und entscheiden." Lederer sieht die Vorbedingungen 
für einen solchen Entwicklungsgang heute als gegeben an. 
Denn die wirtschaftlichen Organisationen beherrschen ihre 
Mitglieder, bestimmen sie in ihrem Denken und Handeln, und 
die soziale Aktion nimmt einen immer weiteren Spiel 
raum ein. Er schließt mit der Frage, „ob nicht vielleicht die 
oben angedeutete Differenzierung in den Organen des öffent 
lichen Lebens gerade eine Entwicklung inaugurieren könnte, 
wie sie von den Schöpfern des modernen Parlamentarismus 
ersehnt worden ist". 
In der Tat könnte eine Spaltung der gesetz 
geberischen Tätigkeit in einen sozialen und einen 
politischen Teil zur Erneuerung des öffentlichen 
Lebens beitragen. Der politische Kampf könnte reiner 
und größer werden, wenn die ökonomisch-sozialen Gegensätze 
unserer Zeit nur in ihren Grundgedanken in den politischen 
Parlamenten widerhallten. Die Einwirkung einer solchen Ge 
staltung auf den politischen Parteienkampf würde nicht aus 
bleiben. Er könnte sich wieder auf die großen Ziele des poli 
tischen und sozialen Lebens lenken, denen er heute oft genug 
entrückt ist. Die Bedeutung der politischen Parlamente würde 
nicht geringer werden. Im Gegenteil, neue große Lebensgebiete, 
wie z. B. die äußere Politik, könnten mit Sachverständnis und 
Tiefe ergriffen und behandelt werden. Und wer sagt uns. daß 
nicht den politischen Parlamenten in der Zukunft eine neue 
Aufgabe winkt, eine interparlamentarische Aufgabe, in deren 
Erfüllung die Völker selbst wegen ihrer Beziehungen zueinander 
miteinander sprechen und verhandeln? Die Befreiung, welche 
eine Selbstorganisation der gesellschaftlichen Kräfte zur 
Schaffung eigener Normen zu bringen vermag, ist also mit 
dem Schicksal unseres gesamten staatlichen und sozialen Lebens 
innig verknüpft. Dies ist es ja auch, was wir empfinden, 
wenn wir das Gebilde des Tarifvertrags bis auf seinen Grund 
zu durchschauen suchen.
	        

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Ein Arbeitstarifgesetz. Verlag von Duncker & Humblot, 1916.
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