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Zur Frage der Naturalteilung

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Bibliographic data

fullscreen: Zur Frage der Naturalteilung

Monograph

Identifikator:
882698974
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-4771
Document type:
Monograph
Author:
Steinert, Valentin http://d-nb.info/gnd/1054405190
Title:
Zur Frage der Naturalteilung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung Nachf. (Georg Böhme)
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource (66 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Abschnitt. Die Geschichte der Naturalteilung im Grabfeld
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zur Frage der Naturalteilung
  • Title page
  • Contents
  • I. Abschnitt. Die Geschichte der Naturalteilung im Grabfeld
  • II. Abschnitt. Die Wirkungen der Naturalteilung im Grabfeld

Full text

11 
und Tauschhandlohn, der andere einen von diesen dreien mit oder ohne 
Schreibschillinge hergebracht. Drei Güter geben das teure Haupt in 
einer verglichenen Summe, die anderen nicht. 6 Güter sind zehntsrei, 
die anderen müssen ihn entrichten. Das eine Gut hat nur Fruchtzinse 
oder Geldgefälle zu entrichten, das andere gibt weder dieses noch jenes, 
sondern bloß gewisse Küchenrechte usw. Welche Arbeit für den Rechnungs 
führer, da jene Güter so sehr zerteilt sind, daß mancher Grundstücks 
besitzer seinen Frnchtzins nach einem Viertelweinmaas berechnet!" 
Handlohn wurde bei Besitzveränderungen, gewöhnlich nur in Kauf 
und Tauschfällen, selten in Erbfällen, 5 °/ 0 erhoben. In Waltershausen 
mußte das einen geschlossenen Hof übernehmende Kind von seinem Teil 
keinen Handlohn geben, dagegen von den Hinauszahlungen, die der 
Übernehmer an seine Geschwister leisten mußte, sog. Auskansshandlohn. 
Der Zehnt, der ursprünglich eine kirchliche Abgabe war, wurde 
im Laufe der Zeit mehr und inehr zu einer grundherrlichen Schuldig 
keit. Als einziger Rest war die Kircheubaupflicht des Zehntherru ge 
blieben. Mau unterschied 3 Arten: den großen Zehnt, den kleinen 
Zehnt und den Blutzehnt. Beim großen Zehnt, der in Gestalt der 
10. Getreidegarbe entrichtet werden mußte, wurde jedes Grundstück für 
sich allein ausgezehntet. Der kleine Zehnt wurde von Obst, Gemüse usw. 
erhoben. Der Blutzehnt wurde teils in natura, so bei Schweinen, 
Günsen, teils in Geld so bei Rindvieh geleistet. 
Als eigentlich grundherrliche Abgaben kamen Geld- und Frucht- 
zinsen vor. Bei der ersteren Leistung war für jedes einzelne zins- 
pflichtige Grundstück der Geldbetrag festgesetzt. Der Fruchtzins, die 
Gült, war eine Naturalabgabe iu Getreide (Korn, Weizen, Hafer), die 
früher nur von geschlossenen Gütern nach dem Hoffuß erhoben wurde. 
Als aber später die geschlossenen Güter aufgeteilt wurden, ergab sich 
die Notwendigkeit, auch die Gült wie den Geldzins auf das einzelne 
Grundstück auszuscheiden. Z Bis zu welch kleinen Maßen man dabei 
herunter geheil mußte, haben wir bei Saal gesehen. 
i) Es konnten wohl die Abgaben der nunmehr zerschlagenen Höfe ans die 
einzelnen Grundstücke ausgeschieden werden, nicht aber die Rechte, die den Besitzern 
der Höfe an Wald und Weide zustanden. Die Besitzer der Grundstücke, die zu den 
ehemaligen Höfen gehörte», mußten daher namentlich in Ansehung des Waldes 
Gemeinschaften bilden, sog. Körperschaften, die jetzt noch in vielen Orten des 
Grabfeldes existieren. Wer Grundstücke dieser ehemaligen Höfe erwirbt, wird ohne 
weiteres Mitglied der Körperschaft und hat ein der Größe dieser Grundstücke ent 
sprechendes Nutzungsrecht. Bei der heutigen starken Parzellierung kann es vor 
kommen, daß Körperschaften, die den zu mehreren früher geschlossenen Höfen ge 
hörigen Wald als Gesamteigentum besitzen, jetzt sämtliche Grundbesitzer der Gemeinde 
zu ihren Mitgliedern zählen. Die Entscheidung von Streitigkeiten, ob solche 
Waldungen im Gemeinde- oder Privateigentum stehen, welcher Art die Nutzungen.
	        

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Zur Frage Der Naturalteilung. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung Nachf. (Georg Böhme), 1906.
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